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Pollenallergie
Nasenklammer kann Heuschnupfen um 50 Prozent verringern

Heuschnupfen: Nasenklammer verringert Symptome um über 50 Prozent
Der Nasenfilter ist sehr klein und besteht aus fast durchsichtigem Material. FOTO: Peter Sinkjaer Kenney
Düsseldorf . Jedes Jahr in Frühling und Sommer leiden 20 Millionen Deutsche am Ausbruch ihrer Pollenallergie. Medikamente reduzieren das Jucken und Triefen zwar, machen aber auch müde. Ein spezieller Nasenfilter könnte die Lösung sein. Laut Studie reduziert er über 50 Prozent der Symptome. Von Susanne Hamann

65 Probanden, die alle unter Pollenalergie litten, probierten für eine Studie zum Thema Heuschnupfen einen sogenannten Nasenfilter aus. Der Filter ist so klein, dass er auf die Kuppe eines Zeigefingers passt und besteht aus einem fast durchsichtigem Geflecht. Er blockiert das Eindringen der Pollen, aber das Atmen wird nicht merklich erschwert.

Für die Studie, die von dem Wissenschaftlerteam um Torben Sigsgaard und Peter Sinkjaer Kenney von der dänischen Universität Aahaus gemeinsam mit dem Herstellerfirma Rhinix durchgeführt wurde, teilten die Forscher die 65 Probanden in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe erhielt einen funktionsfähigen Filter, der Nasenfilter der anderen Gruppe hatte keine Wirkung. Alle Testpersonen trugen die Nasenklammer über zwei Tage.

In dieser Zeit erfassten Kenney, Sigsgaard und Team, ob und wie stark die Teilnehmer an tränenden Augen und triefender Nase litten, und wie häufig sie niesen mussten. Zudem notierten sie die allgemeine Gemütslage der 65 Personen.

Das Ergebins war eindeutig: Jene Teilnehmer, die den echten Nasenfilter erhalten hatten, fühlten sich im Vergleich signifikant besser, als jene, die einen Placebo trugen. Besonders effektiv zeigte sich das Hilfsmittel, wenn es präventiv eingesetzt wurde.

"Der Nasenfilter reduzierte die üblichen Symptome von Heuschnupfen um mehr als die Hälfte", sagt Professor Torben Sigsgaard von der Universität Aarhaus zu "Eureka Alert". "Nutzten die Teilnehmer den Filter noch bevor sich die ersten Symptome einstellten, dann war das Ergebnis sogar noch besser."

Noch besser bedeutet, dass jene Probanden, die den Filter präventiv einsetzten, überhaupt nicht über eine laufende Nase und tränende Augen klagten. Die Gruppe mit dem falschen Nasenfilter zeigte sogar hingegen eine Verschlechterung dieser beiden Symptome um 84 Prozent.

"Darüberhinaus fühlten sich die Teilnehmer mit den echten Nasenfiltern auch insgesamt nicht schlecht, und dass obwohl der Pollengehalt in der Luft am zweiten Tag deutlich stärker war", sagt Peter Sinkjaer Kenney. "Das zeigt, dass der Nutzen des Pollenfilter mit dem Anstieg von Pollen in der Luft immer besser wird."

Der Heuschnupfenblocker zeigte sich außerdem wirksam gegen Abgeschlafftheit und Müdigkeit. Diese Zustände waren im Vergleich zur Placebo-Gruppe bei den Trägern des echten Filters um mehr als 50 Prozent reduziert.

"Das ist deswegen so interessant, weil Abgeschlafftheit eine der häufigsten Nebenwirkungen von Antihistaminen, also Heuschnupfenmitteln ist, und die Allergie selbst zugleich auch noch Müdigkeit auslösen kann", so Sigsgaard. Aus diesem Grund glauben die Wissenschaftler, dass das für viele Allergiker einer der wichtigsten Effekte des Nasenfilters sein könnte.

Die Ergebnisse der Studie wurden auf einem wissenschaftlichen Kongress in Barcelona vorgetragen, und sollen bald im Fachmagazin für Allergologie und Immunologie veröffentlich werden. Darin werden dann auch die Ergebnisse einer größeren Studie zur Anwenderfreundlichkeit zu finden sein. Dafür testeten über 1000 Allergiker den Nasenfilter. Laut ersten Angaben fanden die meisten Teilnehmer die Klammer bequem und hatten kein Problem damit, sie über mehrere Tage zu tragen.

Die Mini-Pollenfilter sind online bei der Firma Rhinix zu bestellen.

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