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Zecken, Würmer, Läuse
Vorsicht vor diesen Waldparasiten am Wochenende

Die zehn wichtigsten Zecken-Infos
Die zehn wichtigsten Zecken-Infos FOTO: dpa, Patrick Pleul
Düsseldorf . Sie stechen, beißen und kriechen – viele kleine Parasiten warten im Wald, in Lebensmitteln oder sogar auf der Haut von Freunden nur darauf, sich über uns herzumachen. Das nervt und ist gesundheitlich gefährlich. Was Sie wissen müssen, wenn Zecken, Läuse und Würmer auf Tuchfühlung gehen. Von Tanja Walter
  1. Zeckenangriff aus dem Unterholz

    Zecken lauern an schattigen Plätzchen, in Erdlöchern oder unter Sträuchern und warten auf den passenden Augenblick von dort auf den Menschen zu krabbeln, und sich dort in aller Seelenruhe einen Ort zu suchen, an dem sie sich festbeißen können. Gefährlich ist das, weil Zecken nicht nur unglaublich zäh sind – sie überleben in der Waschmaschine selbst einen Kochgang – sie sind zudem Überträger verschiedener gefährlicher Krankheiten.

    Findet der Betroffene einen roten Fleck, der wächst und unregelmäßige Ränder aufweist, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass er durch die Zecke mit Borrelien infiziert wurde. Das sind Bakterien, die die gefürchtete Lyme-Borreliose hervorrufen. Die Infektion kann sich erst nach Tagen oder Wochen zeigen. Meist leiden die Betroffenen auch unter allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit.

    Die Borreliose lässt sich gut mit Antibiotika behandeln. Passiert das nicht, ist das Risiko hoch, dass die Erreger Entzündungen auslösen, die auf die Gelenke oder Nerven schlagen und so Lähmungen auslösen oder lebenswichtige Organe wie Herz oder Hirn befallen.

    Genauso gefürchtet ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In dreiviertel der Fälle spüren die Betroffenen zunächst keine Symptome. Andere klagen über Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder Fieber. In der zweiten Phase aber, befällt das von den Spinnentieren übertragene Virus das zentrale Nervensystem und kann eine Entzündung der Hirnhaut, des Hirns selbst oder des Rückenmarks mit sich bringen.

    Darum empfehlen die Experten vor allem in Risikogebieten wie Bayern und Baden-Württemberg zur Zecken-Schutzimpfung. Grundsätzlich ist es sinnvoll, vor allem nach Spaziergängen im Wald Kleidung und Haut gründlich nach den winzigen Plagegeistern abzusuchen. Wie Sie die Zecken dann richtig töten, damit sie keinen Schaden mehr anrichten können, lesen Sie hier.
     
  2. Wie Würmer bis ins Herz kommen

    Gruselig aber gar nicht so selten ist vor allem bei Kindern, dass sich Würmer im Darmtrakt einnisten und üble Beschwerden auslösen. Nicht immer ist das harmlos. Unbehandelt kann ein Befall einen komplizierten Erkrankungsverlauf bringen und sogar tödlich enden.

    Was Madenwürmer am Po tun

    Am häufigsten allerdings ist hierzulande der Befall mit sogenannten Madenwürmern. Kinder sind davon in erster Linie betroffen, doch können sich die zwei bis zwölf Millimeter langen Fadenwürmer auch bei Erwachsenen einnisten. Als Ei gelangen die Tiere ins Innere des Menschen und werden im Darm erst zur Larve und dann zum Wurm. Verunreinigte Nahrungsmittel, Trinkwasser oder schmutzige Finger, die in den Mund genommen werden sind laut des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte typische Infektionsquellen. Im ungünstigen Fall kann man sich jedoch auch direkt bei Infizierten anstecken oder beim Aufschütteln der Betten über das Einatmen von umherwirbelnden Eiern.

    Bemerkbar machen sich die unerwünschten Darmbewohner durch Juckreiz im Analbereich. Denn dort wandern vor allem nachts die weiblichen Würmer heraus, um ihre Eier abzulegen. Schmerzen am Anus, aber auch Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit können auf einen Befall mit Madenwürmern hindeuten. Sie können aber auch ein Hinweis auf Spul- oder Bandwürmer sein.

