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Studie
Partydroge Meth schädigt Gehirn von Ungeborenen

Washington (RPO). Durch den Konsum der Partydroge Methamphetamin riskieren schwangere Frauen einer neuen Studie zufolge schwere Hirnschäden ihres Kindes.

Die Einnahme von Methamphetaminen, die unter Namen wie Meth, Crystal oder Crystal Meth angeboten werden, richtet bei Ungeborenen noch schlimmere Hirnschäden an als Alkohol und bewirkt schwere Verhaltens- und Lernstörungen, wie eine am Mittwoch im US-Fachblatt "Journal of Neuroscience" veröffentlichte Studie zeigt. "Die Befunde belegen, wie wichtig es ist, drogenkonsumierenden Schwangeren zu helfen", fasst Studienautorin Elizabeth Sowell von der University of California zusammen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler die Hirnaktivitäten von 61 Kindern per Magnetresonanztomographie. 21 von ihnen waren vor der Geburt den Rauschstoffen Alkohol und Metamphetamin ausgesetzt, 13 waren nur Alkohol ausgesetzt, der Rest kam nicht mit diesen Stoffen in Berührung. Bei Kindern, deren Mutter beide Rauschstoffe konsumiert hatte, war der Nucleus caudatus deutlich reduziert - jene Hirnregion also, die für Lernen, Erinnerung, motorische Kontrolle und Motivation zuständig ist. Die Schäden waren noch ausgeprägter als bei Kindern von Müttern, die nur Alkohol missbrauchten.

"Wir wussten bereits, dass Alkohol giftig für die Entwicklung des Fötus ist und lebenslange Hirn- und Verhaltensprobleme bewirken kann", schrieb Sowell. "Unsere Studie zeigt nun, dass vorgeburtlicher Einfluss durch Methamphetamine wahrscheinlich noch schädlicher ist." Einer Studie des US-Gesundheitsamts zufolge haben gut 16 Millionen der 300 Millionen US-Bürger Erfahrung mit Meth-Konsum. Unter ihnen seien 19.000 schwangere Frauen.

(AFP/sdr)
 
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