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Stiftung Warentest
Kein Thunfischprodukt ist "sehr gut"

Stiftung Warentest: Jeder Thunfisch enthält Quecksilber
Thunfisch gehört zu den beliebtesten Speisefischen der Deutschen. FOTO: Shutterstock.com/ Asier Romero
Düsseldorf . Thunfisch gehört zu den beliebtesten Speisefischen Deutschlands. Stiftung Warentest hat 16 Dosenthunfische und vier TK-Thunfischsteaks auf Schadstoffe untersucht - mit erschreckendem Ergebnis. 

Nach Alaska-Seelachs, Hering und Lachs belegt der Thunfisch den vierten Platz der meistverzehrten Fischarten in Deutschland. Durchschnittlich acht Thunfischdosen verspeist jeder Deutsche im Jahr.

Doch immer wieder steht Thunfisch im Verdacht, mit Schadstoffen belastet zu sein. Um herauszufinden, wie groß die Gefahr ist, haben die  Verbraucherschützer von Stiftung Warentest 16 Thunfischdosen und vier Thunfischsteaks aus der Tiefkühltruhe im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: 

  • "Sehr gut": Nicht ein einziges Produkt im Test erhielt das Prädikat "sehr gut". Als Grund nennen die Tester, dass tatsächlich in allen Fischwaren Schadstoffe vor allem Quecksilber gefunden wurde. 
  • Quecksilber: "Zu viel Quecksilber kann das Nervensystem schädigen, vor allem bei Ungeborenen", heißt es in dem Test. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Schwangeren und stillenden Müttern vorsorglich vom Verzehr von Thunfisch ab. Die gute Nachricht der Tester: Zwar wurde der Schadstoff in allen Produkten gefunden, der EU-Grenzwert von einem Milligramm je Kilogramm wurde aber nie überschritten. Die Produkte von Followfisch, Deutsche See und Rewe enthielten dabei im Vergleich den größten Anteil Quecksilber (ein Drittel des Grenzwertes), die Tester schreiben jedoch: "Selbst Schwangere und Stillende könnten diese und alle anderen Produkte der Testwahl essen." 
  • Biothunfisch fällt durch: Bedenkliche Konzentrationen an Mineralölen, darunter möglicherweise auch krebserregende Verbindungen, wurden in zwei Bio-Fischkonserven gefunden: "Fontaine" und "Pan do Mar" aus dem Biohandel. Probleme sehen die Tester im Verarbeitungsprozess, der die Schadstoffe 3-MCPF und Glycidyl-Ester mit sich bringe. Beide sind unvermeidbar und gelten als potenziell krebserregend. Wie viel davon in einem Verarbeitungsprozess entsteht, lässt sich den Testern zufolge allerdings steuern. Die beiden Markenprodukte erhielten als Folge die Note "ausreichend" und waren damit Testverlierer. 
  • Testsieger: Die Konserve von Aldi Süd/Armada "Thunfischfilets in Sonnenblumenöl" belegte mit einem Preis von 71 Cent je 100 Gramm Fisch den ersten Platz. Die Nummer Zwei ist mit einem Preis von je 1,06 Euro die Dose der Kaiser's/Tengelmann-Hausmarke Starmarke Sorte "Thunfisch-Filets in Sonnenblumenöl". Das Thunfischsteak von Edeka schaffte es mit einer 2,1 auf den ersten Platz der Tiefkühlprodukte. Den gesamten Thunfisch-Test der Stiftung Warentest finden Sie hier.

Mehr Tests von Stiftung Warentest finden Sie hier

(ham)
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