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Studie
Warum manche Menschen im Alter besonders dick werden

Studie: Warum manche Menschen im Alter besonders dick werden
FOTO: Shutterstock.com/ Suzanne Tucker
Düsseldorf . Mit jedem Jährchen kommt auch das ein oder andere Pfund zusätzlich auf die Hüften. Gegen dieses Problem kämpfen viele. Doch bei einigen landet besonders viel Übergewicht auf den Hüften. Das könnte ein Relikt aus der Steinzeit sein, wie Forscher jetzt herausfanden. Von Susanne Hamann

Die Menschheit wird immer dicker. Das belegen viele Studien. Ein Grund dafür soll sein, dass Jagen und Sammeln längst nicht mehr zur Tagesordnung gehören. Stattdessen wird stundenlang regungslos am Schreibtisch gesessen, und am Abend landen dann mehr Kalorien im Bauch als sie am Tag verbraucht wurden. Die Folge: Übergewicht.

Das sind Dickmacher FOTO: AP

Ein Grund dafür könnte sein, dass sich die Natur noch nicht ganz auf die neuen Lebensumstände des Menschen eingestellt hat. Das zeigt eine aktuelle amerikanische Studie. Zumindest bei einigen Menschen liegt bis heute eine Gen-Mutation vor, die dafür sorgt, dass sie im Alter mehr zusätzliche Kilos ansetzen als andere. Es handelt sich dabei um zwei Mutationen des Gens Ankyrin-B.

Sie bringen die Zellen dazu, zu viel Glukose aufzunehmen. Die wird im Körper als Fett gespeichert und führt somit dazu, dass Menschen mit einer der beiden Mutationen mehr Gewicht zulegen. Das berichten die Forscher um Vann Bennett von der Duke University School of Medicine im "Journal of Clinical Investigation". Eine der Mutationen (R1788W) hat dabei schwerere Auswirkungen als die andere (L1622I). Bislang wurden die Auswirkungen nur an Mäusen untersucht, die Forscher vermuten jedoch, dass die Ergebnisse auch für den Menschen gelten.

Mutation kommt häufig bei Amerikanern und Europäern vor

Wichtig sind die Ergebnisse der Studie vor allem für Amerikaner und Europäer. Rund eine Millionen Amerikaner tragen die Mutation mit den schwereren Auswirkungen R1788W. Noch häufiger komme diese Mutation in der europäischen Bevölkerung vor. In der afroamerikanischen Bevölkerung sei dagegen die Mutation L1622I, also jene mit den geringeren Auswirkungen, häufiger zu finden.

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Während die Mutationen zu Zeiten von Jägern und Sammlern ein Fettdepot für Hungerzeiten anlegen sollten, sind sie im Zeitalter von Fast Food und Süßigkeiten-Theke nicht nur überflüssig, sondern auch zum evolutionären Nachteil geworden. Die Mutationen begünstigen auch Fettleibigkeit und Diabetes – und verringern somit die Lebenschancen der Betroffenen anstatt sie zu erhöhen.

Jetzt wollen die Forscher herausfinden, inwieweit sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen. Dafür wird die Bevölkerung auf Menschen mit den entsprechenden Genmutationen untersucht. Sind die Ergebnisse die gleichen, könnten Betroffene dadurch eine spezielle Therapie bekommen, um Fettleibigkeit, Diabetes und auch Herz-Kreislauf-Problemen vorzeitig entgegenzuwirken.

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