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Das große Hormonlexikon

Sie sind Botschafter und Steuerung zugleich: Hormone regeln eng verzahnt alle Abläufe im Körper. Ob wir Lust auf Sex haben, wir frieren, hunger verspüren oder müde sind, hängt von ihnen ab. Lesen Sie hier, welche Hormone die wichtigsten sind.

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Der Aufputscher: Unter Stress produzieren wir Adrenalin in rauen Mengen. Denn der Körper braucht jetzt jede Menge Energie. Das Adrenalin trägt dafür Sorge, dass der Körper sie bekommt. Durch ein Signal, das es in die Leberzellen überträgt, wird vermehrt Glukose freigegeben. Der Blutzuckerspiegel powert nach oben.

Außerdem schmelzen unter dem Einfluss des Powerhormons auch die Fettdepots. In Fettsäuren umgewandelt wandern sie ins Blut und Gewebe. Doch ein dauernd hoher Adrenalinpegel macht krank. Wer nicht Sorge trägt, die bereitgestellten Energiereserven auch durch körperliche oder sportliche Aktivität zu nutzen, wird krank. Im positiven Sinne genutzt macht das Hormon jedoch reaktionsschnell, mutig und schmerzunempfindlich.

Adrenalin ist ebenso wie Noradrenalin ein Hormon, das in den Nebennieren gebildet wird.

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Das Männliche: Testosteron ist zuständig für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale, die Sexlust des Mannes und auch die „Standhaftigkeit“ beim Sex. Es wird hauptsächlich in den Hoden gebildet.

Daneben ist das Hormon eng mit dem Muskelaufbau verbunden, es sorgt aber auch für Rettungsringe um Hüfte und Bauch. Männer sind dank des Geschlechtshormons besonders stark im räumlichen Sehen, denn Testosteron fördert die Signalübertragung im Hirn für diese Fähigkeit. In geringer Menge wird es auch in den weiblichen Eierstöcken gebildet und reguliert beim schwachen Geschlecht Frauen die Antriebskraft. Testosteron kann auch aggressiv machen und Imponiergehabe offensichtlich zu Tage treten lassen.

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Die Weiblichen: Östrogene nehmen Einfluss auf Schwangerschaft, Körperbau, seelisches Gleichgewicht, Knochen und Haut der Frau. Schottische Forscher haben jüngst festgestellt, dass das Sexualhormon zudem Frauengesichter schöner macht.Sie werden jedoch auch im männlichen Körper gebildet, allerdings nur in einer Menge von etwa einem Zehntel der Menge, die im weiblichen Körper vorkommt. Östrogene sorgen für einen stabilen Knochenbau und schützen damit vor Osteoporose. Außerdem haben sie schützenden Wirkung auf die Blutgefäße und können einem Herzinfarkt vorbeugen. Frauen haben durch ihre Östrogene einen natürlichen Schutz vor gefürchteten Herzinfarkten, eintreten können sie jedoch auch bei ihnen.

Bei Männern kann es bei bestimmten Faktoren sinnvoll sein, den Östrogenspiegel zu bestimmen. So zum Beispiel bei Übergewicht, Fettleber, einem Diabetes oder  Brustvergrößerung. Ein Mangel an Östrogen kann bei Frauen nach den Wechseljahren zu einem Überschuss von Testosteron führen.

Die drei wichtigsten Östrogene heißen Östradiol, Östron und Östriol. Sie werden hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet, Östron jedoch etwa zur Hälfte auch im Fettgewebe. Auch der männliche Hoden bildet Östrogene.

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Der Gute-Laune-Macher: Serotonin ist ein Gewebshormon. Das heißt, es wird dort gebildet und ist eng verwoben mit unserer Stimmung. Es sorgt für gute Laune, gilt als Antidepressivum und macht euphorisch. Zudem beeinflusst es viele Körperfunktionen, angefangen bei der Darmtätigkeit bis hin zum Schlaf-Wach-Rhythmus. Ein Serotoninmangel im Gehirn führt zu Depressionen. Daneben kann es aber auch für Panikanfälle verantwortlich sein. Kopfschmerzen können ein Hinweis auf Störungen im Serotoninhaushalt sein.

Leiden Menschen unter einem Mangel dieses Hormons, kann das zu krankhaften Muskelverspannungen und Schafstörungen, Ängsten, Verdauungsproblemen, Zwängen und auch Migräne führen.

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Das Beziehungsliebende: Oxytocin ist ein wohlerforschter Alleskönner. Bekannt wurde es als Wehen- und Stillhormon und schien damit für den Mann eher bedeutungslos. Doch werden ihm nach vielen Studien unzählige positive Eigenschaften zugeschrieben: Es reduziert Angst und Stress und beeinflusst die Wundheilung positiv, beim Sex sorgt es für den orgastischen Höhepunkt und ist dann zudem so etwas wie die Zigarette danach es einst war. Es sorgt für Bindungsgefühle und Monogamie. Bei Männern aber kann es auch ermüdend wirken, Neid und Schadenfreude auslösen und in hohen Dosen verabreicht zu Krampfanfällen, hohem Blutdruck, Angina Pectoris und sogar zum Koma führen.

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Der Süßvertilger: Insulin ist eines der wichtigsten Hormone für den Stoffwechsel im menschlichen Körper. Es sorgt dafür, dass Zucker, also Glucose  aus dem Blut in die Zellen weitergeschleust wird und dort für die Energiegewinnung nutzbar wird. Im Effekt sinkt der Blutzuckerspiegel. Damit nimmt Insulin auch auf unsere Verdauung Einfluss, auf unser Sättigungsgefühl und den Zuckerstoffwechsel. Es beeinflusst außerdem den Fett-und Proteinstoffwechsel. Bei Diabetikern ist die Bildung von körpereigenem Insulin meist gestört. Die Betroffenen müssen es künstlich hinzuführen. Gebildet wird es in der Bauchspeicheldrüse.

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Innere Uhr und Jungbrunnen: Melatonin wird aus Seratonin gebildet, steuert den Schlaf-Wachrhythmus und fördert den Schlaf. Das macht es dadurch, dass es Einfluss auf das Nervensystem nimmt und es dämpft.Die Körpertemperatur wird hinuntergefahren – müde Menschen bemerken das häufig daran, dass sie zu frieren beginnen – und die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Reguliert wird es durch den Tageslichteinfall ins Auge. Kommt tagsüber Licht ins Spiel, wird die Ausschüttung des Hormons eingestellt.

Weniger beachtet ist die Tatsache, dass es am Alterungsprozess beteiligt ist. Weitere positive Eigenschaften, über die weniger gesprochen wird: Es kurbelt das Immunsystem an und hemmt das Tumorwachtstum. Gebildet wird es in der Zwirbeldrüse – einem Teil unseres Zwischenhirns gebildet. So ganz nebenher macht das Hormon als Jungbrunnen und Wundermittel gegen alle möglichen Alterungserscheinungen auf sich aufmerksam, denn es soll auch gegen Hautalterung helfen.

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Das Modehormon: DHEA – Dehydroepiandrosteron – ist ein Vorläufer der männlichen und weiblichen Geschlechtshormone. Zum größten Teil in der Nebennierenrinde gebildet, kurbelt es das Immunsystem an und schützt Herz und Gefäße. Gilt in den USA als Modehormon. Ab dem 30. Lebensjahr jedoch nimmt es natürlicherweise ab und hat um das 70. Lebensjahr um rund 90 Prozent gegenüber der Ausgangsmenge abgenommen. Als Symptome für einen Mangel an diesem Hormon gelten Müdigkeit, Libidomangel, depressive Verstimmung, Osteoporose, Schlaflosigkeit und Kreislaufprobleme. 

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Das Verbrennwunder: Die Schilddrüsenhormone Triiodthyronin (T3) und Tetraiodthyronin (Thyroxin, T4) halten die Energiebilanz im Organismus aufrecht und gleichen sie wenn nötig aus. Sie haben großen Einfluss auf viele andere hormonproduzierende Organe.
Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion können Herzrasen, Bluthochdruck, Unruhe, Gewichtsabnahme, vermehrtes Schwitzen, Durchfall, Haarausfall, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen und Schlaflosigkeit sein.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sich mit Leistungsminderung, Schwäche, Antriebsmangel, schlaffer Haut, geschwollenen Lidern, Müdigkeit, leichtem Frieren, kalten Extremitäten, Depressionen, chronischer Verstopfung, Gewichtszunahme und Appetitlosigkeit äußern.

Schilddrüsenhormone steuern die Körpertemperatur, Stoffwechselprozesse, Fettabbau und vieles andere.

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Die Nachwuchsschmiede: LH und FSH nennen sich die Hormone, die maßgeblich an der Entwicklung gesunder Spermien im Hoden beteiligt sind. Gebildet werden sie in der Hirnanhangdüse, auch Hypophyse genannt. Dabei kommt dem FSH als folikelstimulierendem Hormon die Aufgabe zu, die Reifung der Spermien in den Hodenkanälen zu steuern. Das LH hingegen sorgt dafür, dass sich vermehrt das männliche Hormon Testosteron bildet. Es ist allerdings auch an der Reifung der Samenfäden im Hoden beteiligt.

Bei der Frau ist es in Verbindung mit dem folikelstimulierenden Hormon FSH für die Regulierung des Monatszyklus der Frau zuständig. Es löst bei ihr den Eisprung aus.

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Die Babywiege: Progesteron heißt das Hormon, das für einen natürlichen Monatszyklus bei der Frau verantwortlich ist und zudem sicherstellt, dass eine Schwangerschaft glücklich verläuft. Gebildet wird dieser auch Gelbkörperhormon genannte Gestagen in den Eierstöcken. In den Anfängen einer Schwangerschaft sorgt es dafür, dass sich der Embryo in der Gebärmutter einnistet, indem es die durch Östrogene vorbereitete Gebärmutterschleimhaut so beeinflusst, dass ein befruchtetes Ei dort andocken kann.

Ist der Progesteronspiegel einer Frau zu niedrig, kommt es in den ersten zwölf Wochen zu einer Fehlgeburt oder im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zu Schmierblutungen und Blutungsstörungen.


Den Östrogenen ähnlich hat auch das Progesteron eine breite Wirkung auf andere Organsysteme. Es unterstützt die Neubildung von Knochensubstanz, wirkt aber auch auf den Darm und die Blutgefäße. Zudem wirkt es direkt auf das Gehirn – es beruhigt oder macht sogar etwas müde. Besonders bemerken das schwangere Frauen. Durch ihren hohen Progesteronspiegel fühlen sie sich vor allem in den ersten Wochen einer Schwangerschaft häufig sehr müde. Zudem gilt es als Schutzhormon in Sachen Brust- und Gebärmutterkrebs. Während der Wechseljahre sinkt der Spiegel an Gelbkörperhormonen deutlich ab.

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Der Regulator: TSH ist ein in der Hirnanhangdrüse produziertes Hormon, das die Schilddrüse stimuliert. Am TSH-Wert kann man ablesen, ob das schmetterlingsförmige Organ im Hals ausreichend Hormone produziert. Eine niedrige TSH-Blutserumkonzentration deutet auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin. Ein hoher Wert ist Anhaltspunkt für eine Unterfunktion des Organs. Bei Erwachsenen liegt der normale TSH-Wert im Blut etwa zwischen 0,40 und 2,5 mU/l. Er kann je nach Alter schwanken.

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Die Wohlfühlhormone: Trijodthyronin (T3) und L-Thyroxin (T4, Levothyroxin) sind Schilddrüsenhormone, die im Blutkreislauf zum größten Teil an Bluteiweiße gebunden sind. Nur ein winziger Bruchteil dieser beiden Hormone kommt in freier Form vor und nur dieser kleine Teil kann auf den Körper und die Organe wirken. Aus diesem Grund wird bei dem Check der Schilddrüsenhormone auch normalerweise nach dem freien Hormon geschaut. Kenntlich machen Arzt und Labor dies durch ein „f“, das sie vor den Schilddrüsenwert schreiben.

Die beiden Hormone T3 und T4 erhöhen den Energieumsatz und passen den Körper somit an Kälte und Aktivität an, sind zuständig für den Sauerstoffverbrauch der Zellen, die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen, die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems und des Magen-Darm-Traktes, Wachstumsvorgänge sowie die geistige Entwicklung – bereits im Mutterleib und auch im Kindesalter.