Glühwein, Lebkuchen, Bratwurst
Zum Weihnachtsmarkt ohne Kalorienschock
Zum Weihnachtsmarkt ohne Kalorienschock - so geht`s
Zum Weihnachtsmarkt ohne Kalorienschock - so geht`s FOTO: RPO
Düsseldorf. Zwischen gebrannten Mandeln, Glühwein und Lebkuchen fällt die Entscheidung nicht leicht. Doch nicht alle Leckereien, die auf dem Weihnachtsmarkt angeboten werden, sind ungesund. Wer Süßigkeiten maßvoll genießt, tut sich sogar etwas Gutes. Von Jörg Zittlau

Weihnachtsmarkt ist Schlemmerland. Allein die Düfte lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Allerdings ahnt man bei Zuckerwatte, Bratwurst und Paradiesapfel schon, dass dies nicht unbedingt gesund ist. Doch zu viele Sorgen sollte man sich auch nicht machen: Denn erstens ist nicht das ganze Jahr Weihnachtsmarkt – und zweitens gibt es auf ihm auch durchaus gesunde Speisen und Getränke. Wie etwa die Champignonpfanne, die sich in den letzten Jahren zu einem echten Weihnachtsmarktrenner gemausert hat.

Pilze enthalten zwar weniger Vitamine als Brokkoli, Salat und anderes Gemüse, doch bei Mineralien wie Kalium, Jod und Fluor erreichen sie dafür bessere Werte. Entscheidender ist aber das, was sie nur sehr wenig enthalten: nämlich Kalorien. Unter den vielen Hochenergielieferanten, die der Weihnachtsmarkt zu bieten hat, besitzen Champignons – abgesehen von der Soße, in der sie gereicht werden können – mit weniger als 50 Kilokalorien auf 100 Gramm einen echten Ausnahmestatus.

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Ungesättigte Fettsäuren als Funktionsträger

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Demgegenüber liefern Walnüsse und Mandeln mit durchschnittlich 600 Kilokalorien pro 100 Gramm ungefähr jene Energiemenge, die Ernährungswissenschaftler für eine komplette Hauptmahlzeit empfehlen. Trotzdem tragen sie laut jüngeren Studien nicht zum Übergewicht bei, weil ihre ungesättigten Fette im Körper weniger als Kalorien- denn als Funktionsträger genutzt werden.

Mandeln konnten sogar in einer iranischen Studie zeigen, dass sie noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, wenn sich bereits eine Fettstoffwechselstörung ausgebildet hat. Wenn sie allerdings, wie es auf dem Weihnachtsmarkt üblich ist, in Zucker kandiert werden, geht ihr Kalorienwert steil nach oben – und mit ihrer Klebrigkeit können die süßen Mandeln auch so manche Plombe aus dem Zahn ziehen.

Ähnliches gilt für den Paradiesapfel. Denn auch wenn Äpfel aufgrund ihrer Pektine eigentlich gesund sind – jüngst konnten amerikanische Wissenschaftler ihnen sogar einen cholesterinsenkenden Effekt bescheinigen –, werden sie durch ihre Zuckerglasur vor allem zu Kalorienbomben. Wer einen Paradiesapfel mit seinen 400 bis 500 Kilokalorien verspeist, kann das eigentlich nur dadurch ausgleichen, dass er aufs Abendessen verzichtet. Die Krapfen des Weihnachtsmarktes taugen ebenfalls nicht zum Abspecken.

Aber was will man schon von einer Speise erwarten, die früher von Klosterbrüdern eingesetzt wurde, um sich ein Polster für kommende Fastenzeiten zu schaffen? Krapfen werden eben in Fett gebacken, und das treibt ihre Kalorienwerte in Richtung Paradiesapfel.

Maronen hingegen sind gar nicht so kalorienreich, wie oft vermutet wird. Denn auch wenn sie zu den Nüssen gehören, die bekanntermaßen durch Proteine und ungesättigte Fette beeindrucken, dominiert in ihnen mit über 40 Prozent der Zucker. Und das meiste davon geht auf das Konto komplexer Kohlenhydrate, so dass Maronen den Blutzuckerspiegel weniger steil ansteigen lassen als etwa Zuckerwatte, die ja ebenfalls auf Weihnachtsmärkten angeboten wird.

Viel mehr als Zucker hat hingegen Lebkuchen zu bieten. Das würzige Gebäck wurde schon von den alten Germanen im Winter als Gottesopfer dargebracht. "Man ersehnte mit ihm die Wiederkehr der wärmenden Sonne und des Lichts", erklärt Medizinhistoriker Wolfgang Eckart von der Universität Heidelberg.

Im Mittelalter verkauften Nonnen und Mönche die Honigbrote in klösterlichen Apotheken, sie sollten gegen Fieber helfen. Wissenschaftliche Beweise dafür fehlen zwar noch, doch Lebkuchen brilliert durch extrem viel Zimt – und der wirkt tatsächlich antibiotisch. Zudem senkt das traditionsreiche Ayurveda-Gewürz den Blutzuckerspiegel, was natürlich für die an Süßigkeiten ohnehin überfrachtete Weihnachtszeit genau das Richtige ist.

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Vorsicht geboten beim Glühwein

Zimt findet man auch in fast allen typischen Getränken des Weihnachtsmarktes. Wie etwa in Glühwein und Feuerzangenbowle, die zudem noch mit anderen gesunden Gewürzen wie Sternanis und Nelke ausgestattet sind. Was aber nichts daran ändert, dass die beliebten Bauchwärmer reichlich Kalorien und Alkohol enthalten, und Letzterer durch den Zucker und die Hitze des Getränks auch relativ zügig ins Blut geht. Das Autofahren sollte man also nach dem Verzehr von Bowle oder Glühwein tunlichst unterlassen. Ebenfalls eine lange Tradition hat schließlich der Christstollen.

"Volkskundliche Deutungen sehen in dem mit Zucker überpuderten Laib", so Eckart, "ein Symbol für das gewickelte Christkind." Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht hingegen im Stollen in erster Linie eine Süßigkeit, "die nicht geeignet ist, um sich daran satt zu essen". Doch immerhin: Seine Rosinen und Korinthen enthalten reichlich Ballaststoffe und Kalium. Und dass seine Mandeln gesund sind, wissen wir ja schon.

So zeigt sich, dass Süßigkeiten durchaus gesund sein können, sofern man sie maßvoll verzehrt – aber das kennt man ja bereits von der Schokolade.

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Quelle: chk/das/anch
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