| 09.10 Uhr

TLC – Erfolgs-Diät aus den USA
Diät als Heilmittel gegen Schlaganfall und Depressionen?

So funktioniert die TLC-Diät
So funktioniert die TLC-Diät
Düsseldorf. Therapeutic Lifestyle Changes - kurz TLC heißt eine neue Diät aus den USA. Die Anhänger setzen auf Ballastoffe anstatt fettigem Essen und wollen mit ihrer Ernährungsumstellung Volkskrankheiten wie Schlaganfall und sogar Depressionen reduzieren. Wir erklären, was hinter einem der erfolgreichsten Diät-Konzepte der USA steckt. Von Tanja Walter

Pfunde zu lassen, das versuchen viele mit kurzfristigen Pulverdiäten oder Low-Carb-Diäten. Andere klammern das Fett aus und schrauben an den Kohlehydraten. Der Erfolg jedoch ist nur von kurzer Dauer. Schnell sind die mühsam dem Körper abgerungenen Kilos wieder auf den Hüften. Zur Gegenbewegung sind Ernährungskonzepte geworden, die auf eine dauerhafte Umstellung setzen. In Amerika zählt neben der DASH-Diät auch TLC – das für Therapeutic-Lifestyle-Changes steht – zu den Diätkonzepten, die dem puren Schlankheitswunsch auch einen medizinischen Hintergrund geben.

Das ist verboten, das erlaubt

TLC hat zwar mit anderen Wunderdiäten nicht viel gemeinsam, eines jedoch schon: Die Welt besteht aus Schwarz und Weiß. Ins Schattenreich verbannt werden frittierte Lebensmittel, fettes Fleisch und Vollmilch, die allesamt viele ungesättigte Fettsäuren enthalten, die der Gesundheit schaden. Denn sie bringen massenhaft ungesundes LDL-Cholesterol ins Blut. Ist zu viel davon im Blutkreislauf vorhanden, verstopfen die Gefäße und Gesundheitsrisiken wie Arteriosklerose, Schlaganfall, Bluthochdruck sowie Herzinfarkt treten bedrohend nah ins Leben.

Genau hier setzt das in den USA so beliebte Konzept an, das in erster Linie also gar nicht auf eine schlankere Figur aus ist, sondern vor allem das Senken des Cholesterinspiegels im Blick hat. Damit ist TLC ähnlich wie auch DASH keine direkte Diät. Beide Konzepte sind von den Institutes of Health entwickelt worden und erfordern eine grundsätzliche Ernährungsumstellung, die dauerhaft beibehalten wird und nicht wie Blitzdiäten nur für wenige Wochen.

Cholesterin und Kohlenhydarte im Visier

Diese basiert auf zwei Prinzipien: Bei schädlichem Cholesterin wird der Rotstift ebenso angesetzt wie bei schlechten Kohlenhydraten. Wer also sein Ernährungsleben nach TLC neu ordnen möchte, der kommt nicht umhin, sich erst einmal mit der Unterscheidung von gutem HDL- und schlechtem LDL-Cholesterol zu beschäftigen.

Ersteres stellt der Körper aus ungesättigten Fettsäuren her, die vor allem in Fisch, Samen und Nüssen stecken. Als ungesund gelten hingegen gesättigte Fettsäuren, die wir vor allem mit Fleisch, Wurst und vollfetten Milchprodukten aufnehmen. Sie verengen die Gefäße und verändern die Fließeigenschaften des Blutes. Gutes Cholesterin hingegen bewirkt das Gegenteil.

Das müssen Sie konkret beachten

Die TCL-Diät empfiehlt, täglich den Anteil an gesättigten Fettsäuren unterhalb von sieben Prozent zu belassen. Auch die Menge der maximalen Cholesterinaufnahme ist gedeckelt: es sollen nicht mehr als 200 Milligramm am Tag sein. Das entspricht dem, was auch die Deutsche Herzstiftung empfiehlt. 60 Gramm Käse enthalten zum Beispiel in etwa die Menge des verbotenen Stoffs.

Sind Ihre Cholesterinwerte bereits erhöht, sollten Sie einen Wert von unter 150 Milligramm pro 100 Milliliter anstreben. Wer sich an die Ernährungsregeln hält, soll sein LDL-Cholesterin innerhalb von sechs Wochen um bis zu zehn Prozent senken können.

Neben dieser Grundlektion sollten die Diätwilligen zudem gesunde von ungesunden Kohlehydraten unterscheiden lernen. Törtchen, Croissants, Fastfood und Limo schmecken zwar prima, sind allerdings ernährungsphysiologisch ein Griff in den Eimer, denn sie haben einen Nährstoffgehalt, der dem einer Papierserviette ähnlich ist und liefern somit ausschließlich leere Kalorien.

Empfohlen werden deshalb Nahrungsmitteln, die eine hohe Nährstoffdichte haben. Denn bei ihnen steckt hinter jeder Kalorie ein hoher Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die der Körper zum Beispiel für eine gute Verstoffwechselung braucht. Vollkornbrot, Erbsen, Karotten und auch Obst machen richtig satt und halten lange vor.

So viele Kalorien sind erlaubt

Wer nicht nur die Blutwerte aufpolieren möchte, sondern auch die Linie verschlanken will, der sollte als Frau nicht mehr als 1200 Kilokalorien am Tag zu sich nehmen und als Mann nicht mehr als 1600. Das sorgt für eine negative Energiebilanz und lässt die Pfunde purzeln. Nachteil hier allerdings: Ohne striktes Wiegen wird man den gewünschten Effekt nicht erreichen können. Wer sein Wohlfühlgewicht erreicht hat, kann dann als Frau pro Tag auf 1800 Kilokalorien steigern und als Mann auf maximal 2500.

Auf diese Krankheitsrisiken wirkt sich TLC positiv aus

Neben der allgemeinen Ernährungsumstellung beinhaltet das TLC-Konzept zudem regelmäßige Bewegung. 30 Minuten sollen es täglich sein. Das Gesundheitskonzept erfordert zwar eiserne Disziplin und viel Eigeninitiative, doch belegen Studien, wie sehr sich das auszahlt: das Arteriosklerose- und Thromboserisiko sinkt nachweislich. Zudem gibt es auch Hinweise darauf, dass auch die Volkskrankheit Diabetes sich auf diese Art und Weise verhindern lässt und ein bestehender Diabetes kontrollierbarer wird.

Ergänzt durch ausreichend lange Schlafzeiten und genug Tageslicht scheint das von Medizinern entwickelte Konzept nicht nur Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit zu haben, sondern auch auf die Seelische. Ein Forscherteam um den Psychologen Steve Ilardi von der Universität Kansas hat das in einer Studie untersucht. und kam zu dem Ergebnios, dass die Mehrzahl depressiv erkrankter Menschen zwar regelmäßig Medikamente gegen das seelische Leiden einnimmt, ansonsten aber nichts an ihrem Leben veränderte. Besonders Menschen, die nicht auf traditionelle Therapien ansprachen, konnte mit dem leicht angepassten TLC-Behandlungsprogramm geholfen werden.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

TLC-Diät: Heilmittel gegen Schlaganfall und Depressionen?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.