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Prostata-Operation
Viele Patienten befürchten den Verlust ihrer Potenz

Prostatakrebs: Die Furcht vor der Impotenz
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Düsseldorf. Für Männer mit einem Prostatakarzinom, die vor einer möglichen Operation stehen, stellen sich nicht zuletzt zwei entscheidende Fragen: Werde ich nach dem Eingriff inkontinent sein? Und wird meine Potenz erhalten bleiben? Von Wolfram Goertz

Die mögliche Beeinträchtigung der Potenz berührt den Aspekt der nervenschonenden Operationstechnik. Herbert Sperling, Professor für Urologie an den Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach, sagt: "Eine nervenerhaltende Operation ist bei einem lokal begrenzten Tumor möglich. Wichtig ist eine intraoperative Schnellschnitt-Diagnostik, damit man weiß, dass die Ränder tumorfrei sind." Sonst müsse man das Gefäßnervenbündel nachträglich ebenfalls entfernen.

Während der Patient in Narkose ist, untersucht ein Pathologe Gewebeproben mit Hilfe des sogenannten Schnellschnitts. Was passiert dabei? Ein Bote bringt das Gewebe noch während der OP zum Pathologen. Der legt dann einen sogenannten Gefrierschnitt an. Auf einen Stempel wird ein schnell frierendes Gel aufgebracht, welches das organische Gewebe einschließt. Danach kann es in hauchdünne Scheiben geschnitten und auf einem Glasplättchen platziert werden. Farblösungen erleichtern ein Auseinanderhalten der Gewebestrukturen.

Unter dem Mikroskop analysiert der Pathologe dann die Probe. Anhand seines Urteils arbeitet der Chirurg im OP entweder weiter und entfernt noch mehr Tumorgewebe, oder aber er beendet die Operation. Von der Ankunft des Präparates beim Pathologen bis zum Befund vergehen meist nicht mehr als 15 Minuten.

Das Problem, weiß Peter Albers, Urologie-Professor an der Uniklinik Düsseldorf, sind die "positiven Schnittränder". Ist jene im Schnellschnitt gefertigte hauchdünne Scheibe komplett tumorlastig, muss der Operateur vermuten, dass auch jenseits des Präparates noch Krebs sitzt, und deshalb noch weiter schneiden; dann ist es oft unvermeidlich, das nahe an die Kapsel angrenzende Nervenbündel zu entfernen. Wenn dies auf beiden Seiten der Prostata geschehen muss, leidet die Potenz. Die Kontinenz hingegen ist selbst bei einer nicht nervenschonenden Operation nicht beeinträchtigt.

Natürlich kann ein Patient darauf bestehen, dass auf jeden Fall nervenschonend operiert wird. Albers ergänzt: "Es gibt indes Tumorstadien, etwa mit hohen kapselnahen Tumormassen, da würden wir von vornherein von einem Erhalt der Nerven abraten." Die Wahrscheinlichkeit, dass dann Tumorgewebe nicht entfernt würde und weiterwuchern könne, wäre zu groß.

Quelle: RP
 
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