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"Training for Warriors"
Das wohl härteste Fitness-Training Düsseldorfs

Düsseldorf . In Deutschland hält ein neuer Fitness-Trend Einzug: Mit Kettlebells, Flying Ropes, Kästen und Eigengewicht werden die Sportler beim "Training für Warriors" gestählt. Der Effekt: Maximale Leistungssteigerung in nur 60 Minuten. Wir waren zu Besuch beim wohl härtesten Fitness-Training Düsseldorfs.  Von Susanne Hamann

Sie schwitzen. Sie fluchen. Und sie gehen bis an ihre absolute körperliche Grenze. Nur eines tun sie nicht: Aufgeben. "Training for Warriors", zu Deutsch: "Training für Krieger", heißt das Programm, an dessen Ende jeder einzelne Muskel im Körper beansprucht worden ist. Es ähnelt einem klassischen Zirkeltraining, setzt aber auf eine hohe Intensität bei wenig Pausen. 

"Das Programm selbst ist von Martin Rooney entwickelt worden", sagt Ilias Stergiou, Gründer des Agoge Athletic Clubs in Düsseldorf und Coach für "Training for Warriors". "Rooney war ursprünglich Physiotherapeut und hat sehr viele Kampfsportler betreut." Auf der Suche nach einem Trainingssystem, das sowohl den Körper als auch den Geist seiner Kämpfer optimal vorbereitet, entwickelte Rooney das "Training for Warriors". 

"Jeder kennt die Szenen aus Film und Fernsehen, in denen Kampfsportler trainieren. Ihr Programm muss alles abdecken: Kraft, Kondition, Schnelligkeit, Flexibilität und geistiges Durchhaltevermögen", erklärt Stergiou. "Das Warrior-Training vereint all diese Aspekte in einem Programm." 

Functional Training - Die Übungen

Schon die Aufwärmübungen zeigen: Hier geht es zur Sache. Zwölf Trainingswillige im Alter von Anfang 20 bis Mitte 50 wechseln in den ersten 15 Minuten zwischen mehreren Runden Hampelmann im Stehen, auf den Boden für Sit-ups und wieder in den Stand. Hier wird das Bein kurz auf den Boden getippt und muss anschließend in der Luft gehalten werden - natürlich ohne umzukippen. Balance, Koordination und den Körper aufwärmen stehen im Vordergrund, bevor der eigentliche Trainingszirkel beginnt. 

Stergiou gibt seinen Kriegern eine kurze Verschnaufpause, während er an die Tafel schreibt, wie die nächsten 40 Minuten aussehen werden: 

  • Liegestütze,
  • Flying Ropes schleudern,
  • Klimmzüge,
  • einen Kurzsprint aus der Halle und zurück absolvieren,
  • Gewichteheben, entweder mit der Hantel oder der Kettlebell,
  • noch mehr Situps,
  • auf einen Kasten springen und wieder herunter,
  • mit beiden Händen gegen die Wand stützen und rennen,
  • und gegen den Zug eines Elastikbandes anrennen.

Neun Übungen, die ohne Pause, in unterschiedlichen Intervallen und so schnell und intesiv wie möglich absolviert werden sollen. Die Warriors wechseln in Eigenregie von Station zu Station. Jeder Zirkel dauert zwischen 15 und 20 Minuten. Stergiou kontrolliert, ob die Übungen richtig ausgeführt werden, und wirft regelmäßig motivierende Worte in den Raum. 

Die brauchen die Krieger auch. Denn egal, ob Fortgeschrittener oder Anfänger, spätestens nach der zweiten Runde ist jedem auf der Matte anzusehen, dass er kämpft. Mit seinem Körper. Mit der Schwerkraft. Und vor allem mit sich. "Was hier unheimlich hilft, um sich durchzubeißen, ist die Gruppendynamik", sagt Stergiou. "Obwohl jeder auf der einen Seite für sich trainiert, ist es auf der anderen Seite eben doch ein Zirkel, durch den alle gemeinsam gehen. Diese Gemeinsamkeit unterstützt psychisch." 

Von diesem Effekt erzählen auch die Teilnehmer - unter Keuchen und Schwitzen, aber mit vor Begeisterung glühenden Augen. "Im Fitness-Studio ist es für mich ein stumpfes Gewichteheben gewesen", sagt Warrior Rian Stark. Der 22-Jährige kommt inzwischen mehrmals pro Woche in den Agoge Athletic Center. "Aber hier lernt man Leute kennen, man arbeitet sich gemeinsam aus und man lernt jeden Tag etwas neues."

Im Gegensatz zu Stark steht Victoria Solovjov noch relativ am Anfang. Sie suchte nach einem Ganzkörper-Training, das sie nach der Geburt ihres Kindes vor zehn Monaten wieder in Schuss bringt. "Wenn ich hier raus gehe, dann fühle ich mich total motiviert und voller Energie", sagt sie. Dass sie noch nicht so fit ist wie einige der anderen Trainierenden, stört sie gar nicht. "Für mich ist es ein Ausgleich zu meinem Tag, der mir am Abend noch einen Powerschub gibt", erklärt Solovjov. 

Genau dieses Gefühl der gesteigerten Kraft und Motivation wollte Rooney auch Sportlern ermöglichen, die keine Profis sind. "Man muss kein echter Kämpfer sein, um wie einer zu trainieren, wie einer auszusehen und sich wie einer zu fühlen", sagt Rooney in einem seiner YouTube-Videos. Verbessert werden soll durch das Training nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die geistige Widerstandsfähigkeit. "So soll es dem Warrior mit der Zeit möglich sein, auch die Kämpfe des täglichen Lebens besser zu meistern", sagt Stergiou. 

Die zwölf Kämpfer im Agoge-Studio, haben es nach 40 Minuten Höchstleistung jedenfalls geschafft. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht, klatschen sie sich gegenseitig ab. Der Erfolg ist damit besiegelt, und die Ruhephase beginnt. Für die dürfen sich die zwölf dann doch mal auf den Boden legen. Nur atmen und nichts tun. Aber nur für fünf Minuten. Dann geht der Alltagsdrill auch schon weiter. 

Das "Training for Warriors" im Agoge Athletic Club in Heerdt sehen Sie hier im Video.

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