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Tipps und Methoden
So fasten Sie richtig

Nicht nur Wasser und Brot - Die besten Heilfastenvarianten
Nicht nur Wasser und Brot - Die besten Heilfastenvarianten FOTO: dpa, Armin Weigel
Bonn. Am Aschermittwoch beginnt sie, 40 Tage lang geht sie: Die Fastenzeit. Im Idealfall ist sie jedoch mehr, als einfach nur ein Abnehmprogramm. Wir erklären die wichtigsten Fakten rund um das Fasten und stellen die besten Heilfastenmethoden vor. 

Ausschweifend, gehaltvoll und vor allem kalorienreich: Im Winter wird oft im Übermaß genascht und geschlemmt. Doch manchen ist es irgendwann zu viel. Sie entscheiden sich bewusst für eine Auszeit - und fasten. Die einen tun das aus gesundheitlichen Gründen, zum Beispiel mit Heilfasten. Andere verzichten in der nach Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit aus eher religiösen Motiven auf Genussmittel wie Alkohol oder Schokolade. Ein Überblick mit Fragen und Antworten rund um das Thema.

Was ist Fasten?

"Fasten ist der bewusste und freiwillige Verzicht auf Nahrung und Alkohol über einen begrenzten Zeitraum", sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Üblicherweise dauert es zwischen fünf und zehn Tagen. Länger kann es gefährlich sein, und ohne ärztliche Begleitung sollte man es keinesfalls tun. "Fasten kann aber auch bedeuten, dass man freiwillig für eine Zeit lang lediglich bestimmte Nahrungsmittel wie etwa Süßigkeiten oder Fleisch weglässt", erklärt Allgemeinmediziner Hans-Michael Mühlenfeld aus Bremen.

Giftstoffe im Körper im Überblick FOTO: dpa, Diagentur

Warum Fasten?

Fasten ist ein uralter religiöser Brauch. "Er kommt in allen Weltreligionen vor", erläutert Gahl. Der Körper soll damit vor Festen quasi gereinigt werden. Ein moderner Grund sieht etwas anders aus: "Die meisten fasten, um damit ihr Gewicht zu reduzieren", sagt Arzt Günther Gunzelmann vom Berufsverband Fasten und Ernährung. Aus seiner Sicht wirke sich Fasten aber auch positiv auf das seelische Wohlbefinden aus. Wer es aus Gründen der Gewichtsreduktion tut, sollte im Anschluss seine Essgewohnheiten auf den Prüfstand stellen - sonst hat das Fasten wenig Sinn und ein Jo-Jo-Effekt stellt sich ein.

Wer kann Fasten?

"Prinzipiell kann jeder gesunde Erwachsene fasten", sagt Gahl. Wer zum ersten Mal fastet, sollte sich einer Fastengruppe anschließen, rät Gunzelmann. Der Vorteil: Die Teilnehmer unterstützen sich gegenseitig mental, falls der Wille zum Durchhalten leidet. Mühlenfeld ist aber überzeugt: "Man muss es innerlich wirklich wollen und aus Überzeugung tun, dann klappt es."

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Und wer sollte es bleiben lassen?

Vom Fasten absehen sollten Schwangere, Stillende sowie Kleinkinder und Heranwachsende unter 14 Jahren. "Auch diejenigen, die eine schwere Infektionskrankheit wie etwa eine Bronchitis gerade hinter sich haben, sollten tunlichst aufs Fasten verzichten", empfiehlt Gunzelmann. Wer unter einer Essstörung leidet, verzichtet ebenfalls möglichst aufs Fasten.

Sollte man vor dem Fasten seinen Hausarzt konsultieren?

Wer regelmäßig Medikamente nimmt, spricht idealerweise in jedem Fall vor dem Fasten mit seinem Hausarzt. Das gilt vor allem für jene, die unter Bluthochdruck, Diabetes oder unter bestimmten Herzkrankheiten leiden. "Bei einer Fastenkur und gleichzeitiger Einnahme von entwässernden Arzneimitteln besteht die Gefahr eines Gichtanfalls", warnt Mühlenfeld. Um die Gefahr von solchen und anderen Beschwerden zu minimieren, ist ein Gespräch mit dem Arzt vorab nicht verkehrt.

Wie wird gefastet?

"Am populärsten ist die Methode nach Buchinger", sagt Mühlenfeld. Diese Kur ist nach ihrem Erfinder Dr. Otto Buchinger benannt. Zunächst steht eine gründliche Darmreinigung mit Einläufen an. Dann wird fünf bis zehn Tage lang keine feste Nahrung zu sich genommen, es gibt nur Flüssiges. Über Gemüsebrühe bekommt der Körper wichtige Mineralstoffe, über Obstsaft Vitamine. "Wer länger als zehn Tage nach dieser Methode fastet, sollte dies unbedingt in einer Klinik tun", so Gunzelmann.

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Ebenfalls bekannt ist die sogenannte Schroth-Kur. Der Name geht auf den Erfinder, Johann Schroth, zurück. Zu essen gibt es Getreidebrei mit Pflaumen und Aprikosen. Daneben steht gedünstetes Gemüse auf dem Speiseplan. Schwitzkuren mit feuchten Umschlägen sollen die Ausscheidung anregen. Die Kur besteht aus Trinktagen und Tagen, an denen es nichts Flüssiges gibt. An den Trinktagen werden die Substanzen, die sich im Körper angestaut haben, ausgeschieden.

Eine weitere Fastenmethode ist die nach Franz-Xaver Mayr. Dabei geht es vorrangig darum, den überreizten Magen-Darm-Trakt zu beruhigen. Unterstützt wird die Ausscheidung durch Bauchmassagen. Außerdem wird bei dieser Kur viel Wasser und Tee getrunken sowie pro Tag ein bis zwei Brötchen mit etwas Milch oder Joghurt gegessen.

Wie bereitet man sich auf das Fasten am besten vor?

"Möglichst sollte man schon ein paar Tage vor der Kur weniger essen als sonst", empfiehlt Gunzelmann. Dann ist die Umstellung für den Körper nicht zu radikal. Der ideale Zeitpunkt für eine Fastenkur sind aus Sicht von Gunzelmann Urlaubszeiten: Dann sind Körper und Geist im Ruhezustand. Wer lieber außerhalb der Ferien fasten möchte, legt den Beginn der Kur möglichst auf einen Freitag. "So hat man bei der Umstellung noch die zumeist ruhigeren Tage am Wochenende vor sich", so der Arzt. Nach dem Fasten ist wichtig, in kleinen Schritten zur gewohnten Nahrung zurückzukehren.

Einen ausführlichen Überblick über die besten Heilfastenmethoden, bekommen Sie hier: 

(dpa/ ham)
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