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Xenotransplantation
Affe überlebt zwei Jahre lang mit Schweineherz

Forschung: Affe überlebt zwei Jahre lang mit Schweineherz
Dieser Affe überlebte zwei lange Jahre mit einem Schweineherz. FOTO: dpa, yon mda olg tmk
Düsseldorf/Washington. Zweieinhalb Jahre lang schlug ein Schweineherz im Körper eines Affen. Es ist der bislang erfolgreichste Versuch in der Transplantationsmedizin zwischen verschiedenen Spezies. Könnten Schweine auch bald Organspender für Menschen sein? Von Susanne Hamann

945 Tage lang arbeitete das in den Bauchraum des Pavians implantierte Spenderherz eines Schweines, wie US-amerikanische und deutsche Forscher im Fachmagazin "Nature Communications" berichten. In Versuchen zuvor habe dies nur maximal halb so lange funktioniert. 

Der Organaustausch über Artgrenzen hinweg, Xenotransplantation genannt, wird angesichts fehlender Spenderorgane als mögliche Alternative für Menschen erforscht. Das Erbgut von Schwein und Mensch stimmt zu 90 Prozent überein. Mehr Gemeinsamkeiten haben nur Schimpanse und Mensch. Bei ihnen stimmt das Erbgut sogar zu 98 Prozent überein.

Herz eines Schweins bestens geeignet

Schweine gelten aber auch aus einem anderen Grund als besonders gut geeignet für Spenderherzen: Ihre Herzen sind groß genug und die linke Herzkammer ausreichend stark, um die menschliche Blutzirkulation gleichmäßig aufrecht erhalten zu können. 

Trotzdem gibt es auch Probleme bei der Xenotransplantation zwischen Mensch und Schwein. Zum einen weil die Abstoßungsgefahr der transplantierten Organe, zwischen zwei Spezies noch höher ist, als bei einer OP von Mensch zu Mensch. Zum anderen, weil das Organ eben doch auch anders beschaffen ist. So sitzen auf dem Herzmuskel des Schweins kleine Moleküle, die unser Immunsystem nicht erkennen kann und die in der Folge meistens abgestoßen werden. 

Besondere Antikörper

Im Falle der längsten geglückten Schweineherz-Transplantation in einen Pavian, wurde das Schwein vorher so gezüchtet, dass sich sein Erbgut für Transplantationszwecke eignet. Der Affe erhielt zudem spezielle Antikörper, damit sein Körper das neue Herz nicht abstoßen würde. Insgesamt wurde das Verfahren an fünf Affen getestet. Allen Tieren wurde ihr eigenes Herz dabei nicht entnommen, sondern das Schweineherz zusätzlich in das Blutsystem eingebunden. 

Die Studie könnte als Basis weiterer Studien zu Transplantationen zwischen Spezies dienen, heißt es in der Veröffentlichung. Bis die Xenotransplantation auch auf den Menschen anwendbar ist, bedarf es allerdings noch deutlich mehr Forschung. 

(ham/ dpa)
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