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Grippe, Durchfall und Ebola
Ansteckungsrisiko am Airport Frankfurt besonders hoch

Die wichtigsten Fakten zu Ebola
Die wichtigsten Fakten zu Ebola FOTO: Creations /Shutterstock.com
Saarbrücken. Erst vor kurzem analysierten Wissenschaftler, dass Ebola schon bald in Europa ausbrechen könnte. Jetzt zeigt eine neue Studie, dass das Risiko für Passagiere bei Reisen über den Frankfurter Flughafen sich etwa mit einer ansteckenden Krankheit wie Grippe, oder auch Ebola anzustecken, größer ist als bei allen anderen großen Flughäfen. Von Susanne Hamann

Wegen der Zunahme des weltweiten Luftverkehrs haben die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken mit einem komplizierten Rechenmodell das Risiko der Ausbreitung von Pandemien an Flughäfen berechnet.

Dafür entwickelten die Forscher auf Grundlage einer Datenbank von 3458 Flughäfen mit 68 620 Flugverbindungen und 171 Flugzeugtypen eine Maßzahl für das Pandemie-Risiko.

Flughafen in Peking und Frankfurt bergen größte Ansteckungsrisiken

Wie sich zeigte, liegt das Verbreitungsrisiko für Frankfurt bei einem Wert von 100 und damit höher als für alle anderen Großflughäfen. Der John F. Kennedy Flughafen in New York etwa liegt bei einem Risiko von 91. Heathrow in London bei 92. Am nächsten an den deutschen Großflughafen heran kam der Hauptstadtflughafen in Peking mit einem Risiko von 97. Das berichtete Instituts-Mitarbeiter Glenn Lawyer.

Der Grund dafür liegt den Angaben zufolge in der besonders engen Vernetzung des größten deutschen Flughafens. Frankfurt habe besonders viele gute Verbindungen zu anderen ebenfalls gut angebunden Flughäfen, sagte Lawyer. In der Folge ist die Wahrscheinlichkeit für Passagiere sich bei anderen Reisenden anzustecken besonders hoch. Eine der typischisten Infektionskrankheiten ist etwa die Grippe. Auf einer Webseite des Max-Planck-Instituts können mögliche Infektionswege für Krankheiten von einem Flughafen zum anderen sogar nachverfolgt werden.

Ebola bedrohlich für Frankreich und Großbritannien

Größere Bedeutung bekommt die Studie, durch die weiterhin steigenden Zahlen neuer Ebola-Fälle. Zwar beschränken sie sich bislang regional auf Westafrika, die Angst, dass ein infizierter Reisender aus Westafrika an einem Flughafen andere anstecken könnte ist jedoch groß. Erst vor kurzem hatten Wisenschaftler der britischen Lancaster Universität analysiert, in welchen Ländern sich das Ebola-Virus in den nächsten drei Wochen ausbreiten könnte, wenn der Flugverkehr nicht eingeschränkt wird. Am wahrscheinlichsten sind dabei die Länder Frankreich und Großbritannien.

An vielen Flughäfen, wie etwa in New York, müssen sich Fluggäste die aus Westafrika kommen, deshalb inzwischen spezieller Tests unterziehen. Da ein wesentliches Symptom von Ebola eine erhöhte Körpertemperatur ist, wird dabei auch Fieber gemessen.

Ob das ansteckungsrisiko am Frankfurter Flughafen durch spezielle Maßnahmen reduziert werden könnte, ist bislang unklar.

(dpa)
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