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Todesfälle bei Neugeborenen
Mysteriöse Zunahme von Mikrozephalie in Brasilien

Rio de Janeiro. Im Nordosten Brasiliens nimmt die Zahl der Mikrozephalie-Erkrankungen bei Neugeborenen dramatisch zu. Zwischen Ende September und 17. November registrierten Krankenhäuser in der Region bereits 399 Erkrankungen, bei der die Neugeborenen mit einem zu geringen Schädelumfang und zu kleinem Gehirn geboren werden. Bislang starben fünf Neugeborene.

Die meisten Fälle, 268, wurden im Bundesstaat Pernambuco registriert. Hier war das Phänomen im September zuerst festgestellt worden. Nun breitet sich die Krankheit auch über die anderen Bundesstaaten der Region aus.

Die Gesundheitsbehörden befürchten, dass bald schon weitere Teile Brasiliens betroffen sein könnten. Landesweit ist der Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Im Fernsehen riefen Ärzte Frauen auf, womöglich derzeit auf eine Schwangerschaft zu verzichten. Bislang wurde die Krankheit mit einer Röteln-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft sowie mit erhöhtem Alkoholkonsum in Verbindung gebracht.

Der zu geringe Gehirnumfang führt zu einer geistigen Behinderung der Kinder. Aufgrund der rasanten Zunahme von Fällen vermuten die Behörden nun jedoch einen Zusammenhang mit dem Auftreten des Zika-Virus im Nordosten des Landes.

Das aus Afrika stammende Zika-Virus war Anfang 2015 erstmals in Brasilien diagnostiziert worden. Bei der Erkrankung hat der Patient über mehrere Tage Hautrötungen sowie Gelenkschmerzen und Fieber.

Allerdings wurde das Virus bislang nicht als besonders gefährlich eingestuft. Nach Mutmaßung von Medien wurde er möglicherweise von afrikanischen Touristen während der Fußball-WM 2014 nach Brasilien eingeschleppt.

(KNA)
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