| 18.09 Uhr

Krankenkassen-Appell
Patienten sollen nur noch neue Gesundheitskarten nutzen

Patienten soll nur noch neue Gesundheitskarten nutzen
Elektronische Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen (Symbolfoto). FOTO: dpa
Düsseldorf. Die ungültigen Gesundheitskarten verunsichern Patienten und Ärzte. An den Servicetelefonen war einiges los. Die Ärzte raten: Im Zweifel die Kasse anrufen. Von Antje Höning

Bei den Service-Telefonen von Krankenkassen und Kassenärzten war am Montag wegen der Gesundheitskarte einiges los. "Es gab vereinzelt einige Versicherte, die mit dem Problem in Arztpraxen konfrontiert wurden", sagte der Sprecher der Barmer. Auch bei anderen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung gab es Anrufe.

Grund ist, dass Karten der ersten Generation von den Praxis-Computern nicht mehr akzeptiert werden. Unklar ist, wie viele betroffen sind. "Wir appellieren an die Versicherten, ab jetzt unbedingt die zuletzt von der Kasse erhaltene Versichertenkarte zu nutzen und die alte Karte zu vernichten", sagte die Sprecherin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV).

Gesundheitskarten der ersten Generation seit 1. Oktober ungültig

Das Problem: Die Karten der ersten Generation sind seit 1. Oktober ungültig. "Sie erfüllen nicht mehr die technischen Anforderungen, die wir für die geplante automatische Aktualisierung der Stammdaten der Versicherten brauchen", sagte die GKV-Sprecherin. Eigentlich sollten die Kassen den Patienten längst neue Karten zugeschickt haben. Womöglich ist das in Einzelfällen nicht geschehen, womöglich verwenden Patienten alte Karten weiter, obwohl sie schon neue haben.

Zudem kann man den Kärtchen nicht ansehen, ob sie gültig sind. "Unglücklicherweise sind die ungültigen Karten der ersten Generation ebenso mit dem Aufdruck G1 gekennzeichnet wie die gültigen Karten der Generation1plus", sagt die Sprecherin des Spitzenverbands.

Einzelne Kassen-Mitarbeiter sagten unseren Lesern, sie sollten auf das Gültigkeitsdatum auf der Rückseite schauen. Doch das führt in die Irre. "Das Gültigkeitsdatum auf der Rückseite der Karte bezieht sich auf die europäische Gesundheitskarte (Ehic). Es sagt nichts über die Gültigkeit der elektronische Gesundheitskarte (eGK) aus, die für Deutschland gilt und die Vorderseite der Karte bildet", so die GKV.

AOK hat nach eigenen Angaben keine Probleme

Der Vize-Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Carsten König, erwartet noch einiges: "Wie viele elektronische Gesundheitskarten der Generation 1 de facto noch im Umlauf sind, wird sich erst im Laufe der kommenden Wochen wirklich zeigen, da in der Regel das jetzt angebrochene vierte Quartal die Jahreszeit mit dem größten Patientenaufkommen in den Praxen ist."

Sein Rat: Im Zweifel sollten sich Versicherte mit ihrer Kasse in Verbindung setzen, um – wenn nötig – eine Gesundheitskarte der neuesten Generation zu erhalten. "Grundsätzlich sind die technischen Neuerungen der Karte für den Patienten von Vorteil, da in Zukunft wichtige Notfalldaten oder Medikationspläne auf dem Chip hinterlegt werden sollen."

Keine Probleme gibt es laut eigener Aussage bei der AOK Rheinland/Hamburg: "Die AOK hat nie die Karten der Generation 1 verschickt, sondern von Anfang die Generation 1plus. Daher gibt es keine Probleme", sagte der Sprecher. Mittlerweile hätte mehr als die Hälfte die Karten der Generation 2. Die KKH erklärt, sie habe 2016 die letzten Karten der Generation 1 durch die der Generation 1plus ersetzt. "Inzwischen geben wir nur noch Karten der Generation 2 aus."

Betreibergesellschaft wollte sich am Montag nicht äußern

Der Barmer-Sprecher betonte: "Unsere Versicherten wurden mindestens mit der Karte G1 plus ausgestattet. Derzeit läuft der Wechsel zur G2-Karte." Behandeln müssten die Ärzte immer: "Auf jeden Fall darf durch dieses Problem keine einzige medizinische Behandlung verhindert werden." Zugleich fordert die Barmer, dass Software-Hersteller und Ärzte-Organisationen rasch für Klarheit sorgen.

Die Betreibergesellschaft der Karte, die Gematik, wollte sich am Montag nicht äußern: Wegen des Brückentags sei kein Experte da, hieß es.

 
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