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Start der Festival- und Camping-Saison
Dosen-Ravioli waren gestern

Tipps zur Festival-Saison von Stevan Paul: Dosen-Ravioli war gestern
Beim Camping greift man gerne auf Gaskocher und Dosenessen zurück. FOTO: Cloude Mine Amsterdam/Shutterstock.com
Düsseldorf. Der Gaskocher dient oft nur zum Wärmen von Dosenfutter. Koch Stevan Paul gibt zum Start der Festival- und Camping-Saison Tipps für frische Gerichte. Von Martina Stcker

Kulinarisch hat es der Camper schwer: "Dosenfutter, Tütensuppen, verbrannte Würstchen vom Einweggrill, fettiges Fastfood vom Festivalgelände", bilanziert Stevan Paul. Der Hamburger ist gelernter Koch, erfolgreicher Foodblogger und leidenschaftlicher Campingurlauber. Und am Gaskocher auf dem Zeltplatz muss doch mehr gehen – auch mit bescheidenen Mitteln, dachte er sich.

Deshalb reiste er einen Sommer lang durch Europa, besuchte Festivals, sprach mit Besuchern und tüftelte an Rezepten. Die sind zusammengefasst in "Open Air – das Festival-Camping-Kochbuch". Und die gute Nachricht direkt vorweg: Die Campingküche lässt sich doch erheblich verbessern – und nicht nur dadurch, dass man die Dose Ravioli jetzt auch noch aufwärmt.

Größtes Problem: die Kühlung

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Gemein ist den Rezepten, dass sie mit wenigen Zutaten auskommen, häufig in einem Topf gekocht werden können. Wie zum Beispiel ein würziger Kartoffel-Möhren-Eintopf mit Speck oder ein exotisches Curry. Da große Töpfe oft vom Gaskocher rutschen, hat Paul dafür einen Ratschlag parat: den "Pot Guard". Dabei wird der Topf auf dem Kocher mit Hilfe von zwei (nicht brennbaren) Zeltstangen oder Metallstäben durch die Griffe fixiert.

Größtes Problem in der Campingküche ist allerdings das der Kühlung. Besonders Menschen, die ein langes Wochenende im Zelt verbringen, müssen sich darüber Gedanken machen, da der Raum in öffentlichen Kühlschränken der Campingplätze oft begrenzt ist. Stevan Paul empfiehlt Kühlboxen, die nicht mit den üblichen Coolpacks befüllt werden, sondern mit gefrorenen Wasserflaschen und Tetrapacks.

Das bringt doppelten Nutzen: Man hat eisgekühlte Getränke und gekühlte Lebensmittel. Man sollte nur aus den Flaschen, die noch zu Hause einige Tage eingefroren werden, ein paar Schlucke abtrinken, damit sie nicht platzen. Flaschen und Lebensmittel werden dann in der Box gestapelt, die unterste und oberste Lage sind Wasserflaschen.

Sauberes Geschirrtuch ersetzt die Salat-Schleuder

Auch Lebensmittel nimmt er gefroren mit – Eintöpfe zum Beispiel oder Butter. Sie brauchen einige Tage zum Auftauen und sind so unbedenklich. Fleisch ist besonders heikel, deshalb hat Stevan Paul einen Grillplan erarbeitet: Am Tag der Abreise kauft er morgens beim Metzger frische Bratwurst und Hähnchen, die noch abends auf den Grill kommen.

Für den zweiten Tag lässt er sich beim Metzger Steaks und Koteletts vakuumieren, die in die Kühltasche wandern. Für den dritten Tag kauft er vorgebrühte, eingeschweißte Würstchen oder vakuumiertes, schon mariniertes Fleisch, das er vor der Abreise noch einfriert. Für die Salate nimmt er ebenfalls die Zutaten mit oder kauft sie vor Ort. Einen Kopfsalat auf dem Campingplatz zu waschen ist kein Problem, ein sauberes Geschirrtuch ersetzt die Schleuder.

Einer der Kollegen in der Redaktion meint zwar, solch ein Kochbuch brauche es nicht, schließlich fahre niemand zu einem Festival, um dort gut zu essen. Nahrungsaufnahme diene dort nur dazu, ein Fundament zu bauen, auf dem man unterschiedliche Arten von Alkohol schichtet. Da mag er recht haben. Aber schließlich haben im vergangenen Jahr vier Millionen Deutsche einen Campingurlaub geplant, und sie werden auch dieses Jahr wieder aufbrechen. Vielleicht mit ein paar Dosen Ravioli weniger im Gepäck.

Foto- Hinweis: Cloud Mine Amsterdam / Shutterstock.com

Quelle: RP
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