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Ernährungsreport
So isst Deutschland

Was essen die Deutschen? Ernährungsreport 2018 zeigt unsere Ansprüche
Bio-Obst im Supermarkt. FOTO: dpa, k lre dna
Berlin. Gemüse steht ganz oben auf dem Speiseplan, der Fleischkonsum geht zurück. Das zeigt der Ernährungsreport von Bundesagrarminister Christian Schmidt. Wichtigstes Kriterium bei der Wahl des Essens ist der Geschmack. Von Laura Ihme

Die Deutschen haben viele Ansprüche an ihr Essen: Gut schmecken soll es in erster Linie und einfach und schnell zuzubereiten sein. Außerdem muss es gesund sein, Kalorienzählen wollen aber die Wenigsten.

Das geht aus dem neuen Ernährungsreport hervor, der jetzt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgestellt wurde. Zum dritten Mal nach 2015 und 2016 hat das Institut Forsa 1017 Bürger nach ihren Essgewohnheiten befragt.

Zum Vergrößern, bitte auf die Grafik klicken. FOTO: Quelle: Forsa Fotos: dpa. Thinkstock (6) Grafik: C.Schnettler

Die wichtigsten Fragen im Überblick:

  • Was essen die Deutschen?

Obst und Gemüse stehen ganz oben auf dem Speiseplan. 72 Prozent der Befragten gaben an, beides täglich zu konsumieren. Fleisch und Wurst essen 30 Prozent jeden Tag. Das ist ein Rückgang: 2016 gaben noch 34 Prozent an, täglich Fleisch zu essen. Milchprodukte sind für 65 Prozent der Deutschen ein tägliches Nahrungsmittel - und werden immer beliebter: 2016 gaben noch 59 Prozent an, Milchprodukte täglich zu konsumieren.

Unterscheidet man zwischen den Essgewohnheiten von Männern und Frauen, fallen drei Ergebnisse auf: Männer essen lieber Fleisch (37 zu 23 Prozent) und Frauen essen lieber Gemüse (82 zu 61 Prozent). Dafür essen Frauen aber auch mehr Süßigkeiten (20 zu 17 Prozent).

  • Wo essen sie?

Die Deutschen gehen gerne und viel aus. Rund 43 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal in der Woche außer Haus zu essen. 74 Prozent gehen regelmäßig ins Restaurant.

Die Top Ten der gesündesten Gemüsesorten FOTO: Ildi Papp /Shutterstock.com

Berufstätige versorgen sich zum Großteil in der Mittagspause selbst, viele gehen aber auch in der Kantine essen. Die Deutschen stehen außerdem gerne am Herd: So gaben 73 Prozent an, gerne zu kochen, 43 Prozent kochen jeden Tag, 38 Prozent zwei bis dreimal die Woche.

  • Wie kaufen die Menschen ein?

"Die meisten Verbraucher wollen es ganz genau wissen", sagte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bei der Vorstellung des Reports. Im Supermarkt studieren viele deshalb intensiv, wo Lebensmittel herkommen und was in ihnen enthalten ist.

Für 79 Prozent ist beispielsweise eine regionale Herkunft wichtig, ebenfalls 79 Prozent schauen auf die Inhalts- und Zusatzstoffe, weitere 73 Prozent schauen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Auch ist vielen wichtig, dass die Tiere, deren Fleisch sie kaufen, unter guten Bedingungen gehalten werden.

Mehr als die Hälfte der Befragten würde deshalb bis zu fünf Euro mehr für die Ware bezahlen. "Da bleibt abzuwarten, ob sich diese Bereitschaft dann auch an der Theke wiederfindet", betonte Peter Matuschek von Forsa bei der Präsentation.

  • Wo kaufen die Menschen ein?

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Dabei halten es die Deutschen klassisch: 64 Prozent von ihnen gehen in den Supermarkt, 35 Prozent in den Discounter und elf Prozent in den Bioladen. Im Internet kaufen sieben Prozent Lebensmittel ein. Dieses Ergebnis habe überrascht, sagte der Minister, man habe mit einem deutlichen Trend in Richtung Internet gerechnet. Dieser sei bislang aber ausgeblieben.

  • Was folgert die Politik aus der Studie?

Bildung sei eine Grundlage für gute Ernährung, findet der Landwirtschaftsminister. "Ich möchte das Schulfach Ernährung", sagte er - wie schon wiederholt zuvor. Mit Blick auf die vielen Außer-Haus-Esser, möchte er sich dafür einsetzen, dass mehr Einrichtungen wie Kantinen Qualitätsstandards einführen.

Für mehr Transparenz beim Kauf tierischer Produkte soll das staatliche Tierwohllabel sorgen. Dieses will Christian Schmidt ebenfalls bereits seit Längerem. Er gehe davon aus, dass die Einführung eines solchen Siegels auch bei den Sondierungsgesprächen zwischen Union und SPD eine Rolle spielen werde.

Kritik am Minister und dem Ernährungsreport gab es vom Verein Foodwatch. Dieser warf Schmidt mit Blick auf den Report vor, "ebenso bunte wie belanglose Broschüren" herauszugeben, statt aktiv im Sinne der Verbraucher zu handeln.

Quelle: RP
 
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