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Gesundheit
Alles Wichtige zur Grippeschutzimpfung

Video: Wann eine Grippe lebensgefährlich werden kann
Wer eine schwere Grippe vermeiden möchte, sollte sich tunlichst in diesen Wochen impfen lassen. Wichtiger Grund: Wer selbst geimpft ist, kann auch keine anderen anstecken. Von Wolfram Goertz

Im ewigen Kalender des menschlichen Gesundheitsdenkens sind diese Monate immer noch nicht angekommen. Jahr um Jahr müssen die Leute daran erinnert werden, dass Oktober und November die beste Zeit für die Grippeimpfung sind. Jetzt nämlich kann man noch vor der Grippewelle, die meistens im Januar losbricht, einen Schutz aufbauen. Vereinzelt werden auch in diesen Tagen schon Influenza-Fälle gemeldet. Für bestimmte Risikogruppen wird die Impfung gegen das Influenza-Virus ausdrücklich empfohlen. Hier die wichtigsten Informationen zur Grippeschutzimpfung.

Video: Die wichtigsten Fakten zur Grippeimpfung

Wie erkenne ich den Beginn einer Grippe?

Eine Grippe dauert meist nur wenige Tage, aber sie ist nicht ungefährlich. Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Erkältung kündigt sie sich nicht allmählich an, sondern setzt meist sehr plötzlich ein. Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohes Fieber sind typische Symptome. Bei den meisten Menschen ist das Immunsystem stark genug, um mit einer Grippe fertig zu werden. Nach einer Woche Bettruhe ist die Krankheit in den meisten Fällen überstanden.

Bei Menschen mit schwachem Immunsystem oder älteren Menschen kann die Virusgrippe jedoch auch einen schwereren Verlauf nehmen. Im schlimmsten Fall verläuft sie sogar tödlich. Hier kann eine Grippeimpfung helfen - sie wird jedoch nicht allen Menschen empfohlen.

So kann man eine Grippe abwenden

Wer sollte sich impfen lassen?

Zu den Menschen, denen besonders zu einer Grippeimpfung zu raten ist, gehören laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) alle über 60-Jährigen. Außerdem schließt die Risikogruppe Menschen mit chronischen Krankheiten oder mit schwachem Immunsystem sowie Säuglinge und Kleinkinder ein. Auch für Schwangere ab dem dritten Monat empfiehlt die Stiko die Grippeimpfung.

Unabhängig von Alter und Gesundheitszustand sind auch Menschen mit vielen täglichen Personenkontakten besonders ansteckungsgefährdet. Dazu gehören Lehrer, Erzieher und Menschen, die in Kliniken arbeiten. Außerdem wird Bewohnern von Pflege- oder Altersheimen eine Impfung empfohlen. Für all diese Risikogruppen tragen die Krankenkassen die Kosten der Impfung. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie infiziert werden und das Virus weitergeben, obwohl sie selbst nicht erkranken.

Wer sollte sich nicht gegen Grippe impfen lassen?

Unter bestimmten Umständen wird von einer Impfung sogar abgeraten. Sollten Sie etwa eine Allergie gegen bestimmte Bestandteile des Impfstoffes haben, ist es ratsam, auf die Grippeimpfung zu verzichten. Klären Sie auch dies im Vorfeld mit Ihrem Arzt ab. Möglicherweise findet sich eine Alternative zum gängigen Impfstoff. Auch sollten Sie auf eine Impfung verzichten, wenn Sie bereits an einem akuten Infekt leiden, zum Beispiel eine Erkältung oder Fieber haben. Warten Sie in diesem Fall, bis Sie vollständig genesen sind und Ihr Immunsystem stark genug für den Impfstoff ist.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Ärzte empfehlen eine Grippeimpfung, bevor die Grippewelle richtig losgeht. Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, da die meisten Grippefälle im Januar und Februar auftreten. Bis der Impfschutz sich vollständig aufgebaut hat, benötigt der Körper etwa ein bis zwei Wochen. "Idealerweise lässt man sich deshalb im Oktober oder November impfen", empfiehlt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut in Berlin.

Die Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden, da sich das Grippevirus ständig verändert und der Impfstoff daran angepasst wird. Die Wirkung der Grippeimpfung hält etwa ein halbes Jahr an.

Welche Nebenwirkungen und Reaktionen können auftreten?

Das Ziel einer Impfung ist der Aufbau von Abwehrmechanismen im Körper. Hierzu werden die Krankheitserreger in abgeschwächter oder inaktivierter Form verabreicht. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, einen Schutz vor den eigentlichen Krankheitserregern aufzubauen.

Grippe oder Erkältung - das ist der Unterschied FOTO: dpa, Arno Burgi

Die gespritzten Krankheitserreger können zu leichten Reaktionen, aber auch zu Nebenwirkungen führen. Im schlimmsten Fall treten Erkältungssymptome auf, die allerdings nach ein bis zwei Tagen wieder abklingen. Außerdem kann es an der Einstichstelle zu Rötungen, Schmerzen oder Schwellungen kommen.

Wer bezahlt die Kosten einer Grippeschutzimpfung?

Wenn Sie zu jenen Risikogruppen gehören und gesetzlich versichert sind, übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten für die Grippeschutzimpfung. Für privat Versicherte gelten ähnliche Regelungen. Um sicher zu gehen, sollten Sie dies im Vorfeld mit Ihrem Versicherer abklären. Teilweise kommt der Arbeitgeber auch für die Kosten einer Grippeimpfung auf.

In jedem Fall soll in diesem Jahr das Problem gelöst werden, dass gesetzlich Krankenversicherten statt eines teureren, aber breiter wirksamen Vierfachimpfstoffs nur die preiswerteren Dreifachimpfstoffe angeboten würden. Dadurch konnte es zu problematischen Impflücken kommen. Die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe muss jedes Jahr an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst werden, weil sich die Eigenschaften der zirkulierenden Influenzaviren verändern. Das ist auch in diesem Jahr der Fall. Wie wirksam der neue Impfstoff ist, wird man allerdings erst in einigen Monaten sehen können.

Quelle: RP
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