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Regierung
Eltern sollen nicht rauchen

Regierung: Eltern sollen nicht rauchen
Hoffnungsschimmer: Immer weniger Jugendliche greifen zur Zigarette. FOTO: ddp, ddp
Frankfurt/Main (rpo). Die Bundesregierung appelliert nachdrücklich an werdende Eltern, auf Nikotingenuss vollkommen zu verzichten. Anlässlich des Weltgesundheitstages am Donnerstag erklärte Bundes-Drogenbeauftragte Marion Caspers-Merk, Rauchen sei für 15 Prozent aller Frühgeburten und für 20 bis 30 Prozent aller Fälle von geringerem Geburtsgewicht verantwortlich.

Der Weltgesundheitstag steht dieses Jahr unter dem Motto "Mutter und Kind - Gesundheit von Anfang an". Laut Caspers-Merk rauchen zwischen 20 und 33 Prozent der Frauen in der Schwangerschaft. Jedes zweite Kind wachse in einem Haushalt auf, in dem geraucht werde, fügte die SPD-Politikerin hinzu. Die gesundheitlichen Belastungen für die Kinder seien enorm, weil auch Säuglinge und Kleinkinder durch das Rauchen der Eltern krank werden könnten. "Kinder verdienen einen Tabakfreien Start ins Leben", erklärte die Gesundheits-Staatssekretärin.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wies darauf hin, dass das Ausmaß der Wachstumstörungen im Mutterleib mit der Zahl der gerauchten Zigaretten steige. Rauchen beeinträchtige auch die vorgeburtliche Entwicklung der Lunge, so dass eine verminderte Lungenfunktion bei Neugeborenen nachweisbar sei. Zudem könnten durch die Passivrauchbelastung im Mutterleib Fehlbildungen entstehen. Darüber hinaus nehme das Risiko für Fehl- oder Totgeburten sowie für den plötzlichen Kindstod zu.

"Kinder, die sich in einem verqualmten Raum aufhalten, atmen pro Stunde so viel Giftstoffe ein, als ob sie selbst eine Zigarette rauchen würden", erklärte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. Zudem sei der noch nicht vollständig entwickelte Körper eines Kindes besonders anfällig für Giftstoffe.

Caspers-Merk kritisierte es als alarmierend, dass nur 20 Prozent der Frauen in Deutschland während der Schwangerschaft keinen Alkohol tränken. Sie rief die Krankenkassen auf, ihr Engagement bei der Rauch- und Alkoholentwöhnung zu verstärken.

Die Betriebskrankenkassen (BKK) wiesen darauf hin, dass die Chancen für Gesundheit sehr ungleich verteilt seien. Die 20 Prozent der Bundesbürger, die den unteren sozialen Schichten angehörten, hätten eine um rund rund sieben Prozent niedrigere Lebenserwartung, erklärte der BKK-Bundesverband in Berlin. Zudem hätten sie ein doppelt so hohes Risiko für ernsthafte Erkrankungen wie Menschen aus dem obersten Fünftel. Besonders betroffen seien Kinder. Der Bundesverband will mit einer Initiative "Mehr Gesundheit für alle" sozial benachteiligte Kinder und Erwachsene erreichen.

(ap)
 
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