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Sonnenlicht und Grünexplosion
So nutzen Sie den Frühling

Frühling als Gute-Laune-Booster nutzen
Mit der Sonne um die Wette strahlen: Wer es geschickt anstellt, der nutzt den Frühling für seine Gesundheit. FOTO: Shutterstock/Antonio Guillem
Düsseldorf. Sonnenpower und Wärme und T-Shirt statt Winterjacke – die ersten richtigen Frühlingstage können in Sachen Wohlbefinden wahre Wunder vollbringen. Wenn die Natur den Turbo-Booster anstellt und Knospen in bunten Farben explodieren lassen, dann sollten auch Sie das für sich nutzen, um Ihr Stimmungsbarometer so richtig nach oben zu powern. Wir verraten Ihnen wie. Von Tanja Walter

Endlich raus aus dem Energiesparmodus. Die ersten Sonnenstrahlen erwecken uns aus dem Winterschlaf. Viele dürsten geradezu nach Aktivität, binden sich endlich die Joggingschuhe wieder an die Füße, springen aufs Fahrrad oder halten Frühjahrsputz.

Wundermittel Nummer eins ist dabei die Sonne. Mit ihrer Hilfe stellen Sie Ihren Wohlfühlfaktor auf Turbo-Booster um und bringen gute Laune und Glücksgefühle in Schwung. Der Grund: Im Winter sind wir deutlich weniger dem Tageslicht ausgesetzt. "Dadurch produziert der Körper verstärkt das Schlafhormon Melatonin", erklärt Prof. Dr. Jürgen Zulley, Chronobiolige an der Uni Regensburg. Das macht uns müde und antriebslos. Denn der Mensch ist darauf programmiert, bei Dunkelheit zu ruhen.

Sonne weckt die Gute-Laune-Hormone

Die Sonne weckt uns aus diesem Winterschlaf. Der Organismus produziert mehr Serotonin und bremst mit der Steigerung dieses Gute-Laune-Botenstoffes die Produktion von Melatonin. Fitter und energiegeladener fühlen sich viele auch durch den Anstieg des körpereigenen Aktivitätshormons Cortisol, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird.

Wer jetzt Arbeitspausen und seine freie Zeit nutzt und sich viel draußen aufhält, der hilft seinem Körper dabei, die hormonelle Umstellung zu bewerkstelligen und viel vom Gute-Laune-Hormon zu bilden. Denn bei wolkenlosem Himmel hat die Sonne eine Kraft von nahezu 50.000 Lux. Draußen hingegen würden uns ein klarer Himmel selbst im Winter noch rund 3000 Lux bescheren. Zum Vergleich: Eine gute Zimmerbeleuchtung schafft gerade mal 500 bis 800 Lux. Darum leiden viele über die Wintermonate durch das kollektive Stubenhocken geradezu unter Lichtmangel.

Wie schädlich das sein kann, zeigen viele Studien, die sich mit der Wirkung des künstlichen Lichts auf die Gesundheit beschäftigen. Neben Schlafstörungen werden auch Magen-Darm-Probleme, Stimmungsschwankungen, gedrückte Stimmung und Herz- Kreislauferkrankungen mit den Effekten des Lichts aus der Steckdose in Verbindung gebracht.

Warum für viele jetzt das Frösteln aufhört

Die Frühlingssonne hingegen beschert uns zusätzliche positive Nebeneffekte: Sie kurbelt die Ausschüttung des Schilddrüsenhormons Thyroxin an. Dadurch fühlen sich viele aktiver. Wissenschaftler vermuten, dass darum bei einigen Menschen auch das wintertypische Dauerfrösteln aufhört. Sonnenhungrige können jetzt für kurze Zeit guten Gewissens die warme Frühlingssonne auf der Haut genießen. Denn sie nutzt der Gesundheit dadurch, dass sie die Produktion des Sonnenvitamins D anregt. Es wird zu rund 90 Prozent durch die Sonnenstrahlung in der Haut gebildet und ist wichtig für die Regulierung des Kalzium-Spiegels im Blut und damit unter anderem für den Knochenaufbau und Stoffwechselvorgänge .

