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Weltweite Studie
Krebs – Wenn der Wohnort über Leben und Tod entscheidet

Fakten: Die zehn größten Krebs-Mythen und ihre Wahrheit
Fakten: Die zehn größten Krebs-Mythen und ihre Wahrheit FOTO: Shutterstock/ Juan Gaertner
Nicht nur die Art der Krebserkrankung ist entscheidend für die Überlebenschancen des Patienten. Wie eine neue weltweite Analyse zeigt, ist auch der Behandlungsort von wesentlicher Bedeutung. Von Susanne Hamann

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler die Überlebensrate von rund 25,7 Millionen Patienten aus 67 Ländern nach einer fünfjährigen Krebstherapie. Claudia Allemani von der London School of Hygiene & Tropical Medicine und ihre Kollegen im Fachmagazin The Lancet.

Ausgewählt wurden Patienten, die unter den am häufigsten auftretenden Tumorformen litten wie die akute lymphatische Leukämie, so wie Auswüchse in Lunge, Leber, Brust, Magen, Darm, Prostata, Gebärmutterhals und den Eierstöcken. Die Daten aus Deutschland stammen vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und von der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister, die unter sich die Krebsregister der Bundesländer vereint. Nach Angaben des DKFZ erkranken jährlich 450.000 Menschen in Deutschland an Krebs.

Große Unterschiede zwischen den Ländern

Wie sich zeigte gibt es ein deutliches Gefälle zwischen den entwickelten und weniger entwickelten Ländern. So hatten Patienten in den den USA, Großbritannien und Deutschland wesentlich bessere Überlebenschancen, als Betroffene in Indonesien, Jordanien oder der Mongolei. Am stärksten unterschieden sich die Ergebnisse bei den 75.000 untersuchten Kindern mit akuter lymphatischer Leukämie. Sie ist zwar die häufigste Krbesform bei Kindern, allerdings auch eine, die sehr gut zu therapieren ist. Überlebten in Deutschland, Österreich, Belgien, Norwegen und Kanada 90 Prozent die nächsten fünf Jahre nach der Diagnose, waren es in Tunesien, Jordanien, Lesotho der Mongolei und Indonesien nur 16 bis 50 Prozent der Kinder. 

Insgesamt sogar verbessert haben sich die Überlebenschancen für Patienten mit Brust- oder Darmkrebs inn den Ländern USA, Australien, den europäischen Ländern sowie Südamerika. Allein in Deutschland stiegen die Chancen Darmkrebs zu überleben von 50 Prozent bis 1999 auf über 60 Prozent zwischen 2004 und 2009. Speziell für Brustkrebs konnten die Forscher zwar keine Verbesserung feststellen, allerdings gelten diese Tumore mit einer Überlebenschance von 85 Prozent bereits jetzt als sehr gut therapierbar.

Auch bei Gebärmutterhalskrebs oder Tumoren an den Eierstöcken haben sich die Prognosen kaum verbessert, bessere Chancen haben aber auch in diesen Fällen, Patienten in entwickelten Ländern. Umgedreht haben die gefährlichsten Tumore, jene in Lunge und Leber weltweit gleichschlechte Therapieaussichten.

Die großen Abweichungen weltweit entstünden vor allem durch Unterschiede in der Früherkennung und der Behandlungsintensität. Allerdings könnten die verschiedenen Ländern voneinander lernen und so die Überlebenschancen der Patienten verbessern, so die Autoren.

 

 
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