    Spulwürmer benutzen Venen als Highway

    Spulwürmer kommen hierzulande zwar selten vor, sind aber wenn sie vorkommen eine ernst zunehmende Gesundheitsgefahr. Sie bohren sich aus dem Dünndarm heraus und wandern über die Venen zu anderen Organen. Auf diese Weise gelangen die bis zu 40 Zentimeter langen Würmer in die Leber und kriechen von dort zur Lunge und zum Herzen weiter. Daneben können sie auch in den Bronchien und Gallenwegen zu Entzündungen und Schmerzbeschwerden führen.

    Anzeichen für eine Infektion mit den Ekeltieren sind kolikartige Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen und ein aufgeblähter Bauch. Sind Lunge oder Bronchien befallen äußert sich das meist in trockenem Husten und asthmaähnlichen Anfällen. Verstopfen die Fadenwürmer die Gallenwege, führt das zu starken Schmerzen im rechten Oberbauch. Manchmal suchen sich die Würmer sogar den Weg in die Nasennebenhöhlen, Ohren, Augen oder den Genitalbereich und luken aus verschiedenen Körperöffnungen hervor.

    Bandwurm – Mitbringsel aus fernen Urlaubsländern

    Bandwürmer handelt man sich meist durch den unbemerkten Verzehr der Wurmeier über rohes oder nicht ausreichend gekochtes Fisch-, Rinder- oder Schweinefleisch. Wie die anderen Wurmarten auch schlüpfen die Larven dann im Menschen und können verschiedene Organe befallen. In 60 Prozent der Fälle sind das zentrale Nervensystem und das Gehirn davon betroffen. Die Ausfallerscheinungen, die die Betroffenen dann zeigen nennt man Zystizerkose. Hierzulande ist sie jedoch äußerst selten. Meist kommt es in Ländern Lateinamerikas, Afrikas oder Asiens zum Befall.

    Helfen können in allen Fällen spezielle Wurmmittel, die über eine kurze Zeit hinweg genommen werden und später wiederholt werden müssen. Um Infektionen vorzubeugen, empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Obst und Gemüse vor dem Genuss gründlich zu reinigen, Haustiere regelmäßig zu entwurmen und von Kindern außerhalb des Hauses benutzte Spielsachen regelmäßig in der Spülmaschine zu reinigen.
     
  3. Kopfläuse – zum Haare raufen

    Höchst unangenehm sind auch Kopfläuse, die sich in den Haaren – und damit zwar meist, aber nicht ausschließlich auf dem Kopf – einnisten. Auch, wenn sie keine Krankheiten übertragen: Kopfläuse krabbeln zu sehen reicht vollkommen aus, um einen fetten Ekelanfall zu bekommen. Das tückische an den zwei bis drei Millimetergroßen Parasiten ist, dass sie sich sehr leicht weiterverbreiten. Wer das Problem schnell in den Griff bekommen will, muss gezielt und radikal handeln, sonst droht ein Neubefall.

    Einfangen kann die Krabbeltiere jeder. Die Läuse haben keine besonderen Vorlieben für Haarfarbe oder Struktur. Einzig und allein die Tatsache lange Haare zu tragen scheint die Wahrscheinlichkeit nach Einschätzung des BVKJ etwas zu erhöhen. Haben sie einen Kopf erobert, kleben sie dort ihr durchsichtiges Gelege ins Haar. Nach rund einer Woche unbemerkten Daseins schlüpfen daraus die Läuse.

    Wer sich Läuse eingefangen hat, der sollte schnell handeln und sich ein Lausmittel besorgen. Das bringt nach einmaligem Gebrauch, verbunden mit einer sorgfältigen Auskämmaktion, zunächst Ruhe auf den Kopf. Meist ist eine Wiederholungsbehandlung nach einigen Tagen notwendig, um alle Larven und Eier zuverlässig abzutöten. Sicherheitshalber sollte man jedoch Lieblingskuscheltiere, Schlafanzug und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad waschen oder für drei Tage in die Tiefkühltruhe befördern. Auch Bürsten und Kämme sollten mit heißer Seifenlauge gründlich gereinigt werden. Danach sollte sich das lästige Jucken verflüchtigen und wieder Ruhe einkehren im Mikrokosmos.
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