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Post ins Krankenhaus
Start-Up liefert Geschenke ans Krankenbett

Post ins Krankenhaus: Start-up liefert Geschenke ans Krankenbett
Tobias Gnatzy will mit seiner Geschenkbox Freude ins Krankenhaus bringen. FOTO: Tobias Gnatzy
Düsseldorf. Wer keine Zeit hat oder zu weit weg wohnt, um jemanden im Krankenhaus zu besuchen, kann jetzt einfach eine Geschenkbox liefern lassen. Das Start-Up "krankenhausgeschenk.de" bringt die Päckchen direkt ans Krankenbett. Von Hannah Schwär

Tobias Gnatzy (31) liefert seit Februar kleine Geschenkboxen an Krankenhauspatienten aus. Mit seiner Idee hat er das Start-Up "krankenhausgeschenk.de" gegründet. Jeder kann einem lieben Menschen, der im Krankenhaus liegt, mit dem Service eine Freude machen. Der Lieferdienst bringt die Geschenkboxen nach eigenen Angaben in jedes Krankenhaus in Deutschland – auch in die Düsseldorfer Uniklinik. 

Geschenke kann ich eigentlich auch mit der Post aufgeben. Was ist der Vorteil von Ihrem Lieferdienst?

Gnatzy Der normale Postweg dauert einfach sehr lange. Bei großen Krankenhäusern muss das Paket ja dann noch durch die Hauspost. Hinzu kommt, dass die Verweildauer der Patienten oft so kurz, dass das Paket nicht rechtzeitig ankommt. Wir haben den Vorteil, dass wir unglaublich schnell sind.

Wie sind sie auf die Idee gekommen?

Gnatzy 2011 lag mein Opa im Krankenhaus in Gießen, ich selbst habe damals aber am Uniklinikum in Leipzig gearbeitet. Wegen der großen Entfernung konnte ich ihn nicht so oft besuchen kommen. Also habe ich im Internet nach einer Möglichkeit gesucht, ihm ein Päckchen zu schicken. Und da habe ich festgestellt: So einen Service gibt es noch gar nicht, denn der normale Postbote liefert nicht ans Krankenbett. Also habe ich mich mit ein paar Ideen und einem weißen Blatt Papier hingesetzt, und so entstand dann krankenhausgeschenk.de.

Wie funktioniert der Geschenkedienst?

Gnatzy Zuerst sucht man sich auf unserer Seite eine Geschenkbox aus. Im zweiten Schritt gibt man das Krankenhaus an, an welches das Geschenk geliefert werden soll. Und im dritten Schritt kann man dann noch einen persönlichen Gruß schreiben, der dann von uns auf eine Karte gedruckt wird. Wenn alles gut läuft, ist das Geschenk am nächsten Tag da.

Aber wie kommt das Päckchen dann ans Krankenbett?

Gnatzy Dafür haben wir einen Dienstleister, der die Geschenkboxen direkt ins Krankenhaus auf die Station liefert. Wenn der Empfänger gerade nicht da ist, dann geben wir das Geschenk bei der Krankenschwester oder beim Zimmernachbarn ab.

Was packen Sie in die Geschenkboxen?

Gnatzy Wir haben erstmal eine Umfrage gemacht, um rauszufinden, was bei den Leuten ankommt. Das meisten wünschen sich Süßigkeiten, die andere Fraktion hätte gerne was zur Unterhaltung. Wir packen dann zum Beispiel Bücher, Kopfhörer und Gummibärchen in die Boxen. Momentan haben wir sechs verschiedene Boxen im Angebot, zum Beispiel eine für Damen und eine für Herren.

Wie wird es von den Krankenhäusern angenommen?

Gnatzy Sehr positiv! Wir haben mittlerweile auch eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf und dem Klinikum Bayreuth. Bisher haben wir über 1000 Boxen zugestellt, aber den Service gibt es ja auch erst seit Februar. Von den Patienten haben wir auch viele positive Rückmeldungen bekommen.

Ihr Start-Up gibt es seit knapp einem halben Jahr. Trägt sich das Unternehmen?

Gnatzy Momentan trägt es sich noch nicht, aber wir sind kurz vor dem Break-Even. Ich denke, dass wir noch in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben werden.

Was kosten die Boxen?

Gnatzy Etwa 30 Euro inklusive Versand. Die Zustellung erfolgt innerhalb von 24 Stunden. 

 

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