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"Collarbone Challenge"
Der neue Magertrend im Netz

Düsseldorf . Die Möglichkeit, im Internet Fotos zu veröffentlichen, treibt nicht nur künstlerische Blüten. Vor allem junge Mädchen spornen sich damit gegenseitig zu gefährlichen Magertrends an. Der neue Wettbewerb heißt "Collarbone Challenge": Nur wer ein so knochiges Schlüsselbein hat, dass er Münzen darauf stapeln kann, gewinnt. Von Susanne Hamann

Die Magertrends im Internet nehmen kein Ende. Nach Thigh Gap, Biniki Bridge und bellybutton chellenge kommt nun die "Collarbone Challenge".

Wie auch schon bei den vorhergenden Trends geht es wieder darum zu zeigen, wie knochig der weibliche Körper werden kann. Knochig, das steht hier allerdings nicht für zu dünn oder gar kränklich, sondern für ein Schönheitsmerkmal.

Wie immer bei den Foto-Magertrends gibt es auch dieses Mal ein sichtbares Erkennungszeichen dafür, ob ein Mädchen dünn genug ist oder nicht: Das Ziel ist es, einen Stapel Münzen auf dem Schlüsselbein halten zu können. Wer das nicht schafft, ist raus.

Ihren Anfang nahm die Internet-Anorexie-Bewegung auf der Foto-Plattform Instagram. Allerdings wurde die Bilderflut von lebensgefährlich dünnen Körpern schnell so groß, dass das Unternehmen 2012 die Hashtags #thinspiration, #thinspo, #proanorexia und #probulimia schlichtweg abschaffte. Seitdem können die Wörter zwar mit der für einen Hashtag nötigen Raute versehen werden, allerdings sind sie nicht mehr als Sammellink aktiv.

Eingrenzen konnte Instagram diese Bilder damit jedoch nicht. Stattdessen entstehen immer wieder  neue Hashtags wie #thynspiration oder jetzt eben #collarbonechallenge, die bislang nicht auf der roten Liste stehen. Ein weiteres Problem ist, das die Bilder längst nicht mehr nur auf Instagram kursieren, sondern längst auch auf Twitter und Facebook via Hashtags und Gruppen die Runde machen.

Die bisher populärsten Magertrends, auf einer Foto-Collage vereint, sehen Sie hier:

Alleine in Deutschland gelten laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts 20 Prozent aller Mädchen und Jungs zwischen elf und 17 Jahren als esssgestört. Die größte Gefahr an diesen Bildern sehen Experten jedoch darin, dass sie Menschen ohne Essstörung übermäßig unzufrieden mit ihrem Körper machen. Das legen auch Studien nahe, die zeigen, dass die Unzufriedenheit nach dem Betrachten solcher Bilder bei jungen Testpersonen stark gestiegen war.

Eindämmen lassen sich diese Trends von Eltern oder anderen pädagogischen Personen sicher nicht. Experten empfehlen jedoch immer wieder, offen mit Kindern und Jugendlichen über Themen wie Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating zu sprechen, und wenn nötig auch professionelle Hilfe zu suchen.

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