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Erste Hilfe bei Hühneraugen & Co
So werden die Füße sommerfit

Füße sommertauglich machen - Erste Hilfe bei Hühneraugen & Co
Fuß zu zeigen, gehört im Sommer dazu. Aber oftmals muss dafür erst Vorarbeit gegen Schwielen und Hühneraugen geleistet werden. FOTO: Shutterstock.com/ racorn
Düsseldorf. An die Luft mit den Füßen, der Sommer ist da. Aber sind die überhaupt schon sommertauglich? Wer in der Urlaubs-Flip-Flop-Saison mit schönen Füßen strahlen will, der erfährt hier, was er gegen die häufigsten Fußkrankheiten tun kann und wie Hühneraugen, Warzen oder Blasen möglichst schnell verschwinden. Von Tanja Walter
  • Dicke Blasen

Extra für den Urlaub mussten noch ein paar peppige Sneakers her. Doch die drücken beim Einlaufen so sehr an der Ferse, dass sich eine schmerzende Blase gebildet hat. Ärger machen kann auch ein Sandalenriemchen, dass scheuert oder Wanderschuhe, die noch nicht eingelaufen sind.

So entstehen sie

Es rubbelt und schubbelt bei jedem Schritt und trägt Hautschicht für Hautschicht ab. Schon nach kurzer Zeit spürt man die Druckstelle an Ferse oder Zehen, manchmal auch unter den Ballen. Der Körper wehrt sich gegen heftigen Druck oder Reibung mit einer Vorsorgestrategie. Er sorgt für ein Schutzpolster zwischen dem äußeren Störfaktor und der Haut. Die oberste Hautschicht löst sich von der darunterliegenden ab und der Hohlraum pumpt sich mit Flüssigkeiten zum schützenden Polster auf. Das aber schmerzt furchtbar und macht das Gehen zur Qual. Wer trotzdem weiterläuft, riskiert, dass die Blase platzt und das Gewebe offen liegt.

Das kann man dagegen tun

Auf keine Fall sollten Sie sie aufstechen. Durch das Eröffnen der Blase kann sich darunter liegende Gewebe entzünden. Schützen Sie die Stelle mit einem Pflaster. In Drogeriemärkten bekommt man sogar spezielle Blasenpflaster. Diese lindern den Druck durch ein spezielles, feuchtes Wundheilungsmilieu, das sogenannte Hydrokolloid-System und lassen entstandene Blasen schneller abheilen.Die Blase sollte abgedeckt bleiben, bis sie richtig abgeheilt ist. Vorsicht, wenn sie sich öffnet und noch keine neue Hautschicht darunter liegt. Die offene Wundfläche ist anfällig für Infektionen. Desinfizieren Sie sie regelmäßig und decken Sie die Fläche ab.

So beugen Sie vor

Blasenpflaster kann man auch vorbeugend nutzen. Besser aber ist es, seine Schuhe nochmals kritisch zu beäugen und kategorisch die auszusortieren, bei denen man das Gefühl hat, dass sie drücken. Neue Schuhe sollte man nicht beim ersten großen Ausflug einlaufen, sondern schon vorher hin und wieder tragen. Druckstellen wie sie schon mal an den Fersen auftreten kann man mit speziellen Schuhpflegemitteln bearbeiten und den Schuh vor dem ersten Tragen weiten. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass das neue Fußkleid an sich passt. Was sonst mit einer harmlosen wenn auch schmerzhaften Blase endet, kann auf Dauer bleibende Fußschäden verursachen.

  • Hühneraugen

Das sieht nicht nur unschön aus, sondern schmerzt: Hühneraugen nennen sich die meist gelblich verfärbten Knubbel, die sich bevorzugt auf Zehgelenken oder dort bilden, wo die Fußknochen etwas vorstehen und der Schuh drückt.

So entstehen sie

Durch die dauerhafte Druckbelastung bilden sich an der betroffenen Stelle immer neue Hornhautschichten, die schließlich die Verdickung ergeben, die erst recht drückt. Sie zeigen sich deutlich nach außen, wachsen aber mit der Zeit bei bleibender Beanspruchung auch zapfenförmig nach innen und verstärken so die Haut, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen. Leider drücken sie dann im Schuh erst recht so sehr auf den Nerv, dass das gehen zur Qual wird.

Das kann man dagegen tun

Raus aus den zu engen Schuhen. Bei Hühneraugen muss dringend Druckentlastung her, will man das Problem lösen. Bei kleineren und frisch entstandenen Hühneraugen kann man versuchen, das Problem selbst mit speziellen Pflastern oder Lotionen für Hühneraugen zu lösen. Diese enthalten in der Regel Salicylsäure. Diese löst die oberen Hautschichten an, so dass diese sich nach einigen Stunden oder Tagen zunächst in einem warmen Fußbad aufweichen und dann vorsichtig abtragen lassen.

Wer in der Anwendung unsicher ist oder das Problem schon länger mit sich herumträgt, sollte sich einem Podologen, also Fußpfleger anvertrauen.

So beugen Sie vor

Achten Sie besonders beim Tragen neuer Schuhe genau auf rote Druckpunkte, die plötzlich an den Füßen aufblinken. Ist das der Fall, haben Sie die Schuhe nicht passend gekauft. Besser ist es dann, sich nach einem alternativen Fußkleid umzusehen. Wichtig ist, dass Sie gleich auf eine gewisse Zehenfreiheit achten.

  • Warzen 

Sie werden häufig mit Hühneraugen verwechselt, denn ähnlich den Hühneraugen haben sie einen verdickten Mittelpunk und wachsen nach innen. Unter den Füßen finden sich meistens sogenannte Dornwarzen. Meist haben sie in der Mitte einen dunklen Punkt, der durch eine kleine Einblutung entsteht. In manchen Fällen kann diese Einblutung auch größer sein. Die Warze nimmt dann insgesamt eine dunkle Färbung an.

So entstehen sie

Anders aber als Hühneraugen entstehen Dornwarzen wie auch andere Warzenarten durch Viren und zwar den humanen Papillomavirus (HPV). Diesen kann man sich ähnlich wie auch Fußpilz durch das barfußlaufen an öffentlichen Orten einfangen. In feuchten Schwimmbädern und Saunen fühlen sich die HP-Viren besonders wohl. Sie werden aber auch über infizierte Scheren, Feilen oder durch Haut zu Haut übertragen.

Denn dummer Weise sind Warzen sehr ansteckend und sollten aus diesem Grund gleich behandelt werden, wenn man sie entdeckt. Besonders Menschen mit nicht intakter Haut wie Neurodermitiker oder Personen mit Ekzemen sollten sich in Acht nehmen. Benachteiligt sind daneben zudem Raucher und Kinder, denn beide haben von Natur aus ein schlappes Immunsystem.

Das kann man dagegen tun

In der Apotheke gibt es frei verkäuflich Tinkturen oder Pflaster, die Salicylsäure enthalten. Mit diesen kann man in regelmäßigen Abständen die Warze betupfen, die Pflaster bleiben einfach für einige Tage auf der Stelle kleben und geben den Wirkstoff frei. So löst sich dann Hautschicht für Hautschicht ab. Allerdings braucht das Geduld, denn Dornwarzen wachsen zylinderförmig nach innen. Sechs bis acht Wochen können da vergehen, bis der Fuß wieder warzenfrei ist.

Daneben gibt es Mittel mit Monochloressigsäure. Sie bewirken dasgleiche, müssen allerdings seltener aufgetragen werden. Als letzte Möglichkeit kommt eine Kälteanwendung in Frage. Mit dem in Apotheken erhältlichen Set wird die Warze mit bis zu 57 Grad Celsius vereist, wie es auch Ärzte machen. Die Warze löst sich dann nach einigen Tagen ab. Bei Dornwarzen können mehrere Behandlungen notwendig sein, denn sie wachsen so tief in den Fuß ein, dass zunächst nur die obersten Hornschichten von den Mitteln erreicht werden.

Nicht in Frage kommt das für Diabetiker oder Menschen mit Wundheilungsstörungen. Beide gehören mit solchen Problemen zum Dermatologen oder Hausarzt.

So beugen Sie vor

Benutzen Sie in Schwimmbädern, Hotels, Turnhallen und Saunen Badelatschen. So vermeiden Sie den Kontakt mit den auslösenden Viren weitestgehend. Achten Sie auf ein trockenes Millieu an den Füßen. Trockenen Sie vor allem die Zehenzwischenräume nach dem Schwimmen gut ab und vermeiden sie Schweißfüße. Denn Feuchtigkeit weicht die schützende Hornschicht auf und macht es so Viren ganz leicht einzudringen. Ein gut trainiertes Immunsystem hilft ebenfalls bei der Warzenabwehr. Das gilt nicht nur bei Dornwarzen, sondern auch anderen Warzenarten gleichermaßen.

  • Hornhaut und Schrunden

So entstehen sie: Sind Sie weit gelaufen oder haben unbequemes Schuhwerk an. Reibung und Druck erzeugt auch Hornhaut. Anders als beim Hühnerauge verdickt sich die Haut allerdings über ein größeres Areal gleichmäßig, bis die Haut gelblich schimmert oder rissig und schrundig ist. Denn die Belastung von außen sorgt für eine Vermehrung der Hornzellen. Diese Reaktion ist eine Schutzwirkung des Körpers vor Hautverletzungen.Schmerzen verursacht der Druck, den die Schwiele auf den darunterliegenden Knochen ausübt.

Das kann man dagegen tun

Schuhe die reiben sind nicht die richtige Wahl. Sie provozieren dieses Problem. In andere zu schlüpfen, löst das Phänomen manchmal mit der Zeit von alleine. Wenn nicht, dann können Sie im Drogeriemarkt einen Bimsstein erwerben. Dieser hilft nach einem Fußbad, nach dem Bad oder unter der Dusche eingeweichte Hornschichten einfach wegzurubbeln. In hartnäckigeren Fällen kann eine Hornhautraspel nötig sein oder Cremes mit Salicylsäure den Prozess beschleunigen. Wer unsicher ist oder nach einigen Tagen trotzSelbsthilfemaßnahmen keine Besserung feststellt, der sollte zum Spezialisten. Das kann der Fußpfleger sein oder auch der Ahutarzt. Denn hartnäckige Hühneraugen müssen manchmal vom Mediziner entfernt werden. Diabetiker und dauerhaft Fußkranke sollten in jedem Fall dort Rat suchen. 

So beugen Sie vor

Besonders in den Sommermonaten heißt es: Raus aus den Schuhen. Das gehen auf Sand fördert eine natürliche Abtragung. Danach aber sollten Sie den Treten eine wohltuende und feuchtigkeitsspendende Pflege gönnen. Urea hilft bei sehr trockenen und rissigen Füßen, denn der enthaltene Harnstoff hilft der Haut Feuchtigkeit zu speichern.

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