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Angelina Jolie sorgt weltweit für Aufsehen
Albtraum Brustkrebs: Was Frauen wissen müssen

Info: Die wichtigsten Brustkrebs-Therapien
Info: Die wichtigsten Brustkrebs-Therapien FOTO: dpa, Patrick Seeger
Düsseldorf. Angelina Jolie hat sich beide Brüste entfernen lassen, weil bei ihr ein extrem hohes Krebsrisiko besteht. In einem bewegenden Zeitungsbeitrag erklärt sie ihren drastischen Schritt. Der Fall Jolie bewegt Millionen Frauen in Deutschland. Wer sollte seine Gene untersuchen lassen? Ist eine Brustentfernung zur Vorsorge nicht übertrieben? Wir beantworten die wichtigsten Fragen. Von Susanne Hamann

Welche Formen von Brustkrebs gibt es?

Brustkrebs bedeutet, dass die Milchdrüse der Frau von einem bösartigen Tumor befallen ist. Ursache dafür kann eine vererbte Krebserkrankung sein, beispielsweise durch das veränderte Gen BRCA1. Aber auch die Hormone sind ein Risikofaktor, da Krebszellen auf Sexualhormone wie Gestagen ansprechen und somit durch die Anti-Baby-Pille oder Medikamente für die Wechseljahre angeregt werden. Als besonders gefährdet gilt zudem die linke Brust, und auch Linkshänder haben ein höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken als Rechtshänder. Genau Gründe für dieses Phänomen sind jedoch nicht bekannt.

Schätzungsweise zehn Prozent der bösartigen Tumore in der Brust werden durch genetische Faktoren ausgelöst. Vor dieser Gefahr hatte Angelina Jolie besondere Angst. Sie machen also nur einen kleinen Teil aus.

Was ist vererbter Brustkrebs?

Vererbter Brustkrebs entsteht, wenn ein Elternteil Träger des Brustkrebsgens BRCA1 oder 2 ist, und auf diesem Gen eine Störung vorliegt. Da dieses Gen die Zellproduktion reguliert, kann seine Mutation zu einem Auftreten von veränderten Zellen führen. Sie werden dann zu Vielzellern, auch Tumorzellen genannt.

Ob eine Familie in die Risikogruppe fällt, lässt sich anhand verschiedener Krankheitskonstellationen prüfen, die das Konsortium für Brust- und Eierstockkrebs festgelegt hat. Haben beispielsweise drei Frauen in einer Familie Brustkrebs, ist das Risiko hoch und ein Gentest sollte gemacht werden. Zu bedenken ist allerdings, dass das veränderte Gen nicht zwingend vererbt werden muss. Selbst dann, wenn es etwa bei Mutter oder Vater vorhanden ist. 

Wie läuft der Gentest ab?

Der Gentest wird von der Kasse bezahlt und von mehreren Beratungsgesprächen begleitet. Der eigentliche Test funktioniert durch eine Blutabnahme. Betroffene müssen sich allerdings auf sehr lange Wartezeiten einstellen. In manchen Fällen können die Untersuchungen bis zu einem Jahr dauern.

Zahlt das die Kasse?

Liegt ein Verdacht auf Krebs durch Vererbung vor, übernehmen die Krankenkassen sämtliche Untersuchungen und Folgebehandlungen in der Regel bis zu einem Betrag von rund 50.000 Euro. Die Rechnung ist einfach: der gesamte Eingriff mit Untersuchungen, OP und Nachversorgung ist immer noch günstiger als eine Entnahme des befallenen Gewebes, plus Bestrahlung, Chemo und Krankenhausaufenthalt.

Um den psychischen Folgen einer Brustamputation entgegen zu wirken, haben Frauen die Möglichkeit eine Brustrekonstruktion vorzunehmen. Der Wiederaufbau der Brust durch Implantate oder Eigengewebe wird ebenfalls von den Krankenkassen übernommen.

Ist es sinnvoll sich vorsorglich die Brust amputieren zu lassen?

Über diese Frage streiten sich die Experten. Einige halten den Schritt für zu radikal, insbesondere da die Früherkennungsmethoden inzwischen sehr weit fortgeschritten sind.  Empfehlenswert sei der Schritt vor allem für Frauen, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben.

Welche Alternativen Behandlungsmethoden gibt es?

Ist der Krebs noch nicht ausgebrochen, gibt es für Frauen mit einer vererbten Form der Krankheit keine echte Prophylaxe. Die einzige Alternative zur vorsorglichen Amputation der betroffenen Regionen ist eine intensive Vorsorge. Das bedeutet regelmäßiges Abtasten der Brust, Mammografien und jährlich eine Kernspintomografie. Dieser Behandlungsweg hat den Vorteil, dass der radikale Eingriff ausbleibt. Zugleich stellt er die Betroffenen jedoch auch vor zwei Risiken: Zum einen kann die ionisierte Strahlung der Mammografie die Brustkrebsgefahr zusätzlich erhöhen. Zum anderen gibt es gerade bei vererbtem Brustkrebs eine hohe Wahrscheinlichkeit zu einer Zweiterkrankung zum Beispiel der Eierstöcke oder des Darms. Diese Möglichkeit wird durch eine vorsorgliche Entfernung der Brust reduziert.

>>> Lesen Sie weiter: "Meine Kinder müssen jetzt keine Angst mehr haben"

(csi/ham)
 
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