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Nach Studie zu "The biggest Loser"
Das hilft gegen den gefürchteten Jojo-Effekt

Die 20 Regeln der Diät-Serie "The Biggest Loser"
Die 20 Regeln der Diät-Serie "The Biggest Loser"
Düsseldorf . In kurzer Zeit viel abnehmen - darauf basiert das Prinzip der "The biggest Loser"-Diät. Wer sich daran hält, kann mit Glück langfristige Effekte erzielen, wahrscheinlich ist es laut einer aktuellen Studie jedoch nicht. Was Sie wissen müssen, um dem Jojo-Effekt abzumildern.  Von Susanne Hamann

50, 60 oder sogar noch mehr Kilos verlieren die Teilnehmer der Show "The biggest Loser" bei jeder Staffel. Wie übergewichtige Menschen das schaffen, macht den Reiz der Sendung aus und zwar für Zuschauer wie Teilnehmer gleichermaßen. Vor einem Problem sind jedoch auch die Kandidaten der Biggest-Loser-Folgen nicht gefeit: Es ist der Jojo-Effekt. 

Jojo-Effekt, das bedeutet, kaum sind die Kilos gepurzelt, sind sie binnen weniger Zeit auch wieder auf den Hüften. Besonders häufig soll das bei radikalen Diäten vorkommen, weil der Körper dann nicht die Möglichkeit hat, sich an die verringerte Kalorienzufuhr zu gewöhnen.

Auch die "Biggest Loser"-Kandidaten, die eigentlich von Profis begleitet werden, sind davor nicht gefeit. Im Gegenteil. An ihrem Beispiel konnten amerikanische Wissenschaftler in einer Studie zeigen, dass der Jojo-Effekt ein Teil der körpereigenen Maschinerie ist, die versucht Gewichtsverlust zu verhindern. 

Dafür hat ein amerikanischer Wissenschaftler sechs der US-"Biggest Loser"-Kandidaten während der Serie und sechs Jahre danach beobachtet. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf ihre Lebensweise und auf ihren Grundumsatz. Er legt fest, wie viele Kalorien eine Person pro Tag verbrennt, wenn sie keine größeren Anstrengungen unternimmt. Am Anfang und während der Show hatten die Teilnehmer einen Grundumsatz, der ihrem Körper entsprach - am Ende lag er um durchschnittlich 500 Kalorien niedriger. Dieser Effekt war den Wissenschaftlern jedoch bekannt. Es ist die körpereigene Abwehrreaktion, um möglichst wenig Fettreserven aufgeben zu müssen.

Neu jedoch war die Erkenntnis, dass der Körper den reduzierten Grundumsatz nicht nur Jahre lang aufrecht erhielt, sondern ihn auch noch weiter absenkte. So war es den Teilnehmern fast unmöglich das abgespeckte Gewicht zu halten, geschweige denn, weiter abzunehmen. Fast schon, als würde der Körper automatisch alles dafür tun, um den alten Zustand wieder herzustellen.

Weitere Studien zum Thema fehlen bislang. Allerdings legen diese ersten Erkenntnisse nahe: Der Jojo-Effekt entsteht nicht nur durch eine zu radikale Diät - der Körper selbst scheint es darauf anzulegen, seine Extra-Kilos zu behalten. Bei einigen der Teilnehmer senkte sich der Grundumsatz sogar auf 800 Kalorien pro Tag ab. 

Was Sie in Sachen Jojo-Effekt aus der Studie lernen können: 

  1. Nicht alleine die Kalorienzufuhr ist für eine erfolgreiche langfristige Gewichtsreduktion entscheidend, die automatische Gegenwehr des Körpers muss mit einbezogen werden.
  2. Der Jojo-Effekt ist somit fast schon Teil jeder Gewichtsreduktion, egal wie gesund sie ablaufen mag. Der Körper wird sich immer dagegen wehren und deshalb für Heißhunger und Gelüste sorgen. Am besten erwarten Abnehmwillige diese Gefühle von vornherein, dann kann man sie leichter unter Kontrolle halten. 
  3. Wer es also nicht schafft, seinen Diät-Erfolg langfristig zu halten, der sollte darüber nachdenken, seinen Grundumsatz ärztlich abklären zu lassen - anstatt sich selbst Schuldzuweisungen zu machen. 
  4. Zudem zeigt die Studie: An Sport kommen vor allem stark übergewichtige Menschen nicht vorbei, insbesondere dann, wenn sie wirklich langfristig abnehmen wollen. Mit dem Rad zur Arbeit, jede Treppe nehmen, Joggen zu Feierabend - nur durch Bewegung wird der Kalorienumsatz pro Tag erhöht, je nach Sportart sogar um 600 bis 800 Kalorien (zum Beispiel beim Hot Yoga).
  5. Krankhaftes Übergewicht kann die Notwendigkeit mit sich bringen, auch nach dem Gewichtsverlust durch psychologische Betreuung die Kilos unten zu halten. 
  6. Auch wer nur zwei, sechs oder zehn Kilo abnehmen will, muss mit der natürlichen Gegenwehr seines Körpers rechnen. Um dann gegen den Heißhunger anzugehen gibt es einige simple Tricks: Schlafen Sie ausreichend, das reduziert das Hungergefühl am Tag. Essen Sie mehr Proteine als Kohlenhydrate, das hält den Zuckerspiegel gleichmäßig und verhindert somit Heißhunger. Essen sie probiotische Lebensmittel. Diese gleichen die Darmflora aus und verhindern so Hunger durch Pilzerkrankungen oder durch andere gesundheitliche Probleme. 
(ham )
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