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Big Mac wird 50
Ein Stück Amerika für 119 Länder

Der Big Mac wird 50 - Ein Stück Amerika für 119 Länder
Vor 50 Jahren wurde der erste Big Mac verkauft. FOTO: AP
Düsseldorf. 221 Gramm wiegt er, besteht aus zwei Rindfleisch-Patties, Cheddar-Schmelzkäse, Eisbergsalat, Zwiebeln, Salzgurkenscheiben und drei Scheiben Weizenbrötchen: der Big Mac. Der 510 Kalorien starke Burger gilt als Aushängeschild der Fast-Food-Kette McDonald's und wurde vor 50 Jahren zum ersten Mal verkauft. Von Merlin Bartel

Erfunden wurde die doppelstöckige Cheeseburger-Variante 1967 von Michael Delligatti, der damals ein McDonald's-Restaurant im US-amerikanischen Uniontown in der Nähe von Pittsburgh leitete. Nur ein Jahr später nahm McDonald's den Big Mac landesweit in sein Angebot auf. Im Jahr 1973 kam er dann auch auf den deutschen Markt.

McDonald's betreibt heute mehr als 36.000 Restaurants in 119 Ländern rund um den Globus - in allen wird der Big Mac verkauft. Weltweit angeboten werden sonst nur vier andere Produkte: Cheeseburger, Hamburger, Chicken McNuggets und Pommes Frites. Der Big Mac hat von Land zu Land abgewandelte Nährwerte: In Chile hat er "nur" 478 Kalorien, in Japan 557.

Die größten Diät-Sünden FOTO: MCDONALDS CORP., AP

Sein Erfinder hat dem Burger ein Museum gewidmet: Im Jahr 2007 eröffnete Delligatti das Big-Mac-Museum, in dem eine mehr als vier Meter hohe Statue des Hamburgers zu sehen ist. "Ich hätte nie gedacht, dass meine Kreation zu einem Stück Amerika wird", sagte er viele Jahre nach der Erfindung.

McDonald's hat viele Milliarden Big Macs verkauft. Vor rund zehn Jahren sollen jährlich 550 Millionen Stück über die Theke gegangen sein. Der weltweite Umsatz (ohne Mehrwertsteuer) von McDonald's betrug 2016 rund 24,6 Milliarden US-Dollar, in Deutschland erwirtschaftete der Konzern etwa 3,14 Milliarden Euro. Fast die Hälfte (mehr als elf Milliarden US-Dollar) des Umsatzes wurde im Jahr 2014 in Europa generiert, knapp ein Drittel (8,7 Milliarden) in den USA.

Eine Marke mit Abwandlungen

Im November 2016 sorgte im Internet eine Meldung für Wirbel, in der die Einstellung des Big Macs verkündet wurde - sie stellte sich jedoch als falsch heraus. Stattdessen wurde das Sortiment in den USA zeitweise um zwei neue Varianten erweitert: In Ohio und Dallas wurden der Mac Jr. sowie der Grand Mac getestet. In anderen Ländern werden weitere Varianten verkauft.

"Der Big Mac steht wie kein anderer unserer Burger für den McDonald's-Genuss und zählt auch nach 40 Jahren immer noch zu unseren beliebtesten Produkten", erklärt ein Unternehmenssprecher. Zu detaillierten Umsatz- und Verkaufszahlen äußert sich der Konzern nicht.

Auch außerhalb von McDonald's wird die Erfolgsgeschichte wahrgenommen: "Der Big Mac ist eine Marke", sagt Dickjan Poppema, Deutschland-Chef der Werbeagentur Grey, "nicht zuletzt aufgrund seiner Bekanntheit und Beliebtheit ist er zum Flaggschiff von McDonald's geworden."

Bis heute gibt es den Hamburger nach seiner ursprünglichen Rezeptur in Restaurants zu kaufen. "Der Big Mac hat sich seit seiner Einführung in Größe und Zusammenstellung nicht verändert und wird weltweit in der gleichen Form angeboten", sagt der McDonald's-Sprecher. In mehreren Ländern werden allerdings einzelne Zutaten, etwa der Fett- oder Salzgehalt, an die jeweiligen Gesetzesvorgaben angepasst. So wird der Big Mac in Indien statt mit Rind- mit Hühnchenfleisch zubereitet.

Trend stoppt Umsatzwachstum

Der zukünftige Erfolg der Marke scheint aber - zumindest leicht - zu wackeln. "Derzeit geht McDonald's schweren Zeiten entgegen, denn der Trend zu bewussterer Ernährung wird in den westlichen Ländern zunehmen", erklärt Poppema. "Signifikantes Umsatzwachstum wird McDonald's nur im nicht-westlichen Ausland finden."

Der Big Mac ist außerdem Namensgeber für einen Wirtschaftsindex. Ende der 1980er-Jahre entwickelte das britische Wirtschaftsmagazin "The Economist" den sogenannten Big-Mac-Index. Dieser dient als Maßstab für internationale Währungen und misst deren Kaufkraft, indem er die jeweiligen Landespreise für einen Big Mac vergleicht. Die Methodik ist zwar sehr vereinfacht, doch praktikabel, da es in der Mehrheit der Länder McDonald's-Filialen gibt.

Einer aktuellen Studie der Online-Vergleichsplattform Wageindicator.de zufolge müssen die Menschen in Deutschland für einen Big Mac 20 Minuten arbeiten, in den USA sind es 42 Minuten und in Indien sogar mehr als sechs Stunden.

Im kommenden Jahr wird der runde Geburtstag gefeiert: "Da der Big Mac 1968 offiziell in den USA landesweit eingeführt worden ist, werden wir das Jubiläum in 2018 feiern", teilt McDonald's mit.

Quelle: RP
 
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