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Sprechstunde
Narben - Wann sie nach OPs nachbehandelt werden müssen

Wenn nach einer Operation die Wundheilung abgeschlossen ist, kommt es immer zu Narben. Manchmal müssen sie korrigiert werden.

Leserin Birgit S. (35) fragt: "Ich soll operiert werden, habe aber Angst vor einer hässlichen Narbe. Kann man die Narbenbildung nach einer OP vermeiden?"

Ulrich Kania Nach jeder Operation ist mit einer Narbe zu rechnen. Es gibt jedoch Unterschiede. Die Wundheilung, deren Abschluss die Narbe ist, läuft in verschiedenen Phasen ab. Bei der primären Wundheilung (diese tritt ein, wenn eine Wunde vernäht werden kann und es nicht zur Wundheilungsstörung kommt) sind die Narben meist schmal und unauffällig. Anders bei der sekundären Wundheilung: Sie tritt auf, wenn wegen einer Infektion operiert werden muss und die Wunde nicht verschlossen werden darf - oder wenn sich eine primär verschlossene Wunde infiziert. Dann ist mit längerer Heilung und einer breiteren Narbe zu rechnen.

Großen Einfluss auf die Narbenbildung hat die Schnittführung. Unsere Haut ist in Zugrichtungen angeordnet, und der Operateur wird parallel dazu schneiden. Gibt eine Verletzung eine ungünstige Schnittführung vor, ist dennoch durch plastische Umwandlung der Zugrichtung ein gutes Ergebnis erreichbar. Zudem führt feines Nahtmaterial zu feineren Narben. Oft kann auch minimalinvasiv operiert werden. Diese bilden wegen der kleineren Schnitte auch kleinere, unauffälligere Narben.

Narben selbst müssen manchmal allerdings auch behandelt werden, etwa wenn sie sich verdicken. Das ist der Ausdruck einer gestörten Wundheilung oder einer nicht optimalen Schnittführung. Das lässt sich gut therapieren.

Davon abzugrenzen sind sogenannte Keloide. Diese gutartigen Geschwulste sind durch erbliche Faktoren begünstigt und schwer zu behandeln; wegen der Beschwerden des Patienten (Juckreiz, Schmerzen, Funktionsseinschränkungen) und aus kosmetischen Gründen. Es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten: Unterspritzung mit einem kortisonähnlichen Medikament; Laser-Abtragung des überschüssigen Gewebes; bei den funktionsbehindernden Narben eine operative Behandlung; Kältetherapie; bei ausgeprägten Keloiden (etwa nach großflächigen Verbrennungen) Druckbehandlung, Eine Bestrahlung kann im Einzelfall zur Besserung von Keloiden beitragen; auch eine vorsorgliche Bestrahlung der Haut nach operativer Behandlung von Keloiden, Silikonplatten und Silikongel können als Zusatztherapie erwogen werden.

Wenn eine unkomplizierte, nicht funktionsbehindernde, aber überschießende Narbenbildung eingetreten ist, so sollte eine Korrektur-Operation wegen der spontanen Tendenz zur Rückbildung frühestens ein Jahr nach Entstehung der Narbe durchgeführt werden.

Quelle: RP
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