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Kieferorthopädie: Experten treffen sich in München
Neue Hoffnung bei schiefen Zähnen
Kieferorthopädie: Experten treffen sich in München: Neue Hoffnung bei schiefen Zähnen
Auf dem Kongress in München wurde eine neue "unsichtbare" Methode der Kieferchirurgie vorgestellt. FOTO: RPO
München (rpo). Eine neue "unsichtbare" Methode zur Korrektur von Zahn-Fehlstellungen bei Erwachsenen wurde in München bei der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie vorgestellt. Im Gegensatz zu den unbeliebten gut sichtbaren Drahtgestellen werde jetzt die Halterung an der Innenseite der Zähne angeklebt.

Diese Methode könne nur bei Patienten mit bereits bleibenden Zähnen angewandt werden, sagte Prof. Peter-Michael Schopf von der Universität Frankfurt/Main.

Das Anbringen der festsitzenden Zahngestelle statt auf der Außenseite an der Zungenseite der Zähne - die so genannte Lingualtechnik - sei aber wesentlich aufwendiger und teurer. Für Kinder und Jugendliche werde die herausnehmbare Spange ohnehin die übliche Behandlungsform bleiben.

Eine Frage der Ästhetik 

Junge Erwachsene akzeptierten immer seltener eine sichtbare Korrektur, sagte Prof. Ingrid Rudzki-Janson vom Klinikum der Universität München. "Sie scheuen sich vor einer Sichtbarkeit der Spange." Die Korrektur von Fehlstellungen der Zähne sei auch mit undurchsichtigen dünnen Kunststoffschienen möglich.

Diese Methode komme aber nur für einen sehr begrenzten Anwendungskreis mit nicht so gravierenden Fehlstellungen in Frage, berichtete die Expertin. Diese Schienen haben sich laut Schopf auch noch nicht wissenschaftlich bewährt. "Denn die Schienen stören in einem gewissen Umfang das Zusammenspiel der oberen und unteren Zähne."

Keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen 

Beide von außen weitgehend unsichtbare Methoden werden den Angaben zufolge nicht von den Kassen bezahlt. Ohnehin würden die Kassen entsprechende Korrekturen bei Erwachsenen nur in ganz wenigen Ausnahmefällen bezahlen, sagte Schopf. Auch bei Kindern und Jugendlichen übernähmen die Kassen seit dem 1. Januar 2002 nicht mehr die Kosten für Korrekturen weniger gravierender Fehlstellungen.

Seitdem sei die Zahl der jungen Patienten bei den Kieferorthopäden um 10 bis 20 Prozent zurückgegangen. Fehlgestellte Zähne sähen nicht nur unschön aus, sondern führten auch zu Erkrankungen des Zahnhalteapparates und zu kariösen Schäden.

Zu ihrem 76. wissenschaftlichen Kongress, der bereits am Mittwoch begann und bis diesen Sonntag dauert, erwartet die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie knapp 1900 Teilnehmer.

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