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Stiftung Warentest
Keine Antifaltencreme glättet die Haut

Stiftung Warentest: Keine Antifaltencreme glättet die Haut
FOTO: Shutterstock.com/ Evgeny Atamanenko
Düsseldorf . 270 Frauen haben für die Stiftung Warentest vier Wochen lang Antifaltencremes getestet - mit deutlichem Ergebnis. Keine der Cremes brachte eine sichtbare Verbesserung der Haut. Auch teure Produkte fielen im Test durch.  Von Susanne Hamann

"Nach vier Wochen werden Falten sichtbar gemildert", verspricht L'Oréal auf einer Antifaltencreme. Das ist nur einer von vielen Werbeslogans, mit denen die Hersteller ihre vermeintlichen Jungbrunnen aus der Dose vermarkten. Halten können sie das Versprechen laut Stiftung Warentest aber nicht.

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Bei der Prüfung von neun Antifaltencremes erhielten sämtliche Produkte die Note "mangelhaft". Für den Test rieben sich 270 Frauen morgens und abends mit den Cremes ein. Um eine Veränderung möglichst gut sehen zu können, schmierten sie die Creme aber nur auf die Hälfte des Gesichts, die andere Seite wurde mit normaler Feuchtigkeitscreme behandelt.

Die Testphase zog sich über vier Wochen, weil dann laut Herstellern erste Ergebnisse auf der Haut zu sehen sein sollten. Stiftung Warentest fotografierte die Frauen vor der Nutzung der Cremes und danach. Anschließend sollten Experten die Hautbilder miteinander vergleichen ohne zu wissen, welche Gesichtshälfte mit welchem Produkt eingeschmiert worden war. Wie sich zeigte, konnten die Prüfer keinen Einfluss auf die Falten feststellen. Teilweise erhielten die Fotos von behandelten Partien sogar schlechtere Noten, als die früheren Bilder. 

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Die schöne Seite des Placebo-Effekts

Zu einem ganz anderen Ergebnis kamen jedoch die Frauen selbst. Viele meinten, dass sich die Falten in ihrem Gesicht verbessert hatten. Genau diesen Effekt der positiven Selbsteinschätzung machen sich übrigens auch die Hersteller zu Nutzen.

In Tests lassen sie oft die Frauen selbst die Wirkung des Produkts einschätzen und kommen dann - dank dieser Form des Placebo-Effekts - zu besseren Ergebnissen.

Eine gute Creme solle die Haut außerdem mit Feuchtigkeit versorgen, schreiben die Tester. Das schaffte die teuerste Creme im Test von der Marke Estee Lauder (87 Euro) laut Stiftung Warentest nicht. Günstigere Cremes von Nivea und Lancaster konnten zumindest diesen Effekt wirklich bieten.

Dass die Falten nicht gemindert wurden, galt allerdings ausnahmslos für alle neun Produkte, egal, ob sie 2 oder 87 Euro kostete oder ob Q10, Pro-Retinol A oder Coenzym darin zu finden war. 

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