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Zwei Gründe
Darum sterben Männer früher als Frauen

Warum sterben Männer früher als Frauen? Zwei Gründe
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Düsseldorf . Die Menschheit wird zwar älter, doch eines wird dabei immer deutlicher: Frauen leben länger als Männer. Forscher haben jetzt entdeckt: Das ist eine relativ junge Entwicklung - und sie hat zwei ganz bestimmte Gründe. Von Susanne Hamann

Dank der besseren medizinischen Möglichkeiten werden die Menschen weltweit immer älter. Das stimmt. Dennoch haben Männer in Industrienationen insgesamt eine deutliche geringere Lebenserwartung als Frauen.

Das veröffentlichten die Wissenschaftler um Hiram Beltrán-Sánchez von der University of California in Los Angeles in den "Proceedings" der Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS). Laut ihrer Studie wird wird die Lebensspanne von Männern durch zwei Faktoren deutlich verkürzt: Rauchen und Herz-Kreislauf-Probleme.

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Dass Frauen älter als Männer werden bestätigt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. Laut der werden Mädchen, die in diesen Jahren in Deutschland geboren werden durchschnittlich 83,5 Jahre alt. Jungs dagegen haben eine Lebenserwartung von nur 79 Jahren.

Diesen Trend halten die Forscher für relativ neu. Für dieses Ergebnis untersuchten sie die Sterblichkeitsrate von Geburtsjahrgängen zwischen 1880 bis 1935 in 13 Industrieländern. Beurteilt wurde die Lebenserwartung von Männern und Frauen ab 40 Jahren, sowie die Bedeutung von Faktoren wie Rauchen und Herz-Kreislauf-Problemen auf die Gesundheit.

Während sich die Lebensspanne zunächst bei beiden Geschlechtern gleichermaßen verlängerte, änderte sich das laut der Studie ab dem 20. Jahrhundert. Hatten zunächst Infektionskrankheiten die meisten Menschenleben gefordert, nahmen ihren Platz dann chronische Erkrankungen ein, die ab einem mittleren Alter auftreten - und vor allem Männer betreffen, so die Forscher. Die seien vor allem wegen ihres Tabakkonsums und der Neigung zu Gefäßkrankheiten betroffen.

Bis zu 90 Prozent erhöhtes Sterberisiko

Besonders auffällig sei die Gruppe der 50 bis 70-Jährigen. Von 1880 bis 1899 lag ihr Sterberisiko um 39 Prozent höher, als das von Frauen. Ab 1900 bis 1919 lag es 68 Prozent höher und bei Menschen die zwischen 1920 und 1935 geboren wurden, stieg die Gefahr sogar um 90 Prozent an. Erst ab einem Alter von 90 gleiche sich die Lebenserwartung wieder an, so die Forscher.

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Einer der beiden Hauptgründe für diese Entwicklung ist den Wissenschaftlern zufolge das Rauchen. Es macht demnach 30 Prozent des Unterschiedes aus. In Ländern, in denen Jungs schon sehr früh mit dem Rauchen anfangen, etwa die Niederlande, Belgien und Australien, mache der Tabak sogar mehr als 40 Prozent aus.

Die zweite Hauptursache für die verkürzte Lebensspanne von Männern sei die Neigung zu Herzkrankheiten. So liegt die Mortalität von Männer mit entsprechenden Erkrankungen zwischen 50 und 60 Jahren dreimal höher als die von Frauen. Herzkrankheiten und Schlaganfälle zusammengenommen machen 40 Prozent des Unterschiedes in der Lebensspanne aus, so die Forscher.

Die Gründe für die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehen die Forscher in einer fettreicheren Ernährung von Männern, ihrer erhöhten Tendenz zu Bluthochdruck und niedrigeren Werten des "guten" also des HDL-Cholesterins.

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