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Skarp Technologie
Rasieren per Laser statt Klinge

Der erste Rasierer ohne Klinge
Der Skarp-Laserrasierer soll Haare ohne Klinge und Hautirritationen entfernen. FOTO: Skarp Technologies
Düsseldorf. Entzündungen, Schnitte, rote Pünktchen: Wer sich regelmäßig rasiert, kennt diese Probleme gut. Ein schwedisches Unternehmen will damit Schluss machen – und hat einen Laserrasierer entwickelt. Per Crowdfunding soll die neue Technik schon bald auf den Markt kommen.

Wenn ein Experte eine gute Idee auf seinem Gebiet hat, die Idee technologisch aber noch nicht umsetzbar ist, dann passiert es immer öfter, dass er sich selbst aufmacht, das neue Produkt zu entwickeln. So auch im Fall von Morgan Gustavsson. Seit 30 Jahren arbeitet er schon auf dem Gebiet der Lasertechnologien für Hautprobleme. 1989 half er mit, einen der ersten Laser zu entwickeln, mit denen sich Haare entfernen ließen. 

Zwölf Jahr später kam ihm die Idee für einen Laser-Handrasierer, weitere acht Jahre später war die Lösung gefunden: Mit einer speziellen Wellenlänge des Lichts konnte der neuartige Rasierer durch Haar jeder Farbe schneiden. Heute steht seine Idee kurz vor der Umsetzung. 

"Skarp", also schwedisch für scharf, heißt sein Handrasierer, mit dem Gustavsson schon bald den Nassrasierern Konkurrenz machen will. Skarp sieht aus wie ein Nassrasierer, ist allerdings etwas größer und bietet Platz für eine AA-Batterie. Erstmals stellte Gustavsson seine Erfindung gemeinsam mit seinem Partner Paul Binun auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter vor.

Seine Vision: Einen Laserrasierer zu schaffen, der wie ein Nassrasierer Platz in jedem Bad finden kann. Das Ziel: Den Skarp-Rasierer durch Crowdfunding-Gelder serientauglich zu machen. 

 

https://www.kickstarter.com/projects/skarp/the-skarp-laser-razor-21st-century-shaving

Posted by Skarp Technologies on  Mittwoch, 30. September 2015

Überragender Erfolg

Das Projekt fand überragende Unterstützung. Das Crowdfunding-Ziel lag bei 160.000 Dollar. Es wurde um mehr als das 20-Fache übertroffen. Insgesamt kamen mehr als 3,4 Millionen Dollar zusammen. Dieses Geld steht den beiden Gründern der Firma Skarp Technologies nun zur Verfügung, um den Prototyp produktionsbereit zu machen. 

Die größte Schwierigkeit bestand für Gustavsson darin, blondes Haar mit dem Laser zu schneiden, ohne es zu verbrennen. Die Lichtwellenlänge, die der Tüftler letztlich entdeckt hat, ist nun in der Lage, auch das Blond-Problem zu lösen: Das Gerät soll letztlich nicht auf die Haarfarbe reagieren, sondern auf ein bestimmtes Pigment, dass in jedem Haar vorhanden ist. 

Entzündungen und Hautprobleme sollen mit dem Skarp der Vergangenheit angehören und die Rasur in etwa lange dauern wie eine normale Nassrasur. Die AA-Batterie wird etwa einen Monat halten, der Skarp soll circa 50.000 Stunden betriebsfähig sein. Im März 2016 wollen die Hersteller die ersten Geräte ausliefern.

Der neue Rasierer hat allerdings seinen Preis. 159 stolze Dollar kostet ein Exemplar. Die Kosten relativieren sich allerdings erheblich, wenn man bedenkt, dass nie wieder Klingen nachgekauft werden müssen. 

(ham)
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