Jetzt darf Sonne getankt werden

Um zehn Mikrogramm Vitamin D zu bilden, muss sich ein Mensch mit dem Hauttyp III, also mittelheller Haut, die langsam bräunt und nicht schnell verbrennt von April bis Oktober im Süden zur Mittagszeit mit zu einem Viertel unbedeckter Haut drei bis acht Minuten in der Sonne bleiben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, die Haut jeden Tag zwischen fünf und 25 Minuten draußen zu besonnen. Danach gilt aber auch jetzt schon zum Sonnenschutz zu greifen. Denn wer sich zu lange der Strahlung aussetzt, riskiert an wolkenlosen Tagen auch jetzt schon einen Sonnenbrand.

Außer über die Bestrahlung mit UVB-Licht, nimmt der Mensch das Knochenvitamin D über Nahrungsmittel wie Fisch, Eier oder Pilze auf. Hierzulande dürfen Margarine ebenso wie auch Frühstücksflocken künstlich mit einem solchen Zusatz versehen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine Aufnahme von 20 Mikrogramm Vitamin D täglich.

Frische Vitamine genießen

In der Frühlingssonne sprießen draußen die ersten zarten Pflänzchen, die bald schon viel frisches Obst und Gemüse bescheren werden. Machen Sie jetzt den Schwenk von schwerer kohlehydrat- und fettreicher Winterkost zu leichten, frischen und vitaminreichen Speisen mit viel saisonalem Obst und Gemüse. Beliebte Frühlingsgemüse sind neben der Vitamin C-Bombe Feldsalat auch Spinat und würziger Bärlauch. Letzterer ist nicht nur auf Bauernmärkten frisch zu bekommen, sondern kann vielerorts bei einem Spaziergang selbst gesammelt werden, wenn man die zarten leicht knoblauchartig duftenden Blätter zuverlässig von dem sehr giftigen Maiglöckchengrün unterscheiden kann.

Energiedusche: Sportlich in den Tag starten

Sport bringt den Kreislauf in Schwung und steuert so dem Hormonchaos während der Umstellung von Melatonin- zur vermehrten Serotonin-Produktion entgegen. Förderlich wirken dabei auch kalt-warme Wechselduschen. Sie regen nicht nur den Kreislauf an, sondern stärken auch das über die Wintermonate stark gebeutelte Immunsystem. Bleiben Sie nach Möglichkeit gerade jetzt morgens nicht länger im Bett, sondern puhlen Sie sich zeitig aus den Lacken. Das hilft dem Körper, schneller die innere Uhr umzuprogrammieren und mit Power in den Tag zu gehen. Wer jetzt statt auf die Bahn aufs Fahrrad setzt, der nutzt Sauerstoff und Licht schon morgens als zusätzliche Energiedusche.

Natur bringt den Stresspegel runter

Davon profitiert auch die Psyche. Bewegung und längere Aufenthalte im Grünen fahren den Stresspegel runter, wirken sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus und bringen uns emotional wieder in die Waage. Wie sehr sich das auf die Gesundheit auswirkt, konnten britische und niederländische Forscher in einer Untersuchung zeigen.Je näher Menschen zum Beispiel an Parks leben, desto besser steht es um ihre Zufriedenheit und die psychische Ausgeglichenheit. Menschen, die im Grünen – also auf dem Land wohnen – haben weniger häufig mit Erkrankungen wie Depressionen und Schizophrenie zu tun als Stadtmenschen.

Aber auch Stadtbewohner sind nicht verloren, denn ein Park lässt sich schließlich überall finden. Manchmal ist auch eine Mittagspause im Grünenn möglich. Wer sich zudem eine frische Pflanze ins Büro holt oder den Balkon hübsch bepflanzt, der bringt sich selbst ein bisschen Erholung und gute Laune dorthin.

In dieser Stimmung haben es auch die Frühlingsgefühle leicht. Die Hormone purzeln um die Wette: Beim Mann steigt die Produktion des Sexualhormons Testosteron an und sorgt für Kuschellaune im Frühlingsrausch.

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