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Bundesinstitut für Risikobewertung
Experten warnen vor Arsen in Reis und Reisprodukten

Arsen in Reis: Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor krebserregenden Stoffen
In Reis und Reisprodukten wurde ein erhöhter Gehalt von anorganischem Arsen festgestellt. FOTO: Shutterstock/ Sakhorn
Düsseldorf. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat erhöhte Mengen von anorganischem Arsen in Reis und Reisprodukten festgestellt. Arsen ist hochgiftig und kann krebserregend wirken. Eine Erklärung für die Konzentration in Produkten wie Reiswaffeln, haben die Hersteller bisher nicht geliefert. Von Laura Sandgathe

Arsen ist ein chemisches Element, das in der Erdkruste vorkommt und zum Beispiel bei der Förderung von Gold, Blei, Cobalt oder Kupfer freigesetzt wird. Der Stoff ist extrem giftig, schon eine Dosis von 60 Milligramm kann für den Menschen tödlich sein. Arsen stört den Stoffwechsel der Zellen, sodass diese keine Energie mehr erzeugen können. Bei einer Arsenvergiftung kommt es zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall, der darauf folgende Elektrolyt-, Protein- und Wasserverlust kann zum Tod führen. 

Diese Lebensmittel schützen gegen Krebs

Trotz seiner hochgiftigen Wirkung wird Arsen zur Herstellung einiger Medikamente verwendet und kommt auch in Lebensmitteln vor. In Reis ist aufgrund seiner besonderen Anbaumethode, bei der die Reispflanze größtenteils im Wasser steht, typischerweise ein erhöhter Wert anorganischen Arsens enthalten. Denn die Pflanzen nehmen das Gift über das Grundwasser und den Boden auf, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Es ist also normal, dass der Mensch beim Verzehr von Reis eine geringe Menge Arsen aufnimmt. DasBfR hat allerdings in einer aktuellen Untersuchung ermittelt, dass die Aufnahmemenge anorganischer Arsenverbindungen über Reis und Reisprodukte relativ hoch ist.

Mit Arsen vergiftete Reiswaffeln

"Da anorganische Arsenverbindungen als krebsauslösend für den Menschen klassifiziert sind, sollten Lebensmittel davon nur so wenig wie vernünftigerweise erreichbar enthalten", sagt der Präsident des BfR, Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Besonders auffällig sei bei der Untersuchung gewesen, dass der Arsengehalt in einigen der untersuchten Reisprodukte höher war als in den Reiskörnern selbst. Das war zum Beispiel bei einigen der getesteten Reiswaffeln der Fall. Deshalb vermuten die Experten, dass sich der Arsengehalt bei der Verarbeitung der Reiskörner erhöht.

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Die Ursache hierfür ist laut BfR bislang unbekannt. "Die Gründe für die höheren Gehalte in bestimmten Reisprodukten im Vergleich zu Reiskörnern müssen aufgeklärt werden", sagt Hensel. Gegebenenfalls müssten auch die Produktionsweisen in den Unternehmen, die Reis verarbeiten, angepasst werden, fordert das BfR auf seiner Homepage. 

Kinder reagieren besonders empfindlich

Das BfR empfiehlt, Produkte wie Reiswaffeln oder Reisflocken und Reisbrei nur in Maßen zu essen und mit Produkten, die auf anderen Getreidearten basieren, abzuwecheln. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sollten nicht ausschließlich mit reisbasierten Getränken und Lebensmitteln ernährt werden. Ihr Körper kann schon auf einen geringen Arsengehalt in Lebensmitteln empfindlich reagieren, so die Experten.

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Menschen, die auf Gluten in ihrer Ernährung verzichten, sollten darauf achten, dass sie nicht nur zu Reis, sondern auch zu anderen glutenfreien Getreiden greifen. Als Alternative zu Reis nennen die Experten zum Beispiel zu Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth oder Quinoa.

Reis könne nach wie vor weiter gegessen werden, so das BfR. Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt und die Getreidearten, die auf den Teller kommen, variiert, laufe nicht Gefahr, über Reis oder Reisprodukte so viel anorganisches Arsen aufzunehmen, dass es gesundheitsschädlich wirken würde, so die Experten.

(lsa)
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