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Rücken-, Bauch- oder Seitenlage
Das ist die beste Schlafposition

Das sagt Ihre Schlafposition über Sie aus
Das sagt Ihre Schlafposition über Sie aus FOTO: Shutterstock.com/ Twin Design
Köln/Düsseldorf. Rücken, Bauch oder Seite – das ist hier die Frage. Was ist Ihre liebste Schlafposition? Warum die nicht unbedingt die beste sein muss und warum sie Magenbeschwerden, Rücken- oder Nackenschmerzen auslöst und Sie sogar vorzeitig altern lässt, erfahren Sie hier. Von Tanja Walter

Nach einem vollgepackten oder aufwühlenden Tag ist die Sehnsucht nach erholsamem Schlaf am größten. Doch nicht jede Schlafposition eignet sich für jeden Menschen gleich gut. Wer sich falsch bettet, provoziert Erkrankungen oder verstärkt bestehende Probleme wie solche an Gelenken.

  1. Rückenlage

    Bei Entspannungsübungen wie Autogenem Training ist die Rückenlage die bevorzugte Lagerung. Die Arme werden locker neben den Körper gelegt, die Füße fallen entspannt nach außen. Mancher wählt diese Position auch zum Einschlummern, weil er so Rücken und Schultern gut entspannen kann. Auch wer häufiger unter Gelenkbeschwerden leidet, findet so am besten in den Schlaf, denn er verteilt auf diese Art und Weise sein Gewicht gleichmäßig auf der Matratze und entlastet so die schmerzenden Gelenke.

    Schnarcher Allerdings ist die Rückenlage nicht für jeden geeignet. Schlafforscher erklären sie für Schnarcher als tabu. Denn in Rückenposition kann es zum gefürchteten und auch gefährlichen Aussetzen der Atmung kommen. Die Zunge fällt durch die Rückenlage unbemerkt in den Rachen und verengt die Atemwege. Dadurch kann es zu Aussetzern von einer Minute und  länger kommen. Weder für Herz noch für Hirn ist die kurzzeitig versiegende Sauerstoffversorgung gut.
    "Anatomische Faktoren wie Übergewicht oder ein schmales Mittelgesicht und ein zurückliegendes Kinn begünstigen diese Problematik", sagt Dr. Alfred Wiater, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung.

    Verhindern kann man die Rückenlage durch verschiedene Materialien, die rückseitig in den Schlafanzug eingenäht ein Umdrehen verhindern. Neben speziellen Westen sollen auch nach hinten aufgepolsterte Keile die Rückenlage unmöglich machen. Wer solche Hilfen nicht zur Hand hat, kann sich alternativ mit einem höheren Kopfkissen im Rücken behelfen, damit er sich im Schlaf nicht versehentlich auf den Rücken zurückwälzt oder es mit dem Einnähen eines Tennisballs versuchen.

    Schwangere Gefährlich werden kann die Rückenlage auch für Babys im Mutterleib. Denn bei Schwangeren verursacht sie mitunter Herz-Kreislaufprobleme, weil das ganze Gewicht der Gebärmutter auf dem Rücken und der unteren Hohlvene lastet. Dadurch kann die Sauerstoffversorgung zum Ungeborenen beeinträchtigt werden. Denn auch die Plazenta wird in dieser Stellung schlechter durchblutet. Was sich bei der Mutter durch ein flaues Gefühl und Schwindel bemerkbar macht, kann beim Fötus zum Abfall der Herztöne führen. Ein Lagerungswechsel behebt das Problem schnell wieder.

    Babys Für Säuglinge ist nach vielen Studien unbestritten, dass die Rückenlage für sie die beste Schlafposition ist. Seitdem es diese Empfehlung Seitens der Hebammen und Kinderärzte gibt, ist durch diese Lage die Zahl der plötzlichen Säuglingstode um 80 Prozent zurückgegangen. In Bauchlage ist das Risiko für den plötzlichen und noch immer nicht vollkommen geklärten Säuglingstod um das Zehnfache erhöht, in Seitenlage um das Dreifache.
     
  2. Bauchlage

    Sie gilt in beinahe jeder Hinsicht als No-Go. Meist biegt sich der Rücken in dieser Lage ins Hohlkreuz. So sorgt eine entspannt gedacht Nacht für stechende Schmerzen im Rücken beim Erwachen. Und damit nicht genug: Auch Nackenschmerzen können sich bemerkbar machen, wenn der Kopf in dieser Lage ungünstig liegt und verspannt. So schnell wird man den nächtens gewachsenen Stiernacken dann nicht mehr los.

