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Gesundheit
Wie Sie sich fit und gesund schwitzen

Die schönsten Saunen in NRW
Die schönsten Saunen in NRW FOTO: Rötgen Therme
Bei kalten Temperaturen ist die Sauna der perfekte Ort um zu entspannen. Das ist aber nicht alles: Saunieren senkt auch das Herzinfarkt-Risiko, stärkt das Immunsystem und macht gute Laune.  Von Susanne Hamann

Am besten wissen die Finnen, wie man sich während der kalten Jahreszeit ein warmes Plätzchen einrichtet. Auf rund fünf Millionen Einwohner kommen dort etwa eine Million Saunen. Sie bestehen zumeist aus kleinen Räumen, die aus Holzbalken gezimmert sind und auf 90 bis 110 Grad erhitzt werden.

Auch in Deutschland eröffnen immer mehr Saunaanlagen - und das aus gutem Grund. Denn die moderne Wissenschaft bestätigt, was die Finnen schon lange zu wissen scheinen: Saunieren hält gesund.

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So wirkt Saunieren auf den Körper

Wer in die Sauna geht, scheint nur entspannt dazuliegen, tatsächlich wird der Körper aber extrem gefordert: Durch die Hitze in der Sauna steigt die Hauttemperatur auf bis zu 40 Grad an, die Körperkerntemperatur erhöht sich um bis zu zwei Grad, und der Blutfluss in der Haut verdoppelt sich. Das ist auch der Grund, warum sich die Haut in der Sauna rot verfärbt. Weil sich die Gefäße weiten, sinkt zudem der Blutdruck ab, und das Herz muss kräftiger arbeiten. Entsprechend wird die Atmung schneller. Was sich anhört wie eine kleine Trainingseinheit, wird vom Körper auch so wahrgenommen. Der Puls steigt deshalb auf bis zu 150 Schläge an. Um abzukühlen, fängt der Körper an zu schwitzen. Dadurch können Schmutzpartikel schneller abtransportiert werden. Dank dem dunklen Licht, der Stille und dem entspannten Liegen in der Wärme kommt außerdem der Geist zur Ruhe.

Darum ist Abkühlung wichtig

Empfohlen wird eine Saunadauer von zehn bis maximal 20 Minuten. Dann folgt, was viele gar nicht gerne mögen: eine eiskalte Dusche. Die ist wichtig, weil sie im Körper die umgedrehte Reaktion auslöst: Die Gefäße ziehen sich jetzt spontan zusammen, das Blut fließt wieder verstärkt ins Körperinnere, die Haut wird mit Sauerstoff versorgt und die Schleimhäute der Atemwege erhalten vermehrt Blut. Deshalb kann die Schwitzkur Asthmatikern und Menschen, die unter Bronchitis leiden, Linderung verschaffen. Außerdem werden durch die Stressreaktion Hormone ausgeschüttet, die Glücksgefühle auslösen.

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Macht Hitze im Winter gesünder?

Auch wenn es etwas Überwindung kostet, genau diese extremen und schnellen Temperaturwechsel sind es, die den Körper dazu anregen, mit den Außentemperaturen besser fertig zu werden. In der Medizin nennt man das Thermoregulation. Wird sie regelmäßig in der Sauna trainiert, führt das dazu, dass man bei kalten Temperaturen weniger friert. Das spart nicht nur Heizkosten, sondern macht auch widerstandsfähiger gegen Krankheiten wie Grippe. Verstärkt werden kann der Hitzeeffekt durch einen Kräuteraufguss. Je nach Inhaltsstoffen öffnet der Dampf auch die Atemwege. Für die meisten wünschenswerten Effekte in der Saune ist er aber nicht nötig.

So wirkt Saunieren auf das Herz

Was wohl nur wenige vermuten, ist der positive Einfluss, den Schwitzkuren auf Herz und Blutdruck haben. Studien zeigen, dass sich der Blutdruck durch richtiges Saunieren stabilisieren und das Herzinfarkt-Risiko gesenkt werden kann. Dafür beobachteten finnische Wissenschaftler rund 2300 Männer im Alter von 42 bis 60 Jahren, die häufig in die Sauna gingen. Wie sich zeigte, nahm die Wahrscheinlichkeit für einen plötzlichen Herztod bei zwei bis drei Saunabesuchen pro Woche im Vergleich zu nur einer wöchentlichen Schwitzkur um 22 Prozent ab. Wer sogar vier bis sieben Mal pro Woche schwitzt, verringert sein Risiko demnach um 63 Prozent.

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Die wichtigsten Saunaregeln

Trotz dieser Erkenntnisse sollten gerade Sauna-Neulinge am Anfang Vorsicht walten lassen. Immer auf den Körper hören - das ist die goldene Regel. Eine Kleinigkeit im Magen hilft zusätzlich, den Kreislauf zu stabilisieren. Bevor es losgeht, sollte man die Poren vom Schmutz des Tages mit einer Dusche befreien. In die Sauna geht es dann nackt mit einem großen Handtuch, das als Unterlage dient, um die Hygiene zu wahren. Je höher die Bank ist, desto höher ist auch die Temperatur. Grundsätzlich ist es effektiver und gesünder, kurz aber heftig auf den oberen Bänken zu schwitzen. Allerdings muss man sich dabei immer wohlfühlen. Die letzten zwei Minuten auf die unterste Stufe setzen, um den Kreislauf wieder an die aufrechte Haltung zu gewöhnen. Es folgt die kalte Dusche. Dabei sollte der Wasserstrahl langsam von Händen und Füßen Richtung Herz wandern, um den Kreislauf nicht zu überfordern.

Maximal drei Saunagänge an einem Tag sind empfohlen. Dazwischen sollten mindestens 20 Minuten Pause liegen. Wer in dieser Zeit anfängt zu frösteln, kann mit einem warmen Fußbad gegensteuern. Regelmäßiges Trinken ist wichtig, zugleich sollte der Bauch nicht zu voll mit Wasser sein. Am Ende des Saunatages raten Experten aber dazu, mindestens einen Liter Wasser zu trinken, am nächsten Tag dürfen es insgesamt drei Liter sein. Noch ein Tipp: Wer mit der finnischen Hitze Probleme hat, kann in die Biosauna gehen. Dort herrscht eine höhere Luftfeuchtigkeit, und die Temperatur beträgt maximal 60 Grad Celsius.

Wer besser nicht in die Sauna sollte

Nur in wenigen Fällen wird ganz vom Saunieren abgeraten. Aus gesundheitlicher Sicht verboten ist es bei Erkältung, frischen Wunden und auf jeden Fall nach Alkoholkonsum. Auch Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, an einer Venenthrombose oder einer Verengung der Hauptschlagader leiden, müssen verzichten. Bei Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche sollte man sicherheitshalber seinen Hausarzt um Rat fragen. Schwangere können in die Sauna gehen, wenn sie es gewohnt sind - allerdings sollten sie dann lieber auf den unteren Bänken liegen.

Quelle: RP
 
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