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Neue Studie
Handtrockner sind Keimschleudern

Dieser Handtrockner ist eine Bakterienschleuder
Handtrockner wie diese arbeiten zwar sehr schnell, können Bakterien jedoch auch im ganzen Raum verbreiten. FOTO: Shutterstock.com/ Mile Atanasov
Düsseldorf . Nasse Hände in die Windmaschine halten, ein paar Sekunden warten, schon sind sie trocken. Handtrockner in Toiletten wirken unheimlich praktisch. Jetzt zeigt eine neue Studie, dass ein Gerät beim Trocknen bis zu 1300-mal mehr Keime hinterlässt als Papierhandtücher.

Vor allem an vielen Flughäfen, in Möbelhäusern und auch in vielen Restaurants sind sie längst installiert: Handtrockner, die die Luft nicht von oben auf die Hände pusten, sondern in die man die Hände hineinsteckt. Anschließend strömt Luft automatisch von allen Seiten auf die Haut ein. 

Das Verfahren geht zwar besonders schnell, ist aber nicht immer besonders gesund. Denn nicht nur die Feuchtigkeit wird von den Händen gepustet, sondern auch Bakterien in den Raum. Das zeigt eine aktuelle Studie, die im "Journal of Microbiology" veröffentlicht wurde. 

Insbesondere ein Gerät fiel den Wissenschaftlern dabei auf: der Dyson Airblade. Der Handtrockner versprühte im Test 60-mal mehr Bakterien als herkömmliche Geräte – und bis zu 1300-mal mehr Keime, als bei der Nutzung von Papiertüchern durch die Luft gewirbelt werden. 

Um das Gerät zu testen, hielten die Wissenschaftler der Universität von Westminster ihre Hände erst in einen Container mit einem virusinfizierten Wasser. Dann trockneten sie sich erst mit einem herkömmlichen Handtrockner ab, dann mit dem Dyson Airblade und in der dritten Versuchsanordnung mit einem Papiertuch.

Wie sich zeigt, schleudert der Dyson Airblade, der die Luft mit einer Geschwindigkeit von 690 Kilometern pro Stunde herumwirbelt, dabei auch deutlich mehr Bakterien durch den Raum. Besonders gefährlich sei das bei Keimen, die durch die Luft übertragbar sind oder per Tröpfcheninfektion. Grippeviren beispielsweise, die durch Niesen auf die zu trocknenden Hände gekommen sind, können durch das Gerät bis zu drei Meter weit durch das Bad geschleudert werden.

Die Bakterien fremder Hände

Die Studie ist nicht die erste, die auf Handtrockner als Bakterienschleudern hinweist. Bereits 2014 gab es eine ähnliche Versuchsanordnung, die zeigte, dass die Luft in der Umgebung von solchen Düsenhandtrockner 27-mal mehr mit Keimen getränkt ist als dort, wo es nur Papiertuchspender gibt.

Der Professor der älteren Studie, Mark Wilcox von der Universität Leeds, sagte damals: "Das nächste Mal, wenn Sie sich die Hände auf einer öffentlichen Toilette mit einem elektrischen Handtrockner trocknen, kann es sein, dass Sie jede Menge Bakterien verteilen, ohne es zu wissen. Und es könnte auch sein, dass Sie von oben bis unten mit Keimen von anderer Leute Hände besetzt sind."

Weil diese Studie vom europäischen Symposium für Papiertücher finanziert wurde, wehrte sich die Firma Dyson damals gegen die Ergebnisse. "Die Studie wurde von der Papiertuch-Industrie finanziert und entspricht nicht der Realität", sagte ein Dyson-Sprecher laut dem englischen "Telegraph". 

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