    Falten Außerdem lässt einen die Bauchlage ganz schön alt aussehen. Ähnlich wie auch in Seitenlage bügeln sich Schlaflinien, die auch als "Sleep-Lines" bekannt sind ins Gesicht. Wer gerne in einer dieser Positionen nächtigt, der graviert die Linien, die zusätzlich auf Gesicht und Hals erscheinen können geradezu in seine Haut. Sitzend auf einem Stuhl schlafen müssen Schönheitsbewusste dennoch nicht. Die American Academy of Dermatology empfiehlt ihnen eher die Rückenlage.

    Zähneknirscher Nachteil beim Schlafen auf dem Bauch ist zudem, dass in dieser Position eher mit den Zähnen geknirscht wird. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hin. Ebenso wie auch in der Seitenlage, kann in dieser Haltung der Kiefer nach vorne gedrängt oder durch einseitigen Druck ungünstig belastet werden. Dadurch erhöht sich der Durck auf die Zähne. Zahn- und Kieferexperten raten darum Knirschern zur Rückenlage. Sie entlastet Kaumuskulatur und Kiefergelenke.
     
  3. Seitenlage

    Am besten schneidet nach Wiaters Einschätzung hingegen die Schlummerposition ab, in der sich die meisten Menschen sich ohnehin gerne betten: die Seitenlage. Wer sich vor dem Einschlafen gerne auf die Seite rollt, sollte jedoch eher die linke Seite nehmen.

    Sodbrennen "Sie ist besonders für Schwangere und Menschen, die zu Sodbrennen neigen, zu empfehlen", so der Mediziner. Denn Untersuchungen zeigen, dass Rechtsschläfer doppelt so häufig unter nächtlichen Säureattacken leiden wie Menschen, die auf der linken Seite schlafen. Erklären lässt sich das durch die Lage des Magens. Sie erschwert das Eindringen des Magensafts in die Speiseröhre.

    Schwangere Für Schwangere wird diese Position empfohlen, seitdem es nach einer neuseeländischen Kohorten-Studie Hinweise darauf gab, dass Frauen, die in anderer Lage schlafen die Zahl der Totgeburten im letzten Schwangerschaftsdrittel höher war. Außerdem kann in dieser Zeit die mittlerweile das Schlafen auf der rechten Seite zu Schmerzen am Rippenbogen führen. Die die Gebärmutter ist dann so groß, dass sie Druck gegen die Rippen verursacht und demzufolge die Beschwerden. Ein Seitenwechsel kann das Problem beheben.
     
  4. Fötalposition

    Schlafen wie ein Baby möchte mancher nicht nur gern, sondern er macht es auch gleich. Auf der Seite eingerollt wie ein Säugling, die Beine umfassend empfinden es einige als entspannend. Problem an dieser Position: Die Atmung wird durch das Zusammendrücken des Brustkorbs erschwert und der Rücken stark gebogen. Auch hier drohen nach dem Aufwachen ein schmerzender Rücken und der unerwünschte "Stiernacken". Der bringt für manchen zum Frühstück gleich Kopfschmerzen.

    Darum gilt hier: Probieren Sie lieber aus, ob sich die Wirbelsäule und damit auch Sie selbst in weniger eingekugelter Liegeweise nicht auf Dauer wohler fühlen. Optimal ist laut Schlafexperten Dr. Alfred Wiater eine Seitenposition, in der die Wirbelsäule waagerecht liegt. Entscheidend sei dabei, wie tief man in die Matratze einsinke. Wenn die Wirbelsäule bogenförmig positioniert ist, dann ist das schlecht für den Rücken.

    Schlafequipement Neben dem Kissen kann man auch in Sachen Lattenrost experimentieren, wenn die Nächte immer wieder zur Qual werden. Damit aber die Diskussion um die rechte Lage nicht vor dem Einschlafen schon zum Kopfkrampf wird, entschärft Schlafexperte Wiater die Lage. "Bei aller Diskussion um die Schlafposition müssen wir uns vergegenwärtigen, dass wir alle mehrfach in der Nacht unsere Schlafposition ändern. Beeinflussen können wir nur die Positionen, die wir im Wachzustand als erste Einnehmen. Diese kann mit der Zeit zur geschätzten Lieblingsposition werden von der aus wir ins Land der Träume schweben.
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