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Wellness
Die besten Massagen für Körper und Geist

Welcher Massage-Stil sich wofür eignet
Welcher Massage-Stil sich wofür eignet FOTO: Maksim Shmeljov /Shutterstock.com
München. In Spas und Wellnesseinrichtungen stehen oft ähnliche Anwendungen auf der Angebotsliste, darunter Hot Stone oder Fußmassage. Damit die Behandlung wirklich für Entspannung sorgt, muss man die passende finden - und Fachkräfte ranlassen.

Der Raum ist in schummriges Licht getaucht, der Körper liegt auf einer Liege mit vorgewärmten Handtüchern, Hände streichen über den müden Rücken - und die Seele segelt in den Entspannungsmodus. Am bekanntesten ist die klassische medizinische Massage. In Spas heißt sie oft Schwedische Massage. Dabei sollen gezielte Griffe, Kneten und Streichen Schmerzen lindern. Dies gehört - wie die meisten Anwendungen - in die Hände von Fachkräften wie ausgebildeten Masseuren.

"Man kann mit ihm absprechen, ob man lieber eine starke oder leichtere Massage wünscht", sagt Kosmetikerin Angelika Baur-Schermbach, Inhaberin eines Day Spas in München. Tut die Behandlung weh, sollte der Kunde sofort Bescheid geben. "Man sollte auf keinen Fall etwas aushalten, das führt zu Anspannung und noch mehr Schmerzen", sagt Frank Quast vom Verband Physikalische Therapie in Hamburg. Auch kann man darum bitten, dass die Partien, die in dem Moment zwicken, besondere Beachtung finden. Allerdings: "Wer Probleme mit der Bandscheibe hatte oder hat, sollte keine Massage buchen", sagt Quast. "Die Probleme können nämlich wieder auftreten oder sich verstärken."

Die zehn größten Rücken-Irrtümer FOTO: shutterstock/ Sofi photo

Oft wird die klassische Massage als Aromaöl-Massage angeboten. Dabei kommen duftende Öle zum Einsatz, die anregend oder beruhigend wirken sollen. Wer empfindliche Haut hat oder rasch Ausschlag bekommt, sollte dem Behandler Bescheid geben. Baur-Schermbach: "Dann kann man ein hyperallergenes Öl nehmen."

Ein Duft der besonderen Art ist auch bei einer anderen Wellnessmassage gefragt: der nach Schokolade. Bei der Hot Chocolate Massage wird das Gemisch aus Sheabutter, Kakaobutter und Schokolade in langen, sanften Bewegungen auf den Rücken aufgetragen. Die Inhaltsstoffe sollen die Haut zart machen und die Sinne verwöhnen - hier geht es um das sinnliche Erlebnis, weniger um das Lösen von Verspannungen.

Warum bei der Hot Stone Massage Vorsicht geboten ist

Eine heiße Angelegenheit ist die Hot Stone Massage. Dabei werden Lava-Steine aufgewärmt, die die Wärme lange speichern. Der Kunde legt sich auf die Steine, dreht sich auf den Bauch, die Steine werden ihm in die Handflächen und Fußsohlen gelegt, wo viele Nervenenden zusammenlaufen. Auch wird mit den Steinen massiert. "Die Anwendung geht tief ins Gewebe", sagt Baur-Schermbach.

Doch wer eine sehr dünne oder schlecht durchblutete Haut hat, sollte keine Hot Stone Massage wählen, rät Baur-Schermbach. Ein guter Therapeut erkundige sich immer wieder, ob es dem Kunden angenehm ist. Auch werden die Steine entlang der Wirbelsäule gelegt. Bei dem Gedanken zieht Frank Quast die Augenbraue hoch - denn entlang der Wirbelsäule verlaufe der Grenzstrang, ein Nervengewebe des vegetativen Nervensystems. Heiße Steine könnten dieses beeinflussen.
Das muss keine dramatischen Auswirkungen haben, doch der Kreislauf kann schlingern, man kann sich schlapp und unwohl fühlen.

"Kälte- und Wärmereize gehören zur Naturheilkunde und sind sinnvoll", sagt Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband in Düsseldorf. "Doch es wird vor einer Hot Stone Massage nicht geprüft, ob ein Mensch gerade besser auf Kälte oder Wärme reagiert." Es gebe Thermo-Typen - der eine braucht Wärme, der andere reagiert besser auf einen Kältereiz. "Wie Wärme und Kälte wo Wirkungen haben, ist noch zu wenig bekannt." Wer hohen oder niedrigen Blutdruck hat, sollte die Hot Stone Massage definitiv nicht wählen.

Lomi Lomi - hawaiianisch anders

Rezepte: So machen Sie aus Kräutern Badezusatz, Bonbons und Butter FOTO: Shutterstock.com/ lola1960

Wer eine "außergewöhnlich sinnliche Erfahrung" machen möchte, ist bei der Anwendung namens Lomi Lomi genau richtig, wie Hertel sagt. Sie stammt aus der alten hawaiianischen Heilkunst, ist eher spirituell und soll Körper, Seele und Geist in Einklang bringen sowie Blockaden lösen, beschreibt es Baur-Schermbach.

Der Therapeut bewegt sich zu hawaiianischer Musik um den Kunden herum, behandelt den ganzen Körper mit weichen Streichungen sowie sanften Griffen und setzt dabei nicht nur die Hände ein, sondern auch Arm und Oberarm. "Dabei wird auch über die Brüste gestrichen und auch zwischen den Beinen an den Innenseiten der Oberschenkel berührt", erklärt die Kosmetikerin. "Es ist recht intim, aber überhaupt nicht sexuell." Doch das muss man wissen und sich fallen lassen können, wenn man eine solche Behandlung genießen möchte.

Das kann Fußreflexzonenmassage

Wer seinen Füßen etwas gönnen will, begeistert sich wahrscheinlich für eine Fußreflexzonenmassage. Doch Vorsicht: Nur approbierte Ärzte und Heilpraktiker dürfen sie vornehmen, denn gezielter Druck wirkt sich auf den Körper aus. Nennt sich das Angebot Fußmassage oder Fußrelaxmassage, geht es nicht um Druckpunkte, sondern um sanfte Entspannungsgriffe. "Wenn man merkt, dass gezielt gedrückt wird, sollte man den Therapeuten fragen, was er erreichen möchte", so Hertel. Die zweite Frage sollte die nach der Approbation sein. Denn Auswirkungen soll eine Wellnessmassage natürlich haben - aber nur positive.

(dpa)
 
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