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Warmer Winter
Der Pollenflug in NRW hat begonnen

Hintergrund: Test – Allergie oder Erkältung?
Hintergrund: Test – Allergie oder Erkältung?
Düsseldorf . Die Temperaturen liegen dieser Tage zwar um den Gefrierpunkt, der Pollenflug hat trotzdem begonnen. Vor allem zwei Pollen machen Allergikern jetzt schon das Leben schwer. Was Sie wissen müssen, und wie Sie sich schützen können. 

Eigentlich ist der Winter für Allergiker eine Zeit der Erholung. Wenn Sträucher und Bäume unter Frostschichten liegen, dann sind ihre Nasen und Augen sicher vor Schnupfen und Tränen. Ab Ende Februar beginnen normalerweise die Frühblüher, ihre Pollen abzugeben.

Hasel- und Erlenpollen fliegen bereits

Nicht so diesen Winter. Schon seit Anfang Februar liegen die ersten Pollen in der Luft. Daran ändern auch die derzeit kühleren Temperaturen nichts. "Von den Pollen sind zur Zeit schon recht ordentliche Mengen in der Luft", sagte Meteorologe Werner Schätzle vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Freiburg. Vor allem im Südwesten Deutschlands sei die Luft von Pollen belastet. In einem Kubikmeter Luft finden sich dort zwischen 100 und 200 Haselpollen, schätzt der Meteorologe. 

Grund dafür ist der insgesamt milde Winter. Auch der Februar liegt im Temperaturdurchschnitt zwei Grad über den normalen Temperaturen zu dieser Jahreszeit. Für Bäume und Sträucher bedeutet das, sie kommen langsam aus der Winterstarre. 

Tipps für Pollenallergiker FOTO: DAK

Laut Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst und dem Deutschen Wetterdienst DWD herrscht in NRW derzeit eine mittlere Belastungsintensität. In den vergangenen Tagen kam es auch schon zu einer mittleren bis hohen Pollenbelastung. Stärker betroffen ist in Deutschland nur der Süden. In Bayern und Baden-Württemberg herrscht flächendeckend mittel bis hoher Pollenflug. 

Richtig losgehen wird es jedoch auch mit dem Pollenflug von Erle und Hasel noch. Ab Mitte März dürfte die Konzentration stark ansteigen – übrigens auch von der Birke. Die Pollen des Baums gelten als besonders aggressiv und treten in hohen Konzentrationen auf. Mittlerweile ist die Pollenbelastung durch die Birke auf Platz eins vor den Gräsern, erklärt Allergologe Horst Müsken, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Die Stiftung hat bundesweit zwischen 40 und 50 Pollenflugfallen aufgebaut. Experten werten täglich Klebestreifen aus den Kästen aus, um den aktuellen Anteil von Pollen in der Luft zu ermitteln. Mit den Daten der Pollenfallen arbeitet auch der DWD.

Das hilft Allergikern gegen die Symptome

Die Pollen-Dominanz der Birke ist für Müsken keine Überraschung: "Sie kann fast überall wachsen." Flächen mit Roggen und anderen Gräsern nehmen hingegen ab. Außerdem explodiere die Birke im Frühjahr geradezu, sagt Müsken. Innerhalb weniger Tage setzt der Baum ein Maximum an Blütenpollen frei. Müsken schätzt, dass es in Deutschland zwischen 15 und 20 Millionen Menschen gibt, die an einer Allergie leiden. Der größte Teil davon an einer Pollenallergie. Typische Anzeichen sind juckende und tränende Augen, Fließschnupfen und Atemprobleme – im schlimmsten Fall bis hin zu Asthma. 

Pollenflug: Acht Tipps zum Schutz vor Pollenbelastung FOTO: Hans Jazyk

Die gute Nachricht: Die Allergie kann und sollte behandelt werden. Der Körper setzt als Abwehrreaktion auf die Pollen Histamin frei – das verursacht die Allergiesymptome. Als Medikamente kommen deshalb Antihistaminika infrage. "Die blockieren das Histamin an seinen Rezeptoren", sagt Professor Torsten Zuberbier, Vorsitzender der Europäischen Stiftung für Allergieforschung. Er rät, sich bei der Wahl eines Antihistaminikums beraten zu lassen und eine moderne Variante zu wählen, die nicht müde macht.

Gegen die verstopfte Nase kommen außerdem Kortison-Nasensprays infrage. "Moderne Kortison-Nasensprays wirken örtlich und sind nicht mehr in der Blutbahn zu messen", beruhigt Zuberbier. Diese seien als sicher bewertet worden – auch bei einer Anwendung über längere Zeit. Sie verlieren dadurch nicht ihre Wirkung. Deshalb lautet Zuberbiers Fazit: "Der wichtigste Tipp ist, sie dauerhaft zu nehmen während der Saison."

(mit Agenturmaterial)
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