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Treacher-Collins-Syndrom
Jono Lancaster macht Kindern Mut

Jono Lancaster - Vorbild für Kinder mit Treacher-Collins-Syndrom
Jono Lancaster - Vorbild für Kinder mit Treacher-Collins-Syndrom
Jono Lancaster ist es gewohnt, dass ihm die Leute hinterherstarren. Sein Gesicht ist entstellt. Er leidet unter dem Treacher-Collins-Syndrom. Aus seinem Schicksal zieht er auf bewundernswerte Weise Kraft. Nun zeigt er betroffenen Kindern, wie viel Freude das Leben dennoch machen kann.

Jono Lancaster hat seine Lebensaufgabe gefunden: Er ist Vorbild für Tausende Kinder und deren Familien. Er demonstriert an seinem eigenen Beispiel, wie es sich gut und mit Zuversicht leben lässt, obwohl man anders ist.

Lancaster betreibt Aufklärungsarbeit für alle, die wie er unter dem Treacher-Collins-Syndrom leiden. Das sind mehr als man zunächst glauben mag: Die Erbkrankheit trifft Studien zufolge einen von 50.000 Menschen. Sie äußert sich insbesondere in Fehlbildungen des Gesichts.

Die seltene Störung tritt in stark unterschiedlichen Ausprägungen auf. Mal verläuft sie sehr milde und ist kaum zu sehen. In stärkeren Fällen verformen sich Jochbein, Kieferknochen und / oder Augenlid und Gaumen. In extremen Fällen kann es zu einer lebensbedrohlichen Verlegung der Atemwege kommen.

Das Wichtigste zum Treacher-Collins-Syndrom

Nicht zu unterschätzen sind die Auswirkungen auf die Seele. Vor einigen Jahren offenbarte Lancaster in einem Interview mit der BBC, welch verheerenden Folgen eine solche Erkrankung auf die Psyche haben kann. "Ich hasste es in den Spiegel zu sehen", erzählte er. Nichts habe er sich mehr gewünscht als Anerkennung. Auch weil seine Eltern ihn 36 Stunden nach seiner Geburt zur Adoption freigaben. Jahrelang hatte er mit Depressionen zu kämpfen.

Doch er fand Mediziner, die ihm halfen. Nach einigen Operationen schöpfte der heute 30-Jährige neuen Lebensmut. Den will er nun weitergeben an Kinder, die wie er unter der Erbstörung leiden.

Über Twitter und Facebook lässt er die Welt an seiner Mission teilhaben. So zuletzt im Rahmen einer viel beachteten Reise nach Australien, wo der Brite in Schulen Aufklärungsarbeit leistete und Kindern Besuche abstattete. Zum Beispiel beim zweijährigen Zackary. In Adelaide machte er bei dessen Familie extra drei Tage lang Station und freundete sich mit dem kleinen Mann an.

Diese Krankheiten sind extrem selten FOTO: AP

Dessen Eltern sind voller Dankbarkeit: Lancaster habe einen großen Eindruck bei der Familie hinterlassen, zitiert die "Daily Mail" Zackarys Mutter Sarah Walton. "Jono ist für uns ein sehr wichtiger Mensch", sagt sie. Mit seiner positiven Lebenseinstellung sei er ein echtes Vorbild. "Sein Besuch und dass es ihm nach der Kindheit jetzt so gut geht, macht uns Hoffnung für Zackary", erzählt sie.

Im Netz informiert Lancaster mit zahlreichen Tweets und Facebook-Meldungen über seine Arbeit. Die Anerkennung, die er früher als Kind so schmerzlich vermisste – hier wird er damit überschüttet. In zahllosen Kommentaren sagen ihm Menschen einfach nur "Danke" oder feiern ihn als Helden.

Bilder seiner Reise-Begegnungen zeigt Lancaster in seinen Tweets und Facebook-Postings.

 

 

 
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