Reizhusten
So werden Sie das quälende Jucken im Hals los

Viele Tipps für die Gesundheit: Das hilft bei Husten
Viele Tipps für die Gesundheit: Das hilft bei Husten FOTO: dpa, Mascha Brichta
Düsseldorf. Reizhusten ist nicht nur lästig, er ist auch anstrengend. Besonders nachts wird das quälende Jucken im Hals zur Belastungsprobe. Wer dann falsch hustet, schädigt seinen Körper um so mehr. Lesen Sie hier, wie sich der Reizhusten besänftigen lässt. Von Tanja Walter

Wie ein Fussel im Hals, fühlt es sich an. Es kratzt und kitzelt, bis der Husten kommt und dann so schnell nicht wieder geht. Mit den ersten Erkältungen, plagt viele ein nicht enden wollender Reizhusten. Der schüttelt besonders im Liegen erbarmungslos den Körper. Nach kurzer Zeit schmerzt nicht nur der Hals. Der Rachen brennt wie Feuer und oft verspannen sich zudem Nacken und Rücken unter den furchtbaren Hustenattacken.

Diese Halsschmerzen sind die ersten Zeichen einer Entzündung der oberen Atemwege. Eine Bronchitis beginnt auf diese Weise ebenso wie eine Kehlkopfentzündung. Auslöser der Symptome können aber auch erste Anzeichen von Lungenerkrankungen, Fremdkörper oder Nebenwirkungen von Medikamenten sein. In der Regel sind die Attacken allerdings lediglich dem Beginn einer Erkältung geschuldet, zu der sich auf Dauer Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen oder Räusperzwang hinzugesellen.

Tipps: Diese Erkältungsmittel kann man sich sparen FOTO: dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Ausgelöst wird das Jucken und Kratzen im Hals durch Viren, die die Schleimhäute der Atemwege attackieren. Sie werden zwar zu Beginn der Erkrankung noch abgewehrt, hinterlassen aber kleine Risse und Wunden in der schützenden Haut. Viele glauben in der Anfangsphase der Erkrankung, der Schleim im Rachen sitze zu fest. Tatsächlich aber bildet sich erst im späteren Verlauf der Erkältung Sekret im Hals. Die sonst nützliche Schutzreaktion des Körpers, sich von Fremdkörpern, Krankheitserregern und Schleim durch Husten zu befreien, funktioniert hier nicht. Wo nichts ist, kann man auch nichts abhusten. Man spricht deshalb auch von trockenem Husten. Unterdrücken können wir das elende Keuchen dennoch nicht, weil die entzündete und verletzte Schleimhaut so meldet, dass sie erkrankt ist.

Wirkungsvolle Tipps gegen das Kratzen im Hals 

Mediziner raten zu besonderer Vorsicht beim Husten, um einen Teufelskreis zu umgehen. Jeder heftige Hustenstoß setzt der geschädigten Innenhaut nämlich weiter zu. Sie bekommt Risse. Das quälende Bellen kann dann sogar chronisch werden. Solange der Husten unproduktiv ist, das heißt schleimlos, sollte man darauf achten, vorsichtig und leicht zu husten. Das gelingt am besten durch das Aufpusten der Backen, sobald der Reiz einsetzt. Durch die angestaute Luft bildt sich eine Barriere, die den Druck in den Bronchien abfedert und zudem dafür sorgt, dass die Schleimhäute nicht so heftig gegeneinanderprallen. Hilfreich außerdem: Atmen Sie möglichst tief in den Bauch und nicht nur oberflächlich in die Brust.

Heilende Kräuter aus Omas Apotheke FOTO: ddp

Neben diesem Selbsthilfeprogramm gibt es weitere Tricks, mit denen Sie die geschundenen Schleimhäute beruhigen. Patienten mit kratzigem Gefühl im Hals helfen oft Lutschpastillen, die befeuchtende Wirkung haben. Dazu zählen zum Beispiel solche, die Isländisch Moos, Spitzwegerich oder Malvenkraut beinhalten. Wichtig ist zudem, mindestens zwei Liter am Tag zu trinken. Das versorgt die oberen Atemwege mit der schleimhaut-besänftigenden Flüssigkeit. Zudem tut jetzt Wärme gut.

Hilfreich ist außerdem das Inhalieren oder Gurgeln mit Salzlösung. Die kann man entweder fertig in der Apotheke kaufen, oder sie selbst aus einem Teelöffel Salz auf einen kochenden Liter Wasser herstellen. Tees von schleimstoffhaltigen Pflanzen wie Eibischwurzel, Spitzwegerichkraut oder Malvenblüten schirmen die Hustenrezeptoren ab. Häufig werden sie in Mischungen mit Spitzwegerich, Thymian, Anis, Huflattich, Lindenblüten oder Efeublättern angeboten. Einen Esslöffel der beruhigenden Kräuter auf einen Liter Wasser geben, zehn Minuten ziehen lassen und dann mehrere Tassen über den Tag verteilt trinken.

Hustenstiller haben Nachteile

Fünf Fakten zu Bronchitis FOTO: dpa, Monique Wüstenhagen

Für Kranke, die sich für Tee nicht erwärmen können, gibt es diese pflanzlichen Wirkstoffe auch in verschiedenen Kombinationen als Sirup oder Hustensaft. Manchen hilft darüber hinaus ein Brustwickel mit Quark und Thymianöl oder möglichst heißen, zerquetschten Kartoffeln und kleinen Zwiebelwürfeln. Der Wickel wird mit einem Frotteetuch abgedeckt und kann die ganze Nacht über am Körper bleiben.

Ruhe suchen manche auch durch die Einnahme von Hustenstillern. Diese enthalten jedoch häufig Morphin-Formen und haben dadurch eine sedierende Wirkung. Einige stehen sogar in Verruf abhängig zu machen. Aus diesem Grund sollte man solche Mittel nicht länger als zwei Wochen lang einnehmen. Besser ist man laut einer Studie mit zwei Löffeln Honig vor dem Schlafengehen bedient. Die wirken effektiver als der chemische Hustenstiller. Über den Tag kann man sich mit Honigbonbons helfen. Die regen den Speichelfluss an und nehmen die Entzündung. So verschwindet das Kratzen im Hals und man ist bald wieder fit.

(wat)
 
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