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Die Seuche des Mittelalters
USA: 16-Jähriger stirbt an Beulenpest

16-Jähriger stirbt in den USA an Beulen-Pest
Der Erreger Yersinia pestis löst bei Mensch und Tier die sogenannte Beulenpest aus. FOTO: Shutterstock.com/ Everett Historical
Düsseldorf . Die Pest gehört zu den schrecklichsten Seuchen, die Europa je erfasst hat. Im Allgemeinen gilt sie zwar inzwischen als ausgerottet, tatsächlich fordert die Krankheit jedoch immer noch jährlich Opfer. Das jüngste ist vor Kurzem in den USA gestorben.

Ein 16-jähriger Schüler in Denver, im US-Bundesstaat Colorado, ist an der Pest gestorben. Das meldet der TV-Sender "CBS". Dass es sich bei der Todesursache um die gefürchtete Beulenpest handelte, erkannten die Mediziner erst einen knappen Monat nach dem Tod des Jungen.

Überträger der Krankheit war in diesem Fall jedoch nicht wie häufig eine Ratte, sondern ein Flohbiss, schätzen die Experten. Der Fall des Jungen ist damit der erste seiner Art seit 1999. Jedes Jahr sterben in den USA rund sieben Menschen an der Beulenpest.

Die Ansteckung mit der Beulenpest erfolgt über die Haut. Flöhe können den Erreger Yersinia pestis etwa dann weitergeben, wenn sie vorher eine Ratte gebissen und sich so selbst infiziert haben. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, kann sie mit Antibiotika behandelt werden. Insgesamt ist die Sterblichkeit jedoch sehr hoch.

Die Pest hat eine Inkubationszeit von zwei bis sechs Tagen und löst bei Erkrankten schwarze Beulen und Fieber aus, weshalb sie auch als "Schwarzer Tod" bezeichnet wird. Es gibt zwei Hauptvarianten, die Beulen- und die Lungenpest. Bei ersterer kommt es zu Komplikationen wie Fieber, Durchfall, Gehirnhautentzündung und Organversagen. Bei der Lungenpest steht vor allem Atemnot im Vordergrund. Sie wird meist von Flöhen übertragen, die durch Ratten in Wohngegenden gelangen.

Weil die Krankheit hoch ansteckend ist, habe die Behörde Familienangehörige und Freunde, die mit dem Jungen Kontakt hatten oder im Haus der Familie zu Besuch waren aufgerufen, sich zu melden. Zudem sollen sich auch Menschen aus der Umgebung melden, wenn sie sich krank fühlen.

Die letzte Pest-Epidemie wurde 1994 in Mosambik und Malawi gemeldet. Insgesamt sind in den vergangenen Jahren weltweit knapp 40 Personen an der Pest gestorben. Weil vor allem der Westen der USA bekannt dafür ist, dass die Krankheit hin und wieder auftritt, hat die amerikanische Seuchenbehörde CDC (Center for Disease Control and Prevention) hier ihren Hauptsitz in Sachen Pestbekämpfung eingerichtet.

Eine Impfung gegen die Beulenpest ist zwar erhältlich, hat jedoch eine relativ kurze Wirkdauer und wird in der Regel nur Personen verabreicht, die etwa aus beruflichen Gründen in ein gefährdetes Gebiet reisen müssen. 

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