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Sexuelle Gewalt
Fast jeder siebte Deutsche wurde als Kind missbraucht

Sexuelle Gewalt: Fast jeder siebte Deutsche wurde als Kind missbraucht
Viele Kinder in Deutschland werden Opfer von körperlicher oder emotionaler Gewalt (Symbolbild). FOTO: Shutterstock.com/ EAK MOTO
Düsseldorf . Fast 14 Prozent der Deutschen geben an, in ihrer Kindheit sexuellen Missbrauch erlebt zu haben - das hat eine Studie der Uni Ulm ergeben. Noch deutlich höher liegt die Zahl der Betroffenen bei emotionaler Gewalt.  Von Susanne Hamann

Fast jeder siebte Deutsche wurde als Kind Opfer von sexueller Gewalt - das ergab eine repräsentative Umfrage unter rund 2500 Menschen im Alter zwischen 14 und 94 Jahren. Demnach geben 13,9 Prozent der Befragten an, dass sie in ihrer Kindheit sexuelle Übergriffe erlebten.

Bei einer vergleichbaren Studie, die 2011 veröffentlicht wurde, habe dieser Wert bei 12,6 Prozent gelegen, berichtete Jörg Fegert, ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uni Ulm. "Es gibt keine Entwarnung. Die Zahlen bewegen sich weiter auf hohem Niveau."

Wie entdeckt man, ob ein Kind missbraucht wird? FOTO: AP

Neben sexuellem Missbrauch ermittelten die Wissenschaftler für die Studie die Häufigkeit für emotionale und körperliche Misshandlung und Vernachlässigung. Danach betreffen solche Kindheitserfahrungen fast ein Drittel (30,8 Prozent) der Bevölkerung in Deutschland. 2011 lag dieser Wert bei 35,5 Prozent.

Als besonders verheerend werden vor allem die Spätfolgen solcher Kindheitserfahrungen eingestuft. Die Analyse verschiedener Studien ergaben, dass:

  • Kinder, die im Kindergartenalter missbraucht werden, als Erwachsene häufiger zu Depressionen neigen 
  • Kinder, die in der frühen Kindheit oder um das 18. Lebensjahr traumatische Erfahrungen gemacht haben, regelmäßig zu Suizidgedanken tendieren 
  • bei 95,1 Prozent der Betroffenen eine oder mehrere psychische Erkrankungen auftreten
  • Betroffene ein stark erhöhtes Risiko haben, später Drogen zu konsumieren 
  • Betroffene ein stark erhöhtes Risiko haben, an Angst- oder Essstörungen zu leiden 
  • die Lebenserwartung von Betroffenen geringer ist 

"Bei Verdacht sollte man nicht zur Polizei gehen" - Expertin Anne-Marie Eitel erklärt, warum es so schwer ist, die Täter zu stellen, und wie man sich verhalten sollte, wenn man einen Missbrauch vermutet. Hier geht's zum Interview. 

(mit Agenturmaterial)
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