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Haut-Ratgeber
Das hilft gegen große Poren

Haut: Das hilft gegen große Poren
FOTO: Shutterstock.com/ Andrew Fisenko
Hamburg. Wegzudenken sind sie nicht, wegretuschieren würden sie viele aber nur zu gerne: große Poren. Manche haben regelrecht Angst vor dem großporigen Hautbild. Dabei gibt es gute Tricks, wie man die Haut verfeinert.

Es gibt in der Beauty eine Reihe von Dingen, die machen erst glücklich, wenn sie unsichtbar sind: Fältchen und feine Linien gehören dazu - und die Poren. Sie stehen in letzter Zeit vermehrt im Fokus. Der Wunsch nach möglichst unsichtbaren Poren kommt vor allem aus Japan. Dort gilt ein gepelltes, hartgekochtes Ei als Vorbild für die Haut - weil die Oberfläche spiegelglatt und eben ist.
Von Asien aus schwappte das neue Idealbild für schöne Haut in die USA. Dort sind die Poren teilweise so ins Zentrum der Beauty-Bemühungen gerückt, dass man von "Porexia" spricht - der Angst vor vergrößerten Poren.

Realistisch ist das nicht. Vor allem aber lässt es komplett unberücksichtigt, dass es die Poren nicht gibt, damit schönheitsbewusste Frauen sich darüber ärgern. Diese Art Luftlöcher in Form eines mikroskopisch kleinen Trichters bilden das sichtbare Ende der Talgdrüsen und sorgen dafür, dass die Haut Sauerstoff aufnehmen kann. "Die Größe der Poren ist vor allem genetisch bedingt.
Dahinter steckt nichts anderes als groß angelegte Talgdrüsen mit hoher Aktivität", erklärt Professor Volker Steinkraus vom Dermatologikum Hamburg. "Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass man nichts dagegen tun kann."

Beauty-Begriffe schnell erklärt FOTO: shutterstock/ Aleksandr Markin

Die verwendeten Pflegeprodukte sollten den Wirkstoff Vitamin A beziehungsweise seine Derivate enthalten, sagt Steinkraus. "Außerdem können Masken mit essigsaurer Tonerde oder Getreideextrakten, die Milchsäure enthalten, helfen." Regelmäßige Peelings mit Fruchtsäure haben ebenfalls einen positiven Effekt auf großporige Haut. "Verstopfungen an den Ausführungsgängen der Poren können Grobporigkeit verstärken, da der Talgabfluss behindert wird", erläutert der Professor. "Dann sind eine intensive Reinigung mit stärker entfettendem Gel, Gesichtswasser und eine leichte, fettarme Pflegecreme angesagt."

Reinigung ist generell ein wichtiges Thema bei Haut, die zu vergrößerten Poren neigt. Genau deshalb haben viele der modernen Gesichtsreinigungsbürsten, die mit Ultraschall arbeiten, auch spezielle Aufsätze extra für große Poren. Allerdings muss man hier aufpassen: Zu viel des Guten schadet nur. Denn wer die Haut einem ständigen, womöglich aggressiven Reinigungsprozess unterzieht, sorgt dafür, dass sie austrocknet. Die Folge: die Talgdrüsen machen Überstunden, der Teint wird erst recht fettig und grobporig.

Neben diesen Basics gibt es noch andere Verfahren, vergrößerten Poren zu Leibe zu rücken. Dazu zählt beispielsweise das Hydrafacial: "Bei dieser Methode werden Poren freigesaugt von Talk, Make-up-Resten oder tiefer sitzende Unreinheiten", erklärt Filiz Christoph-Atas vom Hamburger Beauty-Studio "Adam & Eve". Danach wird die Haut mit Seren von feuchtigkeitsspendender Hyaluronsäure und zellschützenden Antioxidantien behandelt. Eine abschließende Lichttherapie soll die Aufnahme der Wirkstoffe verstärken.

Eine Behandlung schlägt mit ungefähr 130 Euro zu Buche, die Beauty-Experten aus der Hansestadt empfehlen insgesamt fünf Behandlungen. "Man sollte einen Tag vor und nach der Behandlung auf Sport und auch die Sauna verzichten, Sonnenbäder und Besuche im Solarium sind bis zu einer Woche nach der Behandlung nicht zu empfehlen", sagt Christoph-Atas.

Darüber hinaus können auch einige Beauty-Tricks zu einem feineren Hautbild beitragen: "Pore Minimizer vermindern die Sichtbarkeit der Poren", erklärt der Münchner Visagist Horst Kirchberger. "Durch Enzyme und Fruchtsäuren wird die Elastizität verbessert und die Haut mattiert. Dabei sollte man aber vorher seinen Hauttyp analysieren, ob man eher zur Mischhaut, normaler Haut oder zu öliger Haut neigt." Diese Poren-Minimierer gibt es als Serum oder Emulsion.

Zehn Beautymythen über die Haut FOTO: Shutterstock/Valua Vitaly

Alternativ kann man auch zu einem Primer mit verfeinernden Eigenschaften greifen. Den gibt es besonders häufig für ölige oder Mischhaut, weil genau diese Hauttypen meistens zu vergrößerten Poren neigen. Primer werden vor dem Auftragen des Make-ups benutzt und verfeinern nicht nur die Poren, sondern lassen auch kleine Fältchen verschwinden und mattieren den Teint.

Wer unter großen Poren leidet, sollte auch beim Schminken einige Tipps berücksichtigen: "Beim Make-up heißt es: Weniger ist mehr. Am besten zu einer flüssigen Foundation greifen und mit Finger oder Make-up Pinsel sanft einarbeiten", beschreibt Kirchberger. "Heute gibt es schon tolle mattierende Foundations, so dass man fast nicht zu einem Puder greifen muss." Falls doch, sollte man nur einen Hauch mineralischen Puder mit einem Pinsel auftragen und dabei vor allem die T-Zone berücksichtigen. "Er mattiert und setzt sich nicht in den Poren ab." Auf glänzende Texturen und Schimmerpuder sollte man besser verzichten, denn sie vergrößern die Poren optisch. Das Gleiche gilt für das Rouge: Creme Rouge ist daher tabu.

(dpa)
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