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Deutsches Rotes Kreuz warnt
Blutkonserven in Düsseldorf sind erschöpft

Fragen und Antworten zum Blutspenden
Fragen und Antworten zum Blutspenden FOTO: dapd
Düsseldorf. In Düsseldorf herrscht ein Mangel an Blutkonserven. Die Gründe dafür sind zahlreich. Sowohl die Krankenhäuser als auch der DRK-Blutspendendienst warnen vor ernsten Konsequenzen.  Von Susanne Hamann

Blutkonserven retten Leben. Das ist eine einfache Formel, die im Alltag jedoch mit vielen Problemen verbunden ist. Vor allem, weil die Zahl der Blutspender in NRW seit Jahren sinkt. Aktuell ist die Knappheit an Blutkonserven sowohl in Düsseldorf als auch im Rest von NRW allerdings besonders gravierend. "Wir haben das Problem, dass sowohl in NRW, als auch in Rheinland-Pfalz massiv Blutspenden fehlen", sagt Stephan Küpper, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes West. "Besonders betroffen sind davon die großen Städte wie Köln, Düsseldorf oder auch Essen."

"Die Lage ist nicht unbedenklich"

Die Krankenhäuser in Düsseldorf bestätigen das Problem. "Wir merken deutlich, dass es eine Knappheit an Blutkonserven gibt", sagt Susanne Dopheide, Pressesprecherin der Uniklinik Düsseldorf. "Es ist noch nicht so, dass wir Operationen verschieben müssten, aber als unbedenklich würde ich die Lage auch nicht bezeichnen." Im Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf ist die Situation ähnlich. Laut einer Sprecherin bekämen derzeit zwar alle Patienten die benötigten Blutkonserven. In unvorhergesehenen Notfällen, etwa im Rahmen einer nicht geplanten größeren OP, könnten sie aber knapp werden. 

Darum sind die Blutkonserven diesen Sommer besonders knapp

Dass die Zahl der Blutspenden in den Sommerferien sinkt, ist kein neues Phänomen. "Die Leute fahren in den Urlaub, aber die Therapien, für die wir Blutkonserven brauchen, machen keine Ferien. So kommt es jedes Jahr im Sommer zu diesem Problem", sagt Küppers. Im Voraus einplanen ließe sich das Sommerloch aber nicht, da die gängigsten Blutkonserven maximal fünf Tage haltbar seien.

Auffällig ist laut dem DRK-Sprecher jedoch, dass der Mangel an Blutkonserven in diesem Jahr besonders hoch ist. "Wir merken den demographischen Wandel sehr deutlich", sagt Küppers. "Spender, die im Durchschnitt 3,5 mal im Jahr zu uns kommen, sind in der Regel Senioren. Werden sie krank und dürfen deshalb nicht mehr spenden, müssen wir für einen dieser Spender drei junge Menschen animieren, zu uns zu kommen - denn junge Menschen spenden im Durchschnitt nur 1,5 mal pro Jahr."

Hinzu komme, dass der Trend zu Fernreisen wachse. Eine Reise beispielsweise in ein Malaria-Gebiet bedeutet allerdings, dass der Blutspender im Anschluss mehrere Wochen warten muss, bis er sich wieder beim DRK melden kann. "Und dann kommt noch hinzu, dass viele Leute, die sich für Medizin interessieren, lesen, dass bei Operationen immer weniger Bluttransfusionen gemacht werden, und daraus den Schluss ziehen, man müsse nicht mehr so viel Blut spenden."

Dass weniger Bluttransfusionen bei OPs gegeben werden, sei zwar richtig, dafür würden sie aber laut Küppers besonders viel bei der Krebstherapie benötigt. Bei der Chemotherapie werden die Blutplättchen (Thrombozyten) zerstört. Damit der Patient mit der Therapie besser zurechtkommt, werden sie durch Bluttransfusionen ersetzt. "Jetzt haben haben wir aber einfach nicht mehr genügend Konserven bei allen Blutgruppen mit dem Faktor Rhesus negativ und bei der Blutgruppe 0 negativ. Zugleich wird ja nicht weniger Blut gebraucht, nur weil viele Leute im Urlaub sind", sagt der DRK-Sprecher.

Nicht genug Blutkonserven bei einem Großunfall?

Küppers größte Sorge jedoch ist ein möglicher Großunfall. "Momentan ist es schwierig für uns, die gängige Notreserve drei Tage hier zu haben. Die ist aber wichtig, denn selbst wenn an einem Tag nach einem Unfall sehr viele Leute kämen, wir brauchen nach einer Blutspende 2,5 bis 3,5 Tage, um sicherzustellen, dass wir die Blutspende auch wirklich verwenden können."

Zu lang im Fall eines großen Unfalls, etwa im Straßenverkehr.

(ham)
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