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Eier-Skandal
Belgischer Minister kritisiert Lebensmittelbehörde

Fipronil: Denis Ducarme kritisiert Lebensmittelbehörde
Die Behörden in Belgien sollen schon vor Wochen von den mit Fipronil belasteten Eiern gewusst haben (Symbolbild). FOTO: dpa, lis hpl fdt
Brüssel. Belgiens Agrarminister Denis Ducarme hat mit Unverständnis auf das Vorgehen der nationalen Lebensmittelbehörde FASNK im Fipronil-Skandal reagiert.

Laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien "kein Argument", um solche Informationen geheim zu halten, sagte Ducarme am Montag dem belgischen Sender RTBF. Die Behörde FASNK hatte am Wochenende eingeräumt, schon Anfang Juni über einen ersten Verdachtsfall informiert worden zu sein.

Hintergrund: Die schlimmsten Lebensmittel-Skandale FOTO: Ewa Studio/ Shutterstock.com

Erst am 20. Juli wurden jedoch andere EU-Staaten in Kenntnis gesetzt. Ducarme erwartet nun schnellstmöglich einen Bericht zu den Entscheidungen der FASNK. "Der Verbraucherschutz hat Vorrang", sagte Ducarme. "Aus dem Bericht, den ich von der FASNK angefordert habe, werden wir erfahren, was die Staatsanwaltschaft verlangt hatte." Wenn er den Bericht erhalten habe, wolle er auch das Parlament informieren.

Er bekräftigte, dass der Grenzwert für den Giftstoff Fipronil bei den bisherigen Eiertests in Belgien nicht erreicht wurde. Es stünden noch weitere Untersuchungen aus. Belgien müsse auf Labors in den Niederlanden zurückgreifen, weil es im Land an der nötigen Expertise fehle, erklärte Ducarme. Das wolle er für die Zukunft ändern. Ducarme wollte am Montag mit Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU)
telefonieren.

Die FASNK war nach dem belgischen Dioxin-Skandal von 1999 gegründet worden. Damals war der krebserregende Stoff in die Nahrungskette gelangt, die Öffentlichkeit wurde aber erst spät informiert. Fipronil wird etwa bei Hunden gegen Hautparasiten wie Läuse, Milben und Flöhe eingesetzt. Die Anwendung bei Tieren, die Lebensmittel liefern, ist in der EU verboten.

Die Liste mit den 170 betroffenen Stempelnummern auf Eiern finden Sie hier. 

(dpa)
 
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