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Gesundheit am Arbeitsplatz
Der Erkältungs-Knigge fürs Büro
Krank im Büro - Zehn Regeln
Krank im Büro - Zehn Regeln FOTO: dpa, Kai Remmers
Düsseldorf. Das kollektive Schniefen am Arbeitsplatz ist besonders in den Wintermonaten ein weitverbreitetes Phänomen. Doch wer sich mit dickem Kopf und triefender Nase ins Büro schleppt, schadet nicht nur der eigenen Gesundheit: Im Kontakt mit Kollegen und Kunden ist Rücksicht geboten. Von Maike Knorre

Die Anzeichen einer einfachen Erkältung sind meistens die gleichen: Gliederschmerzen, ein Kratzen im Hals, der Kopf ist wie in Watte gepackt. Anders als die von jetzt auf gleich einsetzende Grippe, kündigt sich eine Erkältung langsam an. Wer sich schon beim Aufstehen schlapp und kraftlos fühlt, sollte ohne Weiteres zum Telefon greifen und sich beim Arbeitgeber krank melden. Nicht aber die Zähne zusammen beißen und sich ins Büro quälen.

Dr. Christoph Specht, Hausarzt von RP Online, warnt: "Eine Virus-Erkrankung ist Schwerstarbeit für den Körper. Er produziert bei hoher Temperatur bis zu 2000 Antikörper in der Sekunde – wer da nicht langsam macht, kann lebensbedrohliche Herzklappenschäden davontragen." Die effektivste Maßnahme: Zu Hause bleiben und ins Bett legen. Erst wer wieder vollkommen auskuriert ist, kann produktiv arbeiten und stellt keine Gefahr mehr für die Menschen im Arbeitsumfeld dar.

Mit Händewaschen vorbeugen

Doch bereits im Voraus lässt sich das Ansteckungsrisiko vermindern – durch simples Händewaschen. Die Hände als Kontaktflächen sind Hauptüberträger von Bakterien und Grippe-Vieren. Bis zu 17 Tage halten sich diese auf Oberflächen von Türgriff, Einkaufswagen und der Tastatur. Wer nicht mindestens 30 Sekunden lang mit Wasser und Seife die Handinnen- und Außenflächen säubert, wäscht sich laut Dr. Specht nicht richtig die Hände. In der Grippesaison sei dies bis zu 20 Mal am Tag ratsam.

Was aber tun, wenn die Erkältung (noch) nicht ans Bett fesselt und die Arbeit erledigt werden will? Hustenattacken und eine laufende Nase im Büro lassen sich nicht immer vermeiden. Zum Naseputzen dennoch lieber vor die Tür gehen – ansonsten versuchen, die Nase mit einem Papiertaschentuch ohne großes Schnäuzen abzutupfen. Benutze Taschentücher gehören besser in geschlossene Mülleimer, nicht in den offenen Papierkorb. Ist das Kribbeln in der Nase nicht zu unterdrücken, in die Armbeuge niesen und nicht wie in Kindertagen gelernt in die Hände. Ebenso wie beim verdeckten Husten setzen sich die Vieren auf den Handflächen ab – und beim nächsten Händeschütteln auch auf denen des Gesprächspartners. Alternativ gibt man nicht die Hand, sondern entschuldigt sich mit der Erkältung.

Die oft unklare Etikette-Frage, ob beim Niesen "Entschuldigung" oder "Gesundheit" gesagt werden muss, ist Interpretationssache. Ob eine Entschuldigung für einen natürlichen Reiz notwendig ist oder nicht, sei dahingestellt. Ebenso das Wünschen von Gesundheit für den Niesenden: Während die einen sagen, es mache das Gegenüber auf eine Schwäche aufmerksam, finden andere es einfach nur höflich. Wie dem auch sei, bei vielen aufeinanderfolgenden Niesern ist weder das eine noch das andere erforderlich.

Artztermine während der Arbeitszeit ungünstig

Wer dennoch flach liegt, muss sich keine Sorgen machen. Die ersten sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber den Lohn fort, danach übernimmt die Krankenkasse. Ein Krankenschein, richtig bezeichnet als Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, ist ab dem vierten Tag gesetzlich vorgeschrieben. Es sei denn, der Vorgesetzte ordnet ausdrücklich etwas anderes an, weiß Dr. Specht. Ein Arztbesuch während der Arbeitszeit ist prinzipiell möglich, von den meisten Arbeitgebern jedoch nicht gerne gesehen. "Ist das Anliegen akut, kann ein Mediziner immer aufgesucht werden. Ist der Termin planbar, legt man ihn nach Möglichkeiten in die Freizeit", rät der Hausarzt von RP Online.

Wer sich zu Hause wieder auskuriert hat, sollte es beim Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag nicht übertreiben. Übergangsweise von zu Hause aus zu arbeiten, bietet sich hier an.

Quelle: anch/sap
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