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Gehirnforschung
Nikotin gleicht Unterschiede von Männern und Frauen aus

Gehirnforschung: Nikotin gleicht Unterschiede von Männern und Frauen aus
Flackernde Schachbrettmuster sollen die Lust auf eine Zigarette dämpfen. FOTO: RPO
Cambridge (rpo). Bringt der Genuss von Zigaretten Frauen und Männer enger zusammen? In Cambridge haben Forscher jedenfalls herausgefunden, dass Nikotin geschlechtsspezifische Unterschiede in der Hirnaktivität von Männern und Frauen verringert.

Beim Lösen von emotional aufwühlenden Aufgaben ist die Aktivierung von bestimmten Hirnarealen bei Frauen höher als bei Männern. Unter Nikotineinfluss verschwinden diese Unterschiede jedoch, wie amerikanische Wissenschaftler in einer Studie an 42 Frauen und 77 Männern zeigen konnten. Steven Potkin und James Fallon von der Universität von Kalifornien in Irvine berichten über ihre Ergebnisse im Fachmagazin "International Journal of Neuropsychopharmacology".

Die Hirnaktivitäten von Männern und Frauen unterscheiden sich besonders stark, wenn feindselige und aggressive Gefühle im Spiel sind. Um eine solche Situation zu provozieren, ließen die Forscher ihre Probanden ein so genanntes Feindschaftsspiel spielen. Dabei durfte der Gewinner den Verlierer mit einem lauten unangenehmen Geräusch bestrafen. Der Verlierer konnte sich jedoch anschließend dafür rächen. Männer und Frauen rächten sich auf ganz unterschiedliche Weise, beobachteten die Wissenschaftler. Während Männer die Lautstärke des Rachegeräuschs steigerten, rächten sich die Frauen mit besonders lang anhaltenden Tönen.

Während dieses Tests bestimmten die Forscher die Gehirnaktivität der Probanden. Das Ergebnis: Bei den Frauen waren bestimmte Hirnareale stärker aktiviert als bei den Männern. Klebten die Forscher den Probanden jedoch Nikotinpflaster auf, erniedrigte sich die Gehirnaktivität der Frauen, während die der Männer anstieg. Dies hatte zur Folge, dass sich die unterschiedlichen Aktivierungsmuster bei Männern und Frauen anglichen. Interessanterweise änderte sich das geschlechtsspezifische Verhalten jedoch nicht.

Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass der Körper von Frauen und Männern unterschiedlich auf Nikotin reagiert, sagen die Wissenschaftler. Bereits in früheren Studien konnte gezeigt werden, dass Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis bei Frauen weniger gut wirken als bei Männern. Auch rauchen Frauen aus ganz anderen Gründen als Männer, und sie nehmen dabei weniger und kürzere Züge als ihre männlichen Kollegen, ergänzt Potkin. Zu verstehen, wie Nikotin auf das Gehirn von Frauen und Männern wirkt, könnte auch das unterschiedliche Rauchverhalten erklären, hofft der Wissenschaftler.

(afp)
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