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Arthrose
Nur Bewegung lindert Schmerzen

Arthrose: Bewegung hilft gegen die Schmerzen
FOTO: Shutterstock.com/ Monika Wisniewska
Berlin. Erst lösen sich kleine Teile vom Gelenkknorpel. Und die Degeneration schreitet meist voran, am Ende reiben die Knochen aufeinander. Wer von Arthrose betroffen ist, hat neben Schmerzmitteln vor allem ein Hilfsmittel: Bewegung. 

Stechende Schmerzen plagten Werner Dau vor 15 Jahren in der linken Schulter, bald konnte er sich kaum noch bewegen. "Es tat weh, wenn ich mich nicht bewegte und noch mehr, wenn ich mich bewegte." Die Diagnose: Arthrose. Gegen die akuten Schmerzen kämpfte er mit Wärme und Medikamenten. Heute ist das Stechen immer noch da, "es ist aber auszuhalten", sagt der 66-Jährige. Aber: Mittlerweile hat er auch Arthrose in der rechten Hüfte und im Knie. Nach Angaben der Deutschen Arthrose-Hilfe in Frankfurt am Main ist Arthrose die häufigste Gelenkerkrankung. Meist sind Hände, Knie und Hüfte betroffen. Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland haben Arthrose.

Wo Knochenenden aufeinanderstoßen, sind die Gelenke so etwas wie Stoßdämpfer, erklärt Prof. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga in Bonn. Genauer gesagt ist der Stoßdämpfer der Gelenkknorpel - ein glatter und elastischer Überzug, der die Gelenke schützt. Die Gelenke sorgen so dafür, dass wir uns bewegen können, und sie puffern plötzliche und heftige Bewegungen ab. "Ernährt" wird der Knorpel von der Gelenkflüssigkeit, die die Gelenkinnenhaut produziert. Und zwar vor allem dann, wenn sich der Mensch bewegt.

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Der Knorpel kann zum Beispiel durch einen Unfall oder beim Sport verletzt werden - vor allem bei Sportarten, bei denen ruckartige Bewegungen oder Zusammenstöße üblich sind. Darunter fallen zum Beispiel Fußball oder Handball. Ebenso sind Fehl- und Überbelastung der Gelenke Ursachen. So kann Übergewicht die Gelenke strapazieren, ebenso eine falsche Haltung oder Deformationen wie etwa X- oder O-Beine.

Das Risiko für Arthrose nimmt auch mit dem Alter zu. "Die Zellen im Knorpel verlieren im Laufe des Lebens ihre Funktion, neues, gutes Knorpelgewebe zu bilden", erklärt Gromnica-Ihle. Doch nicht jeder, der unter Knorpelverschleiß leidet, ist im fortgeschrittenen Alter - Arthrose kann auch genetische Ursachen haben. "Es lösen sich kleine Knorpelteile", erklärt Prof. Andreas Imhoff von der Deutschen Arthrose-Hilfe. Von Arthrose sprechen Experten aber erst dann, wenn sich auch der Knochen verändert.

Der Knochen unter dem erkrankten Knorpel verdichtet sich. Im Verlauf der Arthrose nutzt sich der Knorpel immer mehr ab, im späteren Stadium reibt Knochen direkt auf Knochen. Die Gelenkinnenhaut kann durch abgelöste Knorpelteilchen gereizt werden, produziert mehr Gelenkflüssigkeit, und bald bildet sich ein Erguss. Das Gelenk wird warm und dick, der Betroffene spürt einen Entzündungsschmerz.

Arthrose macht sich dadurch bemerkbar, dass man nach einer Ruhephase, etwa nach längerem Sitzen, bei einer Bewegung einen Schmerz spürt oder sich steif fühlt. "Nach ein paar Minuten Bewegung geht es wieder", sagt Gromnica-Ihle. Bei diesen ersten Symptomen ist es ratsam, sich vom Hausarzt oder Orthopäden untersuchen zu lassen.

Der kann im Röntgenbild meist schon die Verkleinerung des Gelenkspalts, die Verdichtung des Knochens und knöcherne Zacken an den Rändern der Gelenke - so genannte Osteophyten - und gegebenenfalls die Deformierung des Gelenks sehen. Klarheit über den Schaden kann eine Kernspintomographie bringen. Auch eine Arthroskopie, die Spiegelung des Gelenks, ist möglich. Dabei führt der Chirurg bei einem minimalinvasiven Eingriff eine Minikamera in das Gelenk, um den Schaden zu prüfen und gegebenenfalls gleich zu behandeln. Im akuten Fall geht es vor allem darum, die Beschwerden zu lindern. Etwa mit Schmerzmedikamenten oder Wärme- beziehungsweise Kälteanwendungen sowie Entlastung.

Wenn das Gelenk stark beschädigt ist und die Schmerzen immer wieder schlimm sind, kann das Einsetzen einer Gelenkprothese infrage kommen. "Der richtige Zeitpunkt für eine Operation ist dann, wenn der Patient befindet, dass er die Schmerzen nicht mehr aushalten kann", sagt Gromnica-Ihle. "Aber man sollte vorher immer eine zweite Meinung einholen und auch nicht nur mit Ärzten sprechen, sondern mit anderen Betroffenen."

Werner Dau setzt zur Linderung der Schmerzen auf die "drei großen B", wie er sagt: "Bewegung, Bewegung, Bewegung." Fahrradfahren, Walken oder Schwimmen helfen vielen Betroffenen. Werner Dau macht auch immer wieder krankengymnastische Übungen. So wird Gelenkschmiere produziert, zudem Muskulatur aufgebaut. Eine kräftige Muskulatur entlastet das Gelenk.

Gromnica-Ihle weist darauf hin, dass das Fortschreiten der Arthrose bislang nicht beeinflusst werden kann, sondern nur die Schmerzen behandelt werden können. Dennoch: Betroffene können zumindest einiges zur Linderung beitragen. Werner Dau hat auch sein ganz eigenes Mittel: "Mir hilft es, wenn ich ein warmes Bad nehme."

(dpa)
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