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Koffein am Morgen
Trinken Sie Ihren Kaffee auch immer zur falschen Zeit?

Kaffee: Darum sollte man Kaffee erst nach 9 Uhr trinken
Kaffee vor 9 Uhr macht keinen Sinn, sagen die Wissenschaftler Mitchell Moffit and Gregory Brown. FOTO: Shutterstock.com/ Raisa Kanareva
Düsseldorf. Wer sofort nach dem Aufstehen einen Kaffee trinkt, um wach zu werden, macht alles falsch. Das sagen jedenfalls zwei kanadische Wissenschaftler. Laut ihnen wirkt Kaffee frühestens eine Stunde nach dem Aufstehen. Warum, das erklären sie in einem Youtube-Video. Von Laura Sandgathe

Kaffee ist das mit Abstand beliebteste Getränk der Deutschen. Für viele gehört der Wachmacher zur morgendlichen Routine. Doch der Kaffee vor 9 Uhr schmeckt vielleicht gut, bringt aber keinen zusätzlichen Energieschub, sagen die Wissenschaftler Mitchell Moffit and Gregory Brown. Sie haben auf ihrem Youtube-Kanal "ASAPScience" ein Video hochgeladen, in dem sie erklären, warum der Kaffee am Morgen gleich aus mehreren Gründen keine gute Idee ist.

Der Muntermacher heißt Hydrocortison

Laut Moffit und Brown ist unsere biologische Uhr der Grund, warum ein Kaffee nach dem Aufstehen als Wachmacher keinen Sinn macht. Denn unser "circadianer Rhythmus", wie der Biorhythmus in der Fachsprache heißt, sorgt ohnehin dafür, dass wir nach dem Aufwachen munter werden - ganz ohne Koffein. Dann schüttet der Körper das Stresshormon Hydrocortison aus. Es aktiviert den Stoffwechsel und sorgt dafür, dass wir uns den Tag über wach fühlen.

Bulletproof Coffee: So wird er gemacht FOTO: Anne Peters

Etwa zwischen 8 und 9 Uhr morgens ist der Wert des Hydrocortisons im Körper besonders hoch, erklären Moffit und Brown. Der Körper ist damit zu dieser Zeit auch am wachesten. Wer nun Kaffee trinkt, dem schmeckt das heiße Gebräu vielleicht, eine zusätzliche Wirkung als Muntermacher hat es während dieser Zeit laut den beiden Forschern aber nicht. Denn wacher als bei maximaler Ausschüttung von Hydrocortison kann der Körper demnach nicht werden.

"Forscher haben nachgewiesen, dass man den Effekt des Hydrocortisons durch das Koffein nicht weiter erhöhen kann", so Moffit und Brown in ihrem Video. Im Gegenteil: Wird trotzdem regelmäßig am Morgen Kaffee getrunken, lässt die Wirkung des darin enthaltenen Koffeins mit der Zeit sogar nach.

Denn der Körper wird gegen den Wachmacher unempfindlich. Das Fazit von Moffit und Brown: Wer immer oder häufig direkt nach dem Aufwachen Kaffee trinkt, braucht mit der Zeit immer mehr Koffein, um noch eine Wirkung zu spüren. In der Folge wächst auch die Abhängigkeit von Kaffee.

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Am besten erst nach 9 Uhr Kaffee trinken

Wann aber ist die ideale Zeit, um Kaffee zu trinken? Nach 9 Uhr, sagen Moffit und Brown. Dann sinkt der Wert des Hydrocortisons im Körper wieder ab, und das Koffein zeigt Wirkung. Menschen, die besonders früh oder besonders spät aufstehen und für die die 9-Uhr-Regel keinen Sinn macht, sollten nach dem Aufwachen mindestens eine Stunde warten, bis sie ihren ersten Kaffee trinken. Denn nach dem Aufwachen ist der Wert des Hydrocortisons immer um etwa 50 Prozent erhöht, unabhängig von der Uhrzeit. 

Über den Tag gibt es noch zwei weitere Zeiten, zu denen der Wert des Hydrocortisons dank des natürlichen Biorythmus besonders hoch ist. Das ist einmal zwischen 12 und 13 Uhr und abends zwischen 17.30 Uhr und 18.30 Uhr. Am meisten hat man also von der Wirkung des Koffeins, wenn man seinen Kaffee außerhalb dieser Zeiten trinkt.

Die Empfehlungen aus dem Video der kanadischen Wissenschaftler decken sich mit Tipps, die Ernährungsexperten immer wieder geben: Nach dem Aufstehen sollte demnach zunächst ein Glas oder am besten sogar ein halber Liter Wasser getrunken werden. Das soll den Stoffwechsel ankurbeln und macht den Körper munter. Von Kaffee ist hier nicht die Rede.

(lsa)
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