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Übertragung per Blutkonserve
Alzheimer und Parkinson könnten ansteckend sein

Demenz: Acht Tipps für Angehörige
Demenz: Acht Tipps für Angehörige FOTO: Shutterstock/Ocskay Bence
München. Demenz, Schlaganfall, Schwindel - daran leiden in einer alternden Gesellschaft immer mehr Menschen. Wie sich jetzt zeigte, könnten Alzheimer und Parkinson sogar übertragbar sein - allerdings nicht bei normalem sozialen Kontakt.

Bei Alzheimer-Demenz und Parkinson können Neuromediziner ein Übertragungsrisiko bei bestimmten medizinischen Eingriffen nicht gänzlich ausschließen. Aus Tierversuchen gebe es Hinweise auf eine Übertragung der Krankheiten, sagte der Münchner Neuropathologe Armin Giese bei der Eröffnung der Neurowoche in München.

Verklumpte Eiweiße aus dem Gehirn von Parkinsonpatienten seien Affen gespritzt worden, bei denen anschließend ähnliche Veränderungen im Gehirn beobachtet worden seien. Allerdings schränkte Giese ein: "Es gibt derzeit keinen Hinweis, dass man sich mit Alzheimer oder Parkinson beim sozialen Kontakt oder bei der Pflege von Patienten anstecken kann." Mögliche Übertragungswege etwa bei Bluttransfusionen oder Hirnoperationen seien aber nicht vollständig geklärt.

Die Alzheimer-Demenz und Parkinson breiten sich im Gehirn offenbar wie ein Infektionskrankheit aus, wie Giese weiter berichtete. Die verklumpten Proteine lösen offensichtlich eine Kettenreaktion aus, die wie eine Lawine auf verschiedene Gehirnteile übergreift. Die Neuromedizin befasse sich derzeit intensiv mit der Frage, wie diese Kettenreaktion gestoppt werden kann. "Wenn es gelänge, diese Prozesse aufzuhalten, könnte das ein wichtiger Schritt zur Behandlung dieser bisher unheilbar fortschreitenden Erkrankung sein."

Giese gab zu bedenken, dass es bei Alzheimer-Demenz und Parkinson Parallelen zu den sogenannten Prionerkrankungen wie Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) und BSE gebe. Bei diesen sei die Übertragbarkeit erst spät nachgewiesen worden. Umso wichtiger sei es nun, der Frage bei Alzheimer und Parkinson verstärkt nachzugehen.

Bei dem größten deutschsprachigen Kongress der Neuromedizin befassen sich in München bis Freitag rund 7000 Fachleute aller neuromedizinischen Fachrichtungen mit den Herausforderungen der Zukunft. Der interdisziplinäre Ansatz berge eine große Chance für neue Impulse, sagte Kongresspräsident Wolfgang Oertel von der Klinik für Neurologie der Universität Marburg.

Themen sind etwa Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Epilepsien, Kopfschmerz oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Immer mehr Menschen leiden in der älter werdenden Gesellschaft an neurologischen Krankheiten von Demenz über Schlaganfall bis zu Schmerzerkrankungen und Schwindel. Die Zahl dieser Patienten stieg den Angaben zufolge allein in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent.

(dpa